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Buchstabensuppe – Blog der Stadtbüchereien Düsseldorf

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Solche Tage

Graphic Novels zum Gedenken an den 11. September

tür

Am diesjährigen 11. September jährt sich zum 15. Mal die durch vier Flugzeugentführungen ausgelösten Terroranschläge in den USA. In der Graphic Novel „Im Schatten keiner Türme“ verleiht Art Spiegelman dem Grauen und Schrecken dieser Terroranschläge einen außergewöhnlichen ästhetischen Ausdruck. Das Werk steht in der Zentralbibliothek unter der Signatur Icg Im Weiterlesen ->

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#Lesetipp – zum 14. Juli

Buchcover

Flurin von Salis: Der Mont Ventoux

Ein absoluter Höhepunkt jeder „Tour de France“ ist die Etappe am französischen Nationalfeiertag, am 14. Juli. Dieses Jahr endet die Etappe erneut am „Giganten der Provence“, dem Mont Ventoux. Spannung ist mithin wieder zu erwarten. Weiterlesen ->

Tschernobyl

tschernoVor dreißig Jahren, am 26. April 1986, ereignete sich die bislang schwerste und folgenreichste Katastrophe in einem Kernkraftwerk. Dreißig Jahre vorher, im Jahr 1956 hat der Philosoph Günther Anders, ausgelöst durch die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki, im dem ersten Band seines Werkes Die Antiquiertheit der Menschheit analysiert, dass ein prometheisches Gefälle zwischen dem menschlichen Vermögen und den von den Menschen konstruierten Maschinen bestehe, das es unmöglich mache, die Technik in ihren Auswirkungen intellektuell und emotional vorherzusehen und zu beherrschen. Auf grausame und tragische Weise wurden seine Thesen durch die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl bestätigt. Swetlana Alexijewitsch, die Nobelpreisträger des Jahres 2015, hat in ihrem Buch Tschernobyl. Eine Chronik der Zukunft, das vor zehn Jahren erstmals in deutscher Sprache erschien, das Leiden der Menschen, die im Umkreis des zerstörten Atomkraftwerkes lebten, dokumentiert, indem sie ihnen zuhörte und ihre Worte aufschrieb.

Natacha Bustos und Francisco Sánchez erzählen in ihrer 2016 erschienen Graphic Novel Tschernobyl. Rückkehr ins Niemandland die Geschichte einer Familie, die infolge der Katastrophe gezwungen wurde, ihr bisheriges Leben radikal zu verändern. Ohne viele Worte, präzise und einfühlsam gezeichnet werden Lebensträume und deren vollständige Zerstörung in der Familie aus drei Generationen durch den Reaktorunfall dargestellt.

In der Zentralbibliothek steht die Graphic Novel steht in der Zentralbibliothek unter der Signatur Icg Tscher, das Werk von Günther Anders unter der Signatur Ekp 1 Anders, das Werk von Swetlana Alexijewitsch unter der Signatur Wfl 5 Alexij

(kph)

Πάντες ἄν­θρω­ποι τοῦ εἰ­δέ­ναι ὀ­ρέ­γον­ται φύ­σει – Alle Menschen streben von Natur aus nach Wissen

Rafael: La scuola di Atene (Ausschnitt mit Platon und Aristoteles)
Rafael: La scuola di Atene (Ausschnitt mit Platon und Aristoteles)

„Alle Menschen streben von Natur aus nach Wissen“, mit diesem Satz beginnt der wohl folgenreichste Text der Philosophie. Der Satz ist ein Fanal. Wissen und der Zugang zur Erkenntnis sowie das Wissen um genau diesen Sachverhalt war fortan keine exklusive Domäne der Herrschenden in der antiken Sklavenhaltergesellschaft, sondern gehörte fortan zur conditio humana.

