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Buchstabensuppe – Blog der Stadtbüchereien Düsseldorf

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Märchen

…und sie lebten glücklich und zufrieden…

Unsere Tochter ist eine richtige „Märchentante“ geworden. Lange hat sie sich gar nicht für Märchen interessiert. Wenn der Wolf oder eine Hexe kam, zog sie sich die Bettdecke über den Kopf oder sprang blitzschnell auf und rannte aus dem Zimmer vor Angst. Wenn die Märchen zu lang waren, stand sie mittendrin auf, holte die Lego-Kiste aus dem Regal und fing an Häuser, Zoos und Raumschiffe zu bauen. Wenn es generell zu spannend wurde, mussten wir sofort aufhören vorzulesen und stattdessen lieber zum 100. Mal ein Conni-Buch vorlesen. Aber irgendwann vor ca. einem halben Jahr wollte sie unbedingt Prinzessinnen-Geschichten hören. Also schaute ich in der Bücherei nach Bilderbüchern und Vorlesebüchern mit Prinzessinnen. Und irgendwann landete ich doch wieder bei den Märchenbüchern. Also schaute ich den wirklich großen Bestand an Märchenbüchern in der Zentralbibliothek durch. Dabei stieß ich auf verschiedene Bücher, die alle im Thienemann-Verlag erschienen waren. Besonders gut gefielen mir die Zeichnungen und die moderne kindgerechte Sprache. Schon beim ersten Vorlesen gefiel unserer Tochter „Frau Holle“. Es gab zwar keine Prinzessin, aber das kleine fleißige Mädchen mit den lustigen Zöpfen hatte es unserer Tochter rasch angetan. Und wie schön, dass sie am Ende mit Gold überschüttet wurde. Also lasen wir kurz darauf auch noch „Rumpelstilzchen“ (vor dem unsere Tochter überraschenderweise gar keine Angst hatte) und die „Bremer Stadtmusikanten“ und „Dornröschen“. Ganz glücklich war ich, als ich feststellte, dass es einen Sammelband mit diesen Märchen von Thienemann gab: „Das große Märchen-Bilderbuch der Brüder Grimm“. Da hatten wir gleich sechs spannende Märchen mit den schönen Bildern auf einmal. Leider war auch „Rotkäppchen“ und „Der Wolf und die sieben Geißlein“ dabei. Die große Angst vor dem bösen Wolf war leider immer noch da. Also lasen wir einfach nur die Märchen ohne Wolf.

Anfang Dezember gingen wir dann ins Kindertheater und sahen uns „Rumpelstilzchen“ an. Sicher auf meinen Schoß gekuschelt, machte unserer Tochter das wild herumhopsende Männchen gar nichts aus und sie konnte der Müllerstochter sogar bei der Namenssuche helfen, indem sie ihr auch Namen zurief. Am Abend mussten wir zu Hause dann natürlich in ihrem Märchen-Bilderbuch noch mal „Rumpelstilzchen“ lesen und uns die Bilder ansehen. Mein Mann fragte überrascht, ob sie denn gar keine Angst vor dem Männchen hätte, nachdem wir die Geschichte zu Ende gelesen hatten. Als ich darauf antwortete, dass „Rumpelstilzchen“ ja ohne Wolf wäre und sie deshalb ja auch keine Angst hätte, rief unsere Tochter dazwischen: „Dann will ich das jetzt mit Wolf hören!“

Das ging leider nicht, dafür haben wir dann „Der Wolf und die sieben Geißlein“ gelesen. Und das ist seitdem ihr Lieblingsmärchen. Sie sagt immer, sie sei das kleinste Geißlein und verstecke sich im Uhrenkasten. Dann zieht sie sich die Decke über den Kopf oder räumt ihre Kommode aus und quetscht sich zwischen die Regalböden oder verkriecht sich im Kleiderschrank und ich muss sie befreien. Sie hat eine Handpuppe, die einen Wolf darstellt. Die ist dann natürlich der „böse Wolf“. Aus ihm muss ich dann erstmal die anderen Geißlein befreien und ihn dafür mit „Steinen“ (zusammengeknüllte Papiertücher) füllen. Zuletzt ertrinkt die arme Handpuppe dann in einem „Brunnen“ und unsere Tochter springt wild herum und ruft „Der Wolf ist tot … Der Wolf ist tot.“ Und danach können Mama-Geiß und das kleinste Geißlein endlich wieder zusammen spielen.

Und sie lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende. (hg)

märchenbuch ^Das^ große Märchenbilderbuch der Brüder Grimm, –  Buch. [Imke Sönnichsen … Textbearb.: Regina Hegner] ;  [Neuausg.]. – , 2006. – [192] S. : überw. Ill. ; 31 cm. –   ISBN 978-3-522-43541-3 HGewebe : EUR 19.90 (DE), EUR 20.50 (AT), sfr 34.90    ISBN 3-522-43541-9  HGewebe : EUR 19.90 (DE), EUR 20.50 (AT), sfr 34.90

2 Grimm

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211 #Märchen an einem Tag

Die Herausgabe der märchenKinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm jährt sich am 20. Dezember 2012 zum 200. Mal.

Das nimmt jugendstil – kinder- und jugendliteraturzentrum nrw zum Anlass, an diesem Tag in verschiedenen Städten Nordrhein-Westfalens eine große Grimm-Märchen-Vorleseaktion zu bieten. In Kooperation mit Bibliotheken, sowie der ehrenamtlichen Tatkraft der Lesepaten können Jung und Alt am 20.12.2012 in der Stadtteilbibliothek Bilk von 14-19 Uhr einem Grimmschen Märchen lauschen. Doch nicht nur das! Jede Stadt wählt an diesem Tag ihr Lieblingsmärchen der Gebrüder Grimm. Das gewählte Lieblingsmärchen wird dann im Februar in einer Märchenerzählstunde von einem Märchenerzähler präsentiert. Kommt also vorbei, lauscht einem Märchen und gebt eure Stimme ab!

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