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Buchstabensuppe – Blog der Stadtbüchereien Düsseldorf

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Geschichte

#Holocaustgedenktag Patrick Modiano: Dora Bruder

20150127Eine Suche. Eine Suche auf Grundlage einer alten unscheinbar wirkenden Zeitungsanzeige. Eine Suche nach einer Person, die ein Opfer des größten Menschheitsverbrechens des 20. Jahrhunderts geworden ist. Der Literaturnobelpreisträger Patrick Modiano beschreibt in seinem 1997 erschienenen Buch „Dora Bruder“ minutiös den Versuch, einem Opfer der Shoah, der jungen französischen Jüdin Dora Bruder, ihr Leben, ihre Geschichte und damit auch ihre Würde wiederzugeben. Ausgehend von seiner Lektüre der Vermisstenanzeige vom 31. Dezember 1941 rekonstruiert Patrick Modiano in ständiger Reflexion auf seine eigenen Lebensumstände zu verschiedenen Zeiten als 1945 in Paris geborener Sohn einer flämischen Schauspielerin und eines italienisch-jüdischen Kaufmanns, der sich während der deutschen Besetzung von Paris versteckt hielt, aus den wenigen bekannten Dokumenten und Fakten die Lebensumstände der am 25. Februar 1926 geborenen Dora Bruder, die mit ihrem Vater Ernest Bruder und anderen Menschen am 19. September 1942 von Paris nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurde. Mit Dora Bruder und ihren Eltern erinnert Patrick Modiano an weitere ermordete Juden, wie den am 21. November 1902 in Odessa geborenen Kunsthistoriker Robert Tartakovsky, dessen ergreifenden Abschiedsbrief am 19./20. Juni 1942 er wiedergibt. In weiteren von Patrick Modiano zitierten Aktennotizen über deportierte Menschen wie Annette Zelmann, deren Rettung durch die Heirat mit Jean Jauvier von Jauviers Eltern durch Denunziation bei der Gestapo verhindert wurde, wird der systematische Entzug von Rechten und die damit verbundene Entmenschlichung in bürokratischen Prozess der Shoah sichtbar. Die Sympathie von Patrick Modiano gilt den Menschen, unter denen sich auch sein Vater befand, die rechtlos gemacht und daher gezwungen wurde „sich, um zu überleben wie Gesetzlose“ zu verhalten: „Das ist ihre Ehre. Und dafür liebe ich sie.“

Vor siebzig Jahren, am 27. Januar 1945, wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz von der Roten Armee befreit und die Shoah, der systematische Völkermord an den europäischen Juden vor aller Welt offenbar.

Das Buch „Dora Bruder“ steht in der Zentralbibliothek unter Bd Bruder Modian. Es ist auch als E-Book in der onlineBibliothek zugänglich.

(kph)

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Nachrichten aus dem Menschenschlachthaus

Für uns ist es heute kaum noch vorstellbar, mit welchen Emotionen vor genau hundert Jahren ein Krieg begrüßt wurde, der wie kaum ein anderer Krieg eine Epoche nicht nur in Europa beendete und der auch nach dem Kriegsende 1918 langfristige Folgen zeitigte, die wir auch heute noch bewältigen müssen.

Aber was waren das für Nachrichten, mit denen sich vor genau hundert Jahren Menschen über ihr unmittelbares Zeitgeschehen informierten? Können diese Nachrichten uns heute verständlich machen, warum viele Menschen 1914 den Krieg bereitwillig akzeptieren? Die Internetseite area – breaking history stellt die Nachrichtenlage vor hundert Jahren nach. Tag für Tag werden die Ereignisse von 1914 so präsentiert, als würden sie gerade eben passieren. Wissend um die sehr langfristigen Folgen lesen wir die Tagesnachrichten mit zunehmenden Schrecken. (kph)

Lesetipp zum 4. Juni: Philippe Ôtié, Li Kunwu: Ein Leben in China (3 Bände)

china1989 war nicht nur in Deutschland und Europa, sondern auch in vielen anderen Teilen der Welt ein folgenreiches Jahr.