2016 gedenken wir nicht nur der 400. Todestage von Miguel de Cervantes und William Shakespeare, sondern auch des 2400. Geburtstages von Aristoteles, der 384 vor Christus in Stagira geboren wurde. Als bedeutendster Schüler von Platon folgte er seinem Lehrer aber nicht als Nachfolger in dessen Akademie, sondern gründete seine eigene Schule. Bereits in dem Umstand zeigt sich ein erheblicher Unterschied zu Platon. Während dieser als Bürger von Athen Grundeigentum erwerben konnte, war dies Aristoteles als Migrant, als Metöke verwehrt. Obwohl er als Erzieher von Alexander an den makedonischen Königshof geholt worden war, blieb seine gesellschaftliche und politische Stellung in Athen, dem geistigen Zentrum der antiken Welt, inferior. Kein Sklave, aber auch kein Bürger, zwar wohlhabend, aber nur geduldet, nur ein Zugereister, ein Reisender in der realen wie der geistigen Welt.

Die Beschreibung von Aristoteles als Universalgelehrtem greift zu kurz. Gottfried Wilhelm Leibniz, dessen 300. Todestag wir auch in diesem Jahr gedenken, war der letzte Universalgelehrte im dem Sinne, dass er alle wissenschaftlichen Disziplinen seiner Zeit überblickte, beherrschte und in allen neue Erkenntnisse erlangte. Aristoteles war mehr als ein Universalgelehrter in diesem Sinne, er gründete viele uns heute bekannte Wissenschaften wie Biologie und Physik, Ethik und Logik, Poetik und Wissenschaftstheorie, Hermeneutik und Politologie, er schuf ein umfangreiches Vokabular wissenschaftlicher Begriffe, die wir heute immer noch verwenden. Seine Erkenntnismethoden unterschieden sich dabei vielfach nicht grundlegend vor den heutigen: Er untersuchte und kritisierte die Meinungen seiner Zeitgenossen und Vorgänger durch Diskussionen und Lektüre, er beobachtete, er experimentierte, er schuf neue Begriffe für die erkannten Sachverhalte, er veröffentlichte seine Erkenntnisse, er lehrte. Anders als bei Platon sind uns aber von seinen Schriften lediglich seine Vorlesungsmanuskripte überliefert. Die Lektüre dieser nicht für eine Veröffentlichung vorgesehenen Werke ist nicht immer einfach, aber wir können in ihnen seine Denkwege sowie sein Ringen um Erkenntnisse und Wahrheiten heute noch nachvollziehen, u.a. weil er seine Erkenntnisse Revisionen unterzog, die sich in den Texten nachweisen lassen.

Alle Menschen streben von Natur aus nach Wissen, ein Satz, der neben seiner deskriptiven auch eine normative Bedeutung hat. Auch für uns ist er ein immerwährender Ansporn, den Zugang zu Wissen allen Menschen offen zu halten.

Zahlreiche Werke von und über Aristoteles befinden sich in der Zentralbibliothek unter der Signatur Lbn 1 Aristo

(kph)

P.S. Heute gibt es sogar noch mehr zu feiern als Aristoteles, Cervantes und Shakespeare: Den 500. Jahrestag des bayerischen Reinheitsgebots für Bier. Dazu gibt es ein schönes Zitat von Rabbi Amemar: „Bier ist der Wein dieses Landes“.

Umberto Eco – Lector in fabula

imageDer italienische Schriftsteller, Literaturwissenschaftler und Philosoph Umberto Eco ist gestorben. Weltberühmt geworden durch seinen Roman „Der Name der Rose“, der von vielen als erster postmoderner Roman bezeichnet wird, war Umberto Eco einer der angesehensten Intellektuellen der letzten fünfzig Jahre. Mit seinen theoretischen wie auch belletristischen Werken schaffte er immer, sowohl Kenner wie auch allgemein Interessierte für ästhetische und gesellschaftliche Fragen zu interessieren und zu beeindrucken. Liebhabern von Büchern und Benutzern von Bibliotheken erinnern sich gerne an sein 1987 erschienenes schmales Buch „Die Bibliothek“, in dem er seine Vorstellungen einer idealen Bibliothek beschrieb. Einen Schriftsteller ehrt man am besten durch Lektüre und Diskussion seiner Bücher und Texte. Eine breite Auswahl seiner Werke, u.a. „Der Name der Rose“, „Das Foucaltsche Pendel“, „Baudolino“ oder „Der Friedhof von Paris“ ist sowohl gedruckt wie auch digital bei den Stadtbüchereien vorhanden. (kph)

