Jetzt ist die Selbstverbuchungstechnik in der Zentralbibliothek schon ein paar Wochen alt und trotzdem können mich Kunden noch mit ihrer Art, diese Technik teils intuitiv zu bedienen, überraschen.
Letzte Woche kniete eine ältere Dame vor einem Ausleihautomaten. Ich half ihr wieder auf die Beine und fragte besorgt, ob ich einen Krankenwagen rufen sollte. Sie verneinte schelmisch lächelnd und erklärte, dass sie nur mal unter die Ablage des Gerätes schauen wollte, um herauszufinden, wie der Automat es denn schaffte, einen Stapel Bücher zu identifizieren ohne alle Titel zu „sehen“, da die Medien ja alle übereinander lagen. Meine möglichst einfach gehaltene Erklärung, dass das Einlesen per Funktechnik funktioniere, hinterfragte die Kundin ausführlich. So habe ich ein echtes Fachgespräch mit dieser älteren Dame über die genauen Vorgänge in dem Automaten geführt. Sie war fasziniert und bedankte sich überschwänglich.

Ähnlich gelagert war der Fall zweier Jungen. Die beiden suchten die Kamera oberhalb des Ausleihautomaten wegen derselben Fragestellung: Wie schafft der Automat das? Woran erkennt er die Titel, die sie aufgelegt hatten?

Manchmal traut man den Geräten aber auch zuviel zu: Ein Kunde, dem bewusst war, dass er ein Buch zu spät abgab, legte das von ihm errechnete Versäumnisentgelt direkt mit dem Buch in den Rückgabeautomaten. Er meldete sich dann beim Personal, weil die Bezahlung der zwei Euro nicht auf seiner Quittung erschien. Zum Glück fand sich das Geldstück in der Sortieranlage wieder an und wurde ihm zum Zwecke des Einzahlens am – dafür vorgesehenen – Kassenautomaten ausgehändigt.

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