In den drei Bänden der Graphic Novel „Ein Leben in China“ erzählen Philippe Ôtié und Li Kunwu, ein französischer und ein chinesischer Autor gemeinsam das Alltagsleben einer Familie in China von 1950 bis 2010. Die Auswirkungen der zahlreichen politisch motivierten Katastrophen und Terrormaßnahmen wie der größten von Menschen selbst verursachten Hungersnot in der Folge der Industrialisierungbestrebungen im „Großen Sprung nach vorn“ zwischen 1958 und 1961 oder des Terrors der „Kulturrevolution“ zwischen 1966 und 1976 auf das Leben dieser Familie werden ebenso erzählt wie die Auswirkungen der wirtschaftlichen Öffnung und Liberalisierung des Arbeits- und Handelsmarktes. Das Tian’anmen-Massaker am 4. Juni 1989, die blutige Niederschlagung der Reformbewegung mit ihren bis heute andauernden Folgen, wird in einer Reflexion der beiden Autoren über die Möglichkeit der Darstellung thematisiert, da es nicht unmittelbar von den Protagonisten erlebt wurde.

Alle drei Bände der Graphic Novel vermitteln mit ihren eindringlichen Zeichnungen in Schwarzweiß einen guten Einblick in das oft schmerzvolle, trotz vieler Hindernisse aber auch manchmal glückliche Leben einer chinesischen Familie in den letzten 65 Jahren.

Die drei Bände der Graphic Novel befinden sich unter der Signatur Icg Leben in der Zentralbibliothek.

„Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher / verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen“

Diese düstere Vorahnung, die Heinrich Heine in seinem 1820 geschriebenen Drama „Almasor“ schrieb, wurde vor 81 Jahren real. Als weiterer Schritt des Ausbaus der nationalsozialistischen Diktatur wurden seit März 1933 in zahlreichen Städten Bücher missliebiger Autoren verbrannt. Am 10. Mai 1933 fand als Höhepunkt die Bücherverbrennung in Berlin statt, bei der u.a. Bücher von Karl Marx, Heinrich Mann, Erich Kästner, Sigmund Freud, Erich Maria Remarque, Alfred Kerr, Carl von Ossietzky, Erich Mühsam und Kurt Tucholsky ins Feuer geworfen wurden. Oskar Maria Graf, dessen Bücher nicht verbrannt wurden, veröffentlichte am 12. Mai 1933 einen Zeitungsartikel, in dem er die Verbrennung seiner Bücher forderte:

„Und die Vertreter dieses barbarischen Nationalismus, der mit Deutschsein nichts, aber auch schon gar nichts zu tun hat, unterstehen sich, mich als einen ihrer „Geistigen“ zu beanspruchen, mich auf ihre sogenannte weiße Liste zu setzen, die vor dem Weltgewissen nur eine schwarze Liste sein kann!

Diese Unehre habe ich nicht verdient!

Nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!

Verbrennt die Werke des deutschen Geistes! Er selber wird unauslöschlich sein, wie eure Schmach!“

1964 – 2014. Die Babyboomer werden 50

Babyboomerk– In Deutschland kamen  1 357 304 Babys zur Welt – so viele wie nie zuvor und nie wieder danach seit dem Zweiten Weltkrieg.

– In der DDR rollt 1964 der erste „Trabbi“ Trabant 601 im VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau vom Band. Er wird bis 1991 fast 3 Mio mal produziert werden und hat eine Lieferzeit von 12 Jahren.

– Ein Liter Normalbenzin kostet 57,3 Pfennig.
– Der Preis für ein Maß Bier auf dem Oktoberfest beträgt 2,20 DM.

– Ludwig Erhard war Bundeskanzler.

– Heinrich Lübke war Bundespräsident.