13. Dezember 1975 – Horses von Patti Smith erscheint

Bild1111Als vor vierzig Jahren, am 13. Dezember 1975, die erste Schallplatte Horses von Patti Smith erschien ahnten nur wenige, welchen Einfluss diese Schallplatte erlangen würde. Produziert von John Cale, dem Bassisten, Bratschisten und Keyboarder von The Velvet Underground, aufgenommen in den von Jimi Hendrix gegründeten Electric Lady Studios mit der Covergestaltung ihres Freundes Robert Mapplethorpe wurde ihre Debütschallplatte mit der ihr eigenen Mischung aus Lyrik, Punk und Rock zur Initialzündung der amerikanischen und europäischen Punk und New Wave-Musik.
Titel wie Gloria, Redondo Beach, Birdland und Land zeigen mit ihrer musikalischen Vielfalt auch ihre Zeitlosigkeit. Sie zählen zum langjährigen Repertoire sowohl der Rock- wie auch der Lyrikperformances von Patti Smith. Die diesjährige Tournee anlässlich des Jubiläums hat gezeigt, dass die Musik von Horses nichts von ihrer Energie, Lebensfreude, Spontanität und Subversion verloren hat, auch dank der kongenialen Musiker Lenny Kaye und Jay Dee Daugherty, die seit vierzig Jahren mit ihr zusammen spielen. Ganz zu Recht wird Horses zu den wichtigsten Alben der Musikgeschichte gerechnet, es befindet sich unter der Signatur Tr 1 Smit,P in der Musikbibliothek. (kph)

Literatur ist Erinnerung. Zum Nobelpreisverleihung an Svetlana Alexijewitsch

(https://de.wikipedia.org/wiki/Swetlana_Alexandrowna_Alexijewitsch#/media/File:Swetlana_Alexijewitsch_2013.jpg)
(https://de.wikipedia.org/wiki/Swetlana_Alexandrowna_Alexijewitsch#/media/File:Swetlana_Alexijewitsch_2013.jpg)

Das literarische Werk der weißrussischen Autorin Svetlana Alexijewitsch ist einzigartig in der Literaturgeschichte. Sie gibt Menschen eine Stimme, die sprachlos gemacht wurden und selbst sprachlos geworden sind angesichts der Unterdrückung und Verfolgung während des 20. Jahrhunderts auf dem Gebiet der Sowjetunion. Sie zeigt authentisch, was die Menschen unter den Grauen des Bürgerkrieges, des Krieges und der Vernichtung sowie der von Menschen herbeigeführten Katastrophen empfinden und denken.

 

Dokumentarisch, montierend und multiperspektivisch – vor ihr haben schon andere Schriftsteller diese Stilmittel verwendet, um ihre Empathie mit den von geschichtlichen Ereignissen betroffen Menschen auszudrücken. Aber kein anderer verwendet diese schriftstellerische Technik und Einstellung so konsequent in dem gesamten Werk um auf Missstände aufmerksam zu machen wie Svetlana Alexijewitsch. Ob in Der Krieg hat kein weibliches Gesicht von 1985, Zinkjungen von 1989, Tschernobyl. Eine Chronik der Zukunft von 1997, Die letzten Zeugen. Kinder im Zweiten Weltkrieg von 2004 oder Secondhand-Zeit. Leben auf den Trümmern des Sozialismus von 2013, ihre Collagen zeigen in ihrer Vielstimmigkeit biographische Skizzen vom beschädigten Leben in Russland, Weißrussland und der Ukraine im blutigen 20. Jahrhundert. Dank des Nobelpreises für Literatur wird die Aufmerksamkeit nicht nur auf das Werk und die Person von Svetlana Alexijewitsch, sondern auch auf die bedrückenden Schicksale sehr vieler Menschen in Osteuropa gelenkt.

