Aus unserem aktuellen Jahresbericht 2018.

Von Frauke Erus, Martina Leschner, Stephan Schwering

„Menschen und ihre aktuellen Lebenswirklichkeiten stehen im Mittelpunkt aller Arbeit der Zentralbibliothek.“ So lautet ein Kernsatz der Vision 2020 der Stadtbüchereien Düsseldorf. Bei den Planungen für die neue Zentralbibliothek im KAP1, die im ersten Halbjahr 2021 eröffnet werden soll, werden daher auch die Bürgerinnen und Bürger mit ihren Wünschen, Anliegen und vor allem ihrem Knowhow beteiligt. In verschiedenen Foren und Formationen bekamen sie 2018 Gelegenheit, sich in den Planungsprozess einzubringen. Ihre Anregungen und Bedürfnisse fließen fortlaufend in die Entwicklung des neuen Standortkonzeptes ein.

Exklusive Vorstellung der Planungen bei den Förderern: Freundeskreis Stadtbüchereien Düsseldorf e. V.
Als erste Externe überhaupt bekamen die engsten Unterstützerinnen und Unterstützer der Stadtbüchereien Düsseldorf einen Einblick in die Ideen und Planungen für die neue Bibliothek im KAP1. Bibliotheksdirektor Dr. Norbert Kamp präsentierte sie ihnen persönlich und stellte sich ihren interessierten Fragen. Die Reaktionen waren überaus positiv. Der Freundeskreis wird nicht nur den Entstehungsprozess begleiten, sondern sich sicherlich auch an der Eröffnung beteiligen.

 

Architekt Stefan Schrammelstellt bei einer Führung durchdie Baustelle den Mitarbeiterinnenund Mitarbeitern derStadtbüchereien die Pläneder zukünftigen Zentralbibliothekvor

Mitarbeiterpartizipation – Vorstellung der ersten Entwürfe durch das Architekturbüro Schrammel (Augsburg)
Am 8. März 2018 stellte das Architekturbüro Schrammel die Innenraumplanung allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtbüchereien vor. In ersten Plänen und
Visualisierungen konnte das Architekturbüro verdeutlichen, wie sie die inhaltliche Arbeit der Kolleginnen und Kollegen in den Projektgruppen und die Vision 2020 umgesetzt haben. Die Ergebnisse stießen auf viel positive Resonanz. Auch in die weiteren Detailplanungen werden die Kolleginnen und Kollegen mit ihrem Fachwissen eingebunden.

Bürgerpartizipation an der Entwicklung KAP1 – Bürgergespräch bei Dr. Kamp

Wer sich an einer Fotoaktion der Stadtbüchereien Düsseldorf bei Facebook beteiligt hatte, konnte ein exklusives Gespräch mit dem Direktor der Stadtbüchereien, Dr. Norbert Kamp, und dem Leiter der Zentralbibliothek, Stephan Schwering, gewinnen. Bei Kaffee und Kuchen wurden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern exklusiv vorab das Konzept, erste Entwürfe und Pläne für die neue Bibliothek im KAP1 präsentiert.

Eine Traum-Bibliothek

Bau dir deine Traum-Bibliothek – Beteiligung von Jugendlichen mit LEGO®Serious-Play®

In der neuen Zentralbibliothek im KAP1 wird es erstmalig einen Raum nur für Jugendliche geben – ein lange erwünschtes Desiderat der Bibliothek und der Zielgruppe selbst. Um diesen Raum optimal zu gestalten, wurden Jugendliche – eine 8. Klasse der Joseph-Beuys-Gesamtschule – zu ihren Wünschen und Ideen befragt. Mit Hilfe der Methode LEGO® Serious Play® entwickeln sie frei und ohne Vorgaben ihre Konzepte für einen Bibliotheksraum, in dem sie sich wohlfühlen und den sie gerne aufsuchen würden. Die Jugendlichen bauten mit LEGO®-Steinen mehrere Modelle mit ihrer Sicht auf die vielfältigen Aspekte ihrer Wunschbibliothek – mit zum Teil über-raschenden Ideen. Das Ergebnis ist keine konkrete Wunschliste für Möbel oder Medien, sondern vielmehr tiefgreifende Erkenntnisse über die Wünsche und Bedürfnisse der Jugendlichen. Besonders wichtig ist ihnen ein geschützter, gemütlicher Raum, in dem sie sich allein oder mit ihren Freunden aufhalten können – natürlich ohne Erwachsene.
Die Ergebnisse des Workshops liegen dem Architekturbüro Schrammel vor und werden in die weiteren Planungen einbezogen.

