Paolo Cognetti: Acht Berge
Von den Bergen geht schon immer für viele Menschen eine Faszination aus, der sie sich ihr Leben lang nicht entziehen können. So ist es auch bei Pietro und Bruno, jedoch bei beiden auf ganz unterschiedliche Weise. Pietro erlebt die Berge das erste Mal mit zwölf Jahren, als
er mit seinen Eltern in das Monte-Rosa-Massiv in Urlaub fährt. Dort trifft er auf den gleichaltrigen Hirtenjungen Bruno, der dort in der rauen Natur der Berge zuhause ist. Die beiden Jungen erkunden zusammen die Natur und die verlassenen Häuser des Bergdorfs. Sie bleiben Freunde und verlieren sich auch als Erwachsene nicht aus den Augen, obwohl sie
getrennte Wege gehen. Pietro zieht es als Dokumentarfilmer in die Welt hinaus, während Bruno sein Heimatdorf nicht verlässt.
Die Liebe zu den Bergen ist eines der Hauptthemen dieses Romans, aber auch die lebenslange Freundschaft zwischen Bruno und Pietro, die Beziehung der beiden zu Pietros Vater und die Suche nach Glück. Was ihn so besonders macht ist die Darstellung von Brunos Heimat, etwa wenn Paolo Cognetti in knappen Worten die Umgebung des Bergdorfes beschreibt
oder die Besteigung eines Viertausenders. Auf großartige Weise verwebt er dabei die Schilderung der Natur mit dem Erleben seiner Protagonisten. Sowohl auf Pietro und Bruno als auch auf Pietros Vater üben die Berge eine spürbare Anziehungskraft aus. Dies so deutlich hervortreten zu lassen konnte dem Autor sicher nur deswegen gelingen, weil er selbst überwiegend auf einer Hütte in 2000 Metern Höhe lebt
und die Bergwelt sehr genau kennt. Er schildert die karge Natur nicht als Paradies, sondern zeigt sie sowohl in ihrer Schönheit als auch in ihrer Unbezwingbarkeit.
Der Roman ist unter der Signatur Z Cognet (-) in der Zentralbibliothek und in den Stadtteilbüchereien Benrath, Garath, Unterbach und Kaiserswerth vorhanden.
Christel Mewes
Leiterin der Stadtteilbücherei Benrath

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