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Buchstabensuppe – Blog der Stadtbüchereien Düsseldorf

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Auf eine Boullion

„Auf eine Bouillon mit Dr. Kamp“

bouillon1Unsere sechste Frage zur letzten Bouillon an Dr. Kamp: Im Vergleich zu anderen Öffentlichen Bibliotheken geht es den Stadtbüchereien im Kultur- und Bildungsangebot der Landeshauptstadt Düsseldorf ganz gut. Warum pflegen Sie immer noch einen Verein (Freundeskreis der Stadtbüchereien e.V.), der die Arbeit der Stadtbüchereien – auch finanziell – unterstützt?

Dr. Kamp: „Seit 1985, also seit fast 30 Jahren, wissen die Stadtbüchereien den Freundeskreis an ihrer Seite. Er unterstützt mit rund 150 Mitgliedern die Arbeit unserer Bibliotheken ideell und finanziell, in guten und in schlechten Tagen, wie es bei einer echten Freundschaft sein sollte. Der Freundeskreis fördert eigene Veranstaltungsreihen wie „Frisch gepresst“ oder das „Literarische Solo“, gibt daneben eine eigene Schriftenreihe heraus, die sich dem Musikleben der Stadt widmet. Schwerpunkt seiner Förderprojekte ist jedoch die Leseförderung. Projekte wie Xtra für Jungs oder der Leselöwe waren bzw. sind volle Erfolge. Wer kann auf solche guten Freunde verzichten? Und: Man kann jederzeit Freund oder Freundin der Stadtbüchereien werden. Informationen gibt es hier: http://www.duesseldorf.de/stadtbuechereien/information/freund.shtml

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„Auf eine Bouillon mit Dr. Kamp“

boillon4Unsere fünfte Frage zur Bouillon an Dr. Kamp: Bei den Stadtbüchereien gibt es inzwischen den „Lesegarten – die literarische Krabbelgruppe“ und auch den „Lesestart“. Ist es wirklich sinnvoll und nötig Kindern, die nicht wirklich etwas mit Buchstaben und Büchern anfangen können, bereits Veranstaltungsangebote zu machen?

Dr. Kamp: „Der Kontakt von Kindern zur Bibliothek und zu Medien kann aus meiner Sicht nicht früh genug erfolgen. Aus diesem Grund haben wir in den letzten Jahren unsere Angebote für Kinder im Alter von 1 – 4 Jahren – und natürlich deren Eltern – gezielt ausgebaut. Und der Erfolg – sprich die Nachfrage – gibt uns hier doch offensichtlich recht. Unsere „literarischen Krabbelgruppen“ sind stets über Monate hinaus ausgebucht. Auch die Anbindung von „Elternbibliotheken“ an die „Lesegärten“, unser Medienangebot für die ganz Kleinen, war ein voller Erfolg. Und nun in Zahlen: In den letzten sieben Jahren haben wir einen Zuwachs an ganz jungen Kunden um 150 Prozent verzeichnet. Für viele Eltern ist die frühe Anmeldung ihres Kindes bei einer Stadtbibliothek eine grundlegende Aussage zur persönlichen Erziehungsvorstellung – auch wenn die Einschulung noch lange warten muss.“

„Auf eine Bouillon mit Dr. Kamp“

Foto 4-1Unsere vierte und Gretchenfrage zur Bouillon an Dr. Kamp (seht ihr? Wir können auch Literaturzitate ;)): Wie halten Sie persönlich es mit eBooks und eReadern? Lesen sie elektronisch? Oder sind sie beim Papier geblieben?

Dr. Kamp: „Ich gebe zu, ich bin beim gedruckten Buch geblieben, auch wenn bei mancher Urlaubsfahrt der Kofferraum zu bersten droht. Natürlich habe ich auch das „elektronische“ Lesen ausprobiert und kann die vielen Vorteile der onlineBibliothek „herunterbeten“. Aber: Das private Lesen ist für mit reine Muße. Da gibt es keine Eile und auch keinen Mangel. Und: Das neue Bestellverfahren unserer Stadtbüchereien für ausgeliehene Bücher ist auch sehr komfortabel.“

„Auf eine Bouillon mit Dr. Kamp“

Unsere driFoto 5tte Frage zur Bouillon an Dr. Kamp: Warum wohl kommen die Menschen noch in Bibliotheken? Im Internet bekommt man doch fast alle Antworten? Und das, ohne einen Fuß vor die Tür zu setzen.