Die Werke von Svetlana Alexijewitsch sind in der Zentralbibliothek und der onlineBibliothek vorhanden. (kph)

Bon anniversaire Claude Lanzmann

https://de.wikipedia.org/wiki/Claude_Lanzmann#/media/File:Claude_lanzmann.jpg
https://de.wikipedia.org/wiki/Claude_Lanzmann#/media/File:Claude_lanzmann.jpg

Es gelingt nur wenigen Menschen, Zeitzeugen eines Verbrechens, Opfer wie Täter, zum Reden zu bringen. Claude Lanzmann gehört zu ihnen. Sein zwischen 1974 und 1985 gedrehter Film „Shoah“ zählt zu den wichtigsten Filmen über die Ermordung der europäischen Juden. Während der langjährigen Dreharbeiten zu „Shoah“ interviewte er 1979 auch Yehuda Lerner, einen Überlebenden des Aufstandes in dem Vernichtungslager Sobibor. Dieses Interview veröffentlichte er 2001 als Film „Sobibor, 14. Oktober 1943, 16 Uhr“. 2013 erschien der Film „Der letzte der Ungerechten“, das 1975 geführte Interview mit dem Rabbiner Benjamin Murmelstein über Theresienstadt. Neben der wichtigen Erinnerung an das Menschheitsverbrechen des Holocausts sind diese Dokumentarfilme auch Meilensteine in der Filmgeschichte geworden.

 

In seiner 2010 veröffentlichten Autobiographie „Der patagonische Hase“ erinnert sich Claude Lanzmann als Freund von Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre an die wichtigsten Ereignisse der blutigen 20. Jahrhunderts. Als Jude und Kommunist in der Resistance, als Journalist u.a. von Les temps moderne erlebte er zahlreiche Umbrüche hautnah mit. Obwohl er anfänglich stark von Jean-Paul Sartres Diktum geprägt war, wonach der Jude erst durch den Blick des Antisemiten geschaffen wurde, setzte er dem später entgegen, dass Juden keine Antisemiten benötigen, um zu existieren. Heute vor 90 Jahren, am 27. November 1925, wurde Claude Lanzmann in Paris geboren. Bon anniversaire, herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, עד מאה ועשרים, Ad meah-we’esrim. (kph)

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag

Foto: privat
Foto: privat

Bedeutende Künstler prägen ihre Stadt. Dies galt in der Vergangenheit, dies gilt aber auch für die Gegenwart. Ob das Heinrich-Heine-Monument am Schwanenmarkt, das Kolbe-Kreuz an der Rochuskirche in Pempelfort, das Stadterhebungsmonument am Burgplatz, das Josef-Monument am Josefsplatz in Oberbilk, das Friedrich-Spee-Epitaph an der St. Suitbertus Basilika in Kaiserswerth, das Hoppeditz-Denkmal am Haus des Karnevals in der Altstadt, das Heinrich-Heine-Denkmal an der Universität – die Plastiken und Skulpturen von Bert Gerresheim kennen alle in Düsseldorf. Einige Skulpturen waren bei ihrer Aufstellung sehr umstritten, weil sie die gängigen Erwartungen und Vorstellungen durchbrachen. Dabei zeugt seine bevorzugte Vexiertechnik immer von der sehr intensiven Auseinandersetzung mit dem Dargestellten und dem Ort der Aufstellung. Die zahlreichen bruchstückhaft eingefügten Bezüge zu anderen, nicht nebensächlichen Aspekten des jeweils Dargestellten erfordern eine sehr genaue Betrachtung, um die Kritik und auch die Ironie wahrzunehmen. Die in Bronze gefertigten Skulpturen erfahren so eine Leichtigkeit, die bei jedem Betrachten andere Aspekte hervortreten lassen.

Heute, am 8. Oktober, gratulieren wir Bert Gerresheim sehr herzlichen zu seinem 80. Geburtstag. Möge er uns durch weitere Skulpturen zur Mitmenschlichkeit anregen. (kph)

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