– 1. FC Köln war deutscher Meister 😉

– Meister der DDR-Fußball-Oberliga 1964 war BSG Chemie Leipzig

– John Surtees war mit Ferrari Formel 1 Weltmeister.

– Es gab den spektakulären Postraub in Groß-Britannien. Eine 15-köpfige Bande raubte den Postzug aus – eine Beute von umgerechnet ca. 50 Mio Euro.

– Beliebte Vornamen für Kinder waren Sabine, Susanne, Martina und Thomas,   Michael, Andreas ….

Ist 1964 für euch nur erzählte und gelesene Geschichte aus einem vergangenen Jahrhundert?

Seid ihr selbst Babyboomer?

Wisst ihr etwas Spezielles aus dem Jahr? Teilt es mit uns!

Wir wollen hier in der nächsten Zeit immer wieder an Menschen, Hits, Filme und Bücher von 1964 erinnern.

100 Jahre Bücherei Gerresheim – morgen geht’s weiter

Veranstaltungsprogramm für Kinder und Erwachsene

100 Jahre Bücherei Gerresheim

Vor 100 Jahren, am 11. Oktober 1913 eröffnete in Gerresheim die VI. Städtische Bücher- und Lesehalle. Im Angebot waren 4.100 Bücher, 26 Zeitschriften und 10 Zeitungen. Die Bibliothek war im Erdgeschoss des neuen Schulgebäudes an der Straße „Unter den Eichen“ untergebracht. Dort konnten die Leser die Werke entleihen oder vor Ort lesen. Leiterin war die Bibliotheksoberinspektorin Elisabeth Jonen.

Am 18. März 1913 hatte die Düsseldorfer Stadtverordnetenversammlung die Errichtung der Gerresheimer Bücherei beschlossen und 14.000 Mark zur Anschaffung von Büchern, zur Erstellung von Katalogen und für das Mobiliar bewilligt. Die Bibliothek wurde dann 40 Jahre lang als Thekenbücherei mit einem großen Lesesaal geführt, d.h. den Lesern waren die Bücher nicht frei zugänglich, sondern sie mussten sie erst bei den Bibliothekarinnen erbitten, die sie dann für sie holten.1953 wurde die Bücherei zu einer modernen Freihandbibliothek umgebaut. 1970 zog sie in die Heystraße 4, ihren jetzigen Standort.

Die von außen eher unscheinbare Stadtteilbücherei zählt heute mit einem Bestand von 29.000 Medien und 230.000 Ausleihen im Jahr bei 4.500 angemeldeten Lesern zu den stärksten Niederlassungen der Stadtbüchereien Düsseldorf. Mit vielen Veranstaltungen, die oft in Kooperation mit den Gerresheimer Vereinen und Initiativen stattfinden, bereichert sie das kulturelle Leben im Stadtbezirk. Zur 100- Jahr-Feier gibt es im Herbst ein ganz besonderes Veranstaltungsprogramm für Kinder und Erwachsene.

Freitag, 11.10.2013, von 14 – 17 Uhr

Kinderschminken

Offene Tür
Kinderschminken für Groß und Klein mit Bianca Seidler

Bianca Seidler aus Neuss zaubert kleinen und großen Besuchern ein buntes Gesicht: ob man sich nun von leuchtenden Blumen, wilden Tieren, süßen Feen oder starken Superhelden inspirieren lässt, bleibt jedem selbst überlassen. Neben den farbenprächtigen Gesichtern wird Frau Seidler auch mit Ihrer Ballonkunst begeistern.