Dr. Kamp: „Die Bibliothek als Ort der Kommunikation, als Lernort, als Ort der Inspiration wird immer wichtiger. Eine Erkenntnis übrigens, die nicht nur für Stadtbüchereien, sondern für Universitätsbibliotheken gleichermaßen gilt. Im letzten Jahr zählten die deutschen Bibliotheken zusammen weit mehr als 200 Millionen Besucherinnen und Besucher. Von daher halte ich es für sehr wichtig, dass Bibliotheken sich auch räumlich wandeln, ihre Aufenthaltsqualität verbessern. Das neue Lesefenster in unserer Zentralbibliothek wie auch das neue Lernstudio sind ein voller Erfolg und weisen in diese Richtung. Nicht zuletzt kann eine Bibliothek mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern natürlich und ganz besonders dabei helfen aus den vielen Antworten, die das Internet liefert, die eine Antwort herauszufinden, die einem mit seiner Frage weiter hilft.“

„Auf eine Bouillon mit Dr. Kamp“

Foto 2-5Unsere zweite Frage zur Bouillon an Dr. Kamp:

Stadtteilbüchereien und Zentralbibliothek – ist das für Sie wie eine Familie mit konkurrierenden Geschwistern? Braucht eine Stadt wie Düsseldorf so viele Bibliotheken?

Dr. Kamp: „Der Begriff Familie ist sehr gut gewählt. Zentralbibliothek und Stadtteilbüchereien ergänzen sich in einem Gesamtsystem wie ältere und jüngere Geschwister. Konkurrenten sind sie allerdings nicht. Dafür sind sie auch zu unterschiedlich.

Zur zweiten Frage: Braucht eine Stadt wie Düsseldorf so viele Bibliotheken? Unbedingt Ja! Wie in vielen anderen Kommunen wurde in Düsseldorf Mitte der 90er Jahre die Frage von Zentralität und Dezentralität für Bibliotheken auch unter finanziellen Gesichtspunkten politisch diskutiert. Die Entscheidung zugunsten der Dezentralität – also für den Erhalt von Standorten – war im Nachhinein richtig und weise. Man denke nur an die älter werdende Gesellschaft, für die ein ortsnahes Angebot ideal ist. Für Kinder und Familien gilt dies natürlich auch.“

„Auf eine Bouillon mit Dr. Kamp“

Foto 3-4Wir möchten euch mit dieser kleinen Serie unsere Stadtbüchereien und unseren Chef ein bisschen näher bringen.
Und eigentlich hatten wir die Vorstellung, dass diese Serie ganz schick „Auf einen Espresso…“ oder „Auf einen Kaffee…“ … mit Dr. Kamp heißen soll. Aber unser Chef liebt nun einmal die Bouillon aus dem Heißgetränkeautomaten – also wird es herzhaft.

1. Unsere erste Frage zur Bouillon an Dr. Kamp:
Warum steht jetzt überhaupt der Getränkeautomat mit Kaffee, Kakao, Tee und Bouillon im Lesefenster der Zentralbibliothek? Warum haben wir Lesecafés in den Stadtteilbüchereien? Geht es nicht nur um das Bücherausleihen? Um Information? Um Ruhe?

Dr. Kamp: „Wir wollen ein Stück mehr Aufenthaltsqualität schaffen. Die steigenden Besucherzahlen verdeutlichen uns, dass sich bei uns immer mehr Menschen zum Lernen, Lesen und Entspannen länger aufhalten möchten – eine reine Abholstation für Bücher und Medien nur zum Ausleihen sind wir längst nicht mehr. Wir möchten uns hier in der Zentralbibliothek und auch in den Stadtteilbüchereien als erlebbaren Raum für unsere Besucher etablieren. In Zeiten, in denen jeder Mensch durch Smartphone und Tablets die Möglichkeit hat, überall, also von festen Räumen unabhängig, Informationen zu bekommen und zu kommunizieren, ist es gerade für Bibliotheken wichtig, sich nicht nur als reine Ausleih- bzw. Informationsorte darzustellen. Wir wollen mehr und wir können mehr. Mit unseren online-Angeboten erreichen wir unsere Kunden unabhängig vom Standort und Öffnungszeiten. Auch wenn es paradox klingt: gerade deswegen ist es wichtig, dass die Stadtbüchereien Orte sind, an denen die Menschen sich gerne aufhalten.“

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