Lernort Bibliothek – Beteiligungen von Lehrerinnen und Lehrern

Die neue Zentralbibliothek wird mit der Ausstattung von 600 Arbeitsplätzen, 10 Lernboxen und Rechercheräumen einen Schwerpunkt beim Lernort Bibliothek setzen. Um diesen optimal zu gestalten, wurden Lehrerinnen und Lehrer in einem Workshop nach ihren Bedürfnissen und Wünschen für eine optimale Lernumgebung gefragt, die in die Planungen mit einbezogen werden. Zu einer optimalen Lernatmosphäre gehören demnach für die Zielgruppe neben Treff-punkten zum Austausch und Diskurs auch Rückzugsorte in der Bibliothek, die auch eine natürliche Atmosphäre (grün) vermitteln beziehungsweise so gestaltet sein sollten. Spielerische Lernangebote und digitale Lernparcours sollten sich überall in der Bibliothek wiederfinden, im Grunde also eine Bibliothek, die von Gamification Elementen geprägt ist.

 

Digital Innovation Hub Düsseldorf/Rheinland GmbH

Smart City Challenge Düsseldorf – Beteiligung der digitalen Community

Im September konnte die Zentralbibliothek an der Smart City Challenge Düsseldorf teilnehmen und das Ziel einbringen, neueste digitale Ausstattung und Services bei der Eröffnung 2021 anbieten zu können. Bei der Praxiskonferenz Smart City Challenge mit einem Pen & Paper Hackathon wurden von Startups und Experten digitale Lösungen für aktuelle Herausforderungen erarbeitet. Im Vordergrund stand die Entwicklung einer App für die Stadtbüchereien, die vor allem die

Brainstorming bei der Smart City Challenge

Orientierung im Raum mit dem eigenen Smartphone ermöglicht. Darüber hinaus soll die App digitale Gewohnheiten in der Bibliothek abbilden (Kundenzufriedenheit), Lösungen bieten, die überraschen, und die Bibliothek zu einem Anziehungspunkt und inspirierenden digitalen Ort machen. Auch der Einsatz von KI (Künstlicher Intelligenz) im Kundenservice und zur Personalentlastung von Routinetätigkeiten wurden mitgedacht.

Die Ergebnisse wurden im November öffentlich im LibraryLab präsentiert. Die Expertengruppe, die sich so zusammengefunden hat, wird auch weiter an diesem Thema gemeinsam arbeiten.

Laufende Partizipation von Bürgerexperten und Kooperationspartnern im LibraryLab

Das LibraryLab hat sich im ersten Jahr zu einem Herzstück für partizipative Formate neuer Bibliothekskonzepte entwickelt. Dieses wird besonders deutlich an dem Veranstaltungsformat OpenLab, bei dem sich Düsseldorferinnen und Düsseldorfer selbst einbringen. Sie vermitteln anderen Bibliotheksbesucherinnen und -besuchern ihr (digitales) Knowhow oder Spezialwissen und stellen eigene Projekte vor – eine Einladung der Bibliothek an die Digitale Gesellschaft Düsseldorfs. Dieses Format ist ein Paradigmenwechsel. Nicht mehr nur die Bibliothekarinnen und Bibliothekare stellen die Inhalte der Bibliothek zur Verfügung, sondern die Kundinnen und Kunden selbst. Die Zentralbibliothek gibt dem bereits informell vorhandenen Wissenstausch unter den Nutzern Raum, befördert und wertschätzt ihn. Dieses bringt die Bibliothek mit ihren Nutzerinnen und Nutzern zusammen und erzeugt eine starke Identifikation mit der Bibliothek.

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