Freitag, 11.10.2013 um 19.30 Uhr

Bücherei Gerresheim

100 Jahre Stadtbücherei Gerresheim
Ausstellung: Zeitreise durch ein ereignis – reiches Jahrhundert

1913 bis 2013 – von Charleston bis Techno, vom Kaiser bis zur Kanzlerin, vom Stresemannanzug zum Casual Look. Diese 100 Jahre hatten es in sich: in Politik und Gesellschaft, in Kunst und Kultur. Die Ausstellung zum Jubiläum der Gerresheimer Stadtbücherei zeigt auf zehn Tafeln wie in einem Zeitraffer, was die Menschen in den Jahrzehnten seit 1913 bewegte. Die beiden Gerresheimer Historiker Hanno Parmentier und Peter Stegt führen mit ihren Thementafeln durch das Jahrhundert.

Freitag, 11.10.2013, um 20 Uhr

Der Rock 'n' Roll-König

Der Rock ’n‘ Roll-König
Ein musikalisches Märchen von Volker Kriegel, inszeniert vom Ratinger Tragödchen

Volker Kriegel war ein stilprägender Jazz-Rockmusiker und ein begnadeter Geschichtenerzähler und Illustrator. Im „Rock ’n‘ Roll König“ erzählt er von einem König, dem das Gitarrenspiel mehr am Herzen lag als das Regieren. Oft spielte er nachts allein auf seiner Gitarre die unvergäng – lichen Songs von den Beatles und den Rolling Stones. Leider mangelte es ihm an dem elementaren Gefühl für Rhythmus. Als er sich beim Hofkonzert wieder einmal hoffnungslos blamiert, versucht er sein Glück als Wandermusiker. „On the road“ macht er erfreuliche Bekanntschaften mit den wichtigsten Rockstars, feiert schon bald große musikalische Erfolge und wird als THE KING bekannt…
Das Ratinger Tragödchen präsentiert Musik und Literatur enthusiastisch und unterhaltsam in Stegreifmanier.
Text: Susanne Cano und Bernhard Schultz.
Musik mit der Royal Palace Band: Stephan Wipf, Andreas Küster, Olaf Guttler und Thomas Schneider.

Mittwoch, 23.10.2013, um 19.30 Uhr

Dr. Gabi Rüth

Literarischer Spaziergang
Romane und Erzählungen aus den letzten 100 Jahren – Aufgelesen und vorgestellt von Dr. Gabi Rüth

Wir laden ein zum literarischen Spaziergang mit der Literaturwissenschaftlerin und Journalistin Gabi Rüth. Sie wird Romane präsentieren, die in den letzten 100 Jahren für Wirbel gesorgt haben, in denen sich Zeitgeschichte spiegelt und die jeweils relevanten gesellschaftlichen Themen behandelt werden. Marcel Proust und Erich Maria Remarque sind dabei, und es gibt auch einen Ausflug auf B. Travens „Totenschiff“. Mit Hemingway geht es ins Paris der 20er Jahre. Günter Grass und die „Blechtrommel“ dürfen nicht fehlen, ebenso wenig wie George Orwell und sein bedrückend aktueller Roman „1984“. Im Jahre 1999 machte Michel Houellebecq mit dem Buch „Elementarteilchen“ auf sich aufmerksam, zwei Jahre später reiste Juli Zeh nach Bosnien. Welcher Roman für unser Jubiläumsjahr 2013 steht und die Gegenwart repräsentiert, bleibt noch ein Geheimnis.

Montag, 18.11.2013, um 19.30 Uhr

Harald Posny

„Das literarische Gerresheim“
Der Dichterkreis um Rektor Gustav Kneist in der „Villa Poggfred“ – Vortrag von Harald Posny in der Reihe „Dichter und ihr Werk“

Etwa ab 1896 bis Ende der 1920er Jahre trafen sich auf Einladung von Schulrektor Gustav Kneist Schriftsteller in der „Villa Poggfred“ an der Heyestraße. Dort lasen und diskutierten sie neue Werke. Zu den Autoren gehörten u. a. Richard Dehmel, Detlef von Liliencron und Alphons Paquét, aber auch Wilhelm Schäfer und Karl Röttger. Zusammen mit anderen begründeten sie das „Literarische Gerresheim“, einen Dichterkreis ähnlich dem der „Gruppe 47“ nach dem 2. Weltkrieg.

