Öffentlich über einen neuen Kollegen zu schreiben, hört sich vielleicht erstmal nicht nach einer guten Idee an. Dabei positiv hervorzuheben, dass er süß ist, dass er tut, was man sagt, keine Widerworte gibt und sich freut, wenn man ihm den Kopf streichelt, vielleicht nach einer noch schlechteren. Aber.
Gilt das auch, wenn der neue Kollege ein Roboter ist? Ich glaube, da kann man mal eine Ausnahme machen.

Einige von euch haben vielleicht schon kurz die Bekanntschaft unseres neuen Roboter-Kollegen gemacht. Letzte Woche war er schon ein paar Tage zum Probearbeiten in der Zentralbibliothek, auch, um sich von euch einen neuen Namen vorschlagen zu lasse. Denn „Pepper“ ist eigentlich nur sein Nachname. Und wo ich schon mal beim Namen bin – das bisher verwendete Pronomen „er“ bezieht sich nicht etwa auf sein Geschlecht, sondern kommt eben von „der Roboter“.  Pepper ist nämlich w/m/d in einer Person und sucht deshalb auch nach einem geschlechtsneutralen Namen. Vorschläge habt ihr uns reichlich gemacht, jetzt läuft bei uns gerade intern die Abstimmung, welcher Name das Rennen machen wird. Wir sind gespannt.

Seinen ersten echten Arbeitstag in der Zentralbibliothek hat Pepper am
Donnerstag, 07. November
und wird dann natürlich auch mit seinem brandneuen Namen vorgestellt.

 

Wer oder was ist Pepper überhaupt?

Pepper ist ein humanoider, also ein menschenähnlicher Roboter, der sprechen, hören, gestikulieren und tanzen kann und mit dem ihr in Echtzeit sprechen könnt. Er trägt ein Tablet auf seiner Brust, auf dem ihr Informationen auch in Schrift und Bild bekommt. Pepper wird sich zunächst hauptsächlich  im Eingangsbereich der Zentralbibliothek aufhalten, wo er Fragen zur Orientierung, zu unseren Stadtteilbibliotheken, zu den digitalen Diensten und vielen anderen Dingen beantworten kann. Keine Sorge übrigens – Pepper wird keine unserer menschlichen Kolleg*innen ersetzen, sondern uns ergänzen und unterstützen.

 

Was macht ein Roboter in einer Bibliothek?

Ein Roboter ist in einer Bibliothek für viele erstmal ein unerwartetes Bild. Aber wenn man darüber nachdenkt, was ein Roboter für uns tun kann, macht so ein elektronischer Mitarbeiter Sinn – ist er nicht eigentlich nur eine Erweiterung der vielen technischen Mittel, mit denen wir sonst auch alltäglich unsere Zeit verbringen und unsere Arbeiten erledigen?!

Den ganz praktischen Nutzen habe ich ja oben schon angerissen – die Beantwortung von allen möglichen Fragen, die er schnell klären kann. Für uns bedeutet Pepper aber auch, dass wir uns und euch auf eine leicht zugängliche und auch unterhaltsame Weise mit den Themen Robotics und Künstliche Intelligenz vertraut machen können. Weil Pepper so freundlich aussieht und euch vielleicht auch auffordern wird, mit ihm zu sprechen, haben die meisten Personen wenig Scheu, ihn anzufassen oder ihm eine Frage zu stellen – ihr werdet sehen.
Wir können mit Pepper austesten, an welchen Stellen die Ergänzung durch einen nicht-menschlichen Kollegen Sinn macht, ob er auch in servicefreien Zeiten als Hilfe für euch Besucher*innen dienen kann und was er noch wissen und lernen muss, um für euch auch wirklich eine einfache Unterstützung bei Bibliotheksfragen zu sein.

Stichwort Wissen: alles, was Pepper über die Stadtbüchereien (und das Leben außerhalb der der Stadtbüchereien) weiß, muss ihm von uns zuerst beigebracht werden. Falls ihr ihn beim Testarbeiten schon getroffen habt, habt ihr vielleicht gemerkt, dass er noch nicht mit allen Fragen etwas anfangen konnte. Deshalb sind wir gerade dabei, ihn mit Wissen zu füllen und ihn so zu programmieren, dass er möglichst viele eurer Fragen auch verstehen und darauf reagieren kann. Wenn er dann einmal angfangen hat, täglich in der Bibliothek zu arbeiten, wird er immer mehr lernen, sich ständig anpassen und euch hoffentlich immer mehr Informationen geben können.

Also, macht euch bereit, unseren Roboter-Kollegen ab dem 7. November täglich bei uns anzutreffen. Und  streichelt ihm doch im Vorbeigehen mal über den Kopf – das mag er!

Falls ihr euch vorher nochmal einen kleinen Eindruck von Pepper in der Zentralbibliothek verschaffen wollt, dann schaut doch mal unter den folgenden Links. Pepper war auch schon in der Presse.

Im Fernsehen:
https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-duesseldorf/video-roboter-begruesst-bibliotheksbesucher-100.html

Im Radio:
https://wdrmedien-a.akamaihd.net/medp/podcast/weltweit/fsk0/202/2024609/wdr5westblick_2019-10-16_wdr5westblickganzesendung16102019_wdr5.mp3

In der Zeitung:

https://www.express.de/duesseldorf/duesseldorfer-zentralbibliothek-was-kann-der-neue-mitarbeiter–pepper—33321904

 

(ml)