Mittwoch, 27.11.2013, um 19.30 Uhr

Schrift-Raum

„SCHRIFT – RAUM“
Kunstaktion Ben 06

Die beiden Lichtkünstler Werner Burkard & Christof Nikodemus (www.ben06.de) beschäftigen sich mit dem Phänomen der Schrift. Sie werden die Bücherei mit Schriftzeichen und Texten ausleuchten, so dass für den Betrachter das Medium Schrift auf ganz andere Weise erlebbar sein wird. Schrift und Raum werden eins.

Veranstaltungen und Aktionen unserer Kleinkunstbühne werden unterstützt von:

  • Werbe- und Interessengemeinschaft Gerresheim e.V.
  • Bürger- und Heimatverein Gerresheim e.V.
  • Kulturkreis Gerresheim, Grafenberg und Hubbelrath e.V.
  • Bezirksvertretung 07
  • Freundeskreis Stadtbüchereien Düsseldorf e.V.

Heute ist Welt-Hallo-Tag

Und damit wird nicht an den unvergesslichen Song von Lionel Richie erinnert.
Die Idee, die hinter dem Welt-Hallo-Tag steckt, ist, dass man statt der Anwendung von Gewalt lieber Kommunikation nutzt, um Konflikte und Auseinandersetzungen beizulegen. Ein „Hallo“ kann ein erster Schritt zu einem Kontakt sein.
Initiiert wurde der „World Hello Day“ 1973 von Brian und Michael McCormack als Reaktion auf den Jom-Kippur-Krieg. Während des Nahostkonfliktes war der Jom-Kippur-Krieg der vierte arabisch-israelische Krieg und begann mit einem Angriff Ägyptens und Syriens auf Israel am 6. Oktober 1973. Es war der höchste jüdische Feiertag – Jom Kippur. Mit diesem Krieg wurde die Ölkrise in den 70er Jahren ausgelöst.
Schade, dass ich jetzt einen aktuellen Bezug zur Gegenwart herstellen kann. Mir wäre es sehr viel lieber gewesen, der Artikel wäre hier zu Ende. Aber leider gibt es noch reichlich kriegerische Konflikte in der Welt.
Und ein „Hallo“ wird die aktuelle Gaza-Krise zwischen Israel und den Palästinensern nicht beenden. Aber wenn wir im Kleinen bei uns, unter uns, mal „Hallo“ sagten, auch wenn wir lieber einen Streit vom Zaun brechen würden…. Wenn es im Kleinen besser wird, vielleicht reicht es ja dann mal auch für die „Großen“, einfach mal „Hallo“ zu sagen.
Also: ein herzliches „Hallo“ euch allen! (kk)

 

Unglaublich, wie schnell man vergisst!

Kein Mitarbeiter dieser Bibliothek hat vor zwanzig Jahren noch Datumsstempel in Bücher gesetzt, damit der Leser wusste, wann er die Bücher zurück zugeben hat. WIR hatten da schon moderne Fristzettel! Das hier gezeigte Exemplar, das nun gefunden wurde, ist schon eine verfeinerte Variante des Ursprungszettels.

Wir legten halt bei der Verbuchung in jedes Buch ein Fristzettelchen. Unglaublicher Arbeitsaufwand und unglaubliche Papierverschwendung – jedenfalls aus heutiger Sicht….

Dann kam vor ein paar Jahren DIE Revolution: Quittungsdrucker! Sowohl das Personal als auch die Leser hatten anfangs ihre Probleme damit. Auf einmal gab es nur noch einen Zettel für die gesamte Ausleihe und nicht mehr für jedes Buch einen. ‚Wie soll man denn da den Überblick behalten?’
‚Und die Frist ist auch so klein gedruckt!!!’
‚Und das Thermopapier vergilbt ja nach sechs Monaten und ist gar nicht mehr lesbar!’
Alles in allem aber eine lohnende Entwicklung, weil man doch schnell merkte, wie vorteilhaft Medienlisten in Verbindung mit Fristen sind. Auch alte Fristzettel, die man vom Vorleser im Buch fand, stellten keine Grundlage für Herzinfarkte bei Lesern mehr dar.

Heute, wo Kunden ihre Medien selbständig an Automaten ausleihen und zurückgeben, von zu Hause oder sogar unterwegs im Internet Fristen verlängern und ihr Bibliothekskonto überwachen, sind Quittungen schon fast ein Relikt und überhaupt kein Thema mehr.

Ist Euch übrigens aufgefallen, wie sich auch die Bibliothekssprache verändert hat?
Der ‚Leser’ ist heute ‚Kunde’, die ‚Verbuchung’ die ‚Ausleihe’. Wir sprechen nicht mehr nur von ‚Büchern’, sondern von ‚Medien’. Und diese Entwicklung wird weitergehen. Ist es nicht spannend zu sehen, wohin?

Aber man vergisst sooo leicht…

 

 

Die Bibliothek geht neue Wege

Mir ist unklar, ob in anderen Firmen oder Instituten genauso darüber diskutiert wird, ob und wie man Web 2.0 in seinen Alltag integriert, wie in unserem Hause.
Wir diskutieren, wägen ab und versuchen zu erfassen, mit welchem Arbeitsaufwand man welchen Nutzen mit Facebook und Co. erzielen kann. Wir haben sogar dank der Unterstützung der Bezirksregierung die professionelle Hilfe eines Social-Media-Beraters in Anspruch genommen!

Da gibt es die KollegInnen, die Facebook, StudiVZ, Blogs, Twitter etc. viel privat nutzen. Diese verfolgen die Diskussionen nach Sinn und Zweck des Ganzen mit ungläubigem Kopfschütteln, da die Kommunikation über das Web für sie zum normalen Leben gehört. Dann gibt es diejenigen, die auch glauben, dass die virtuelle Begegnung mit Kunden immer wichtiger wird, aber nicht wissen, wie man so was anstellt. Zur dritten Gruppe gehören die Vorsichtigen, die keine oder sehr wenig Erfahrung mit social media haben, aber viele schlimme Sachen in der Zeitung gelesen haben, was da alles schief gehen kann und wer alles Daten über einen sammelt. Letztendlich die Konservativen, die sich gerade ans mobile Telefon gewöhnt haben, und auch nur eines haben, um damit Notrufe abzusetzen.

Ich bin froh, dass die unterschiedlichen Meinungen zu diesem Thema in dieser Bibliothek zu Wort kommen. Ich glaube, dass uns jedes Gespräch darüber zu einem bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit diesen Medien verhilft.

Die Argumentation „Das ist neu und modern und alle machen es“ greift genauso kurz wie „Wir sind bisher auch ohne ausgekommen – wir brauchen das nicht“. Wie meistens, liegt die Wahrheit wohl irgendwo dazwischen. Wir sollten weder jedem Trend hinterher hechten, noch alles Neue als Teufelszeug verdammen.

In meinen Augen sind das Internet und die Kommunikation im selben einfach nur die Weiterentwicklung des Telefons. Und ich kenne niemanden, der die Erfindung des Telefons und die damit verbundenen Annehmlichkeiten heute in Zweifel zieht. Auch wenn Ende des 19. Jahrhunderts dieses Telefonieren von vielen als unnütze Spinnerei abgetan wurde.

Wir haben den Schritt gewagt: Wir haben eine Facebook-Seite, diesen Blog und werden wohl auch Twitter bald erobern. Ich finde das spannend und bin neugierig, wie das Ganze seinen Lauf nehmen wird.

In zwanzig Jahren werde ich über diesen Artikel wahrscheinlich schallend lachen… 😉

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