(Über die Ausbildung in der Stadtbücherei Düsseldorf, deren Verlauf und das „Ausgebildetsein“.)

… denn man merkt ja doch, dass *ausgebildet* und *ausgelernt* nicht dasselbe sind.

Habt ihr euch schon mal gefragt, wie eine Ausbildung in einer Bibliothek aussieht?

Ich auch nicht! Zumindest damals nicht, denn vor drei Jahren noch, wusste ich noch gar nicht um die Existenz dieser Ausbildung. Und nun sitze ich hier, die Abschlussbescheinigung nach der bestandenen Prüfung vor meinem inneren Auge eingerahmt, und wundere mich darüber, wie schnell so eine Ausbildung zu Ende geht und wie sehr so ein kleiner Übergang in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis im gleichen Betrieb für Verwirrung sorgen kann.

Ganz kurz: die Ausbildung zum F a M I

Der Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste mit der Fachrichtung Bibliothek sorgt für den reibungslosen Ablauf in der Bibliothek. Neben dem Kerngeschäft, also das Sortieren,  Einstellen von Medien und den Service- und Auskunftsdienst während der Öffnungszeit, kümmert sich ein FaMI zum Beispiel auch um den Erwerb und die Katalogisierung von Medien, Veranstaltungsorganisation und –Durchführung, Bibliotheksführungen, SocialMedia, technische Bearbeitungen, viel Kommunikation und neuerdings auch um das Schreiben von Blogeinträgen! 🙂

In den Stadtbüchereien

Innerhalb von drei Jahren (2 ½ wenn man die Ausbildung verkürzt) lernt man bei uns rund 130 KollegInnen und deren jeweilige Aufgaben, möglichst alle der 13 Zweigstellen, die Zentralbibliothek, acht interne Abteilungen und 1.000.000 verschiedene Medien kennen. Dazu gibt es zwei Mal wöchentlich Unterricht in der Berufsschule und im 2. Lehrjahr darf man ein Azubiprojekt planen und durchführen. Dann noch zwischendurch die Zwischenprüfung und zum Abschluss die Abschlussprüfung und man hat es bei uns geschafft!

Klingt viel. Ist es auch! Aber Sorge wegen eines Burnouts braucht man sich überhaupt keine zu machen, denn zur Not haben wir auch Selbsthilfebücher zu diesem Thema gleich am Arbeitsplatz stehen. 😉

Es macht wirklich Spaß – vorausgesetzt man arbeitet gerne mit Menschen!

Im „richtigen“ Aaaaaaaaaaaaaaaah!!!-rbeitsleben ankommen

Nach zweieinhalb Jahren Ausbildung wird es auch mal Zeit, dass man endlich loslegen kann! Gleich am ersten Arbeitstag verdoppelte sich also nun das Gewicht meines Schlüsselbundes und damit wuchs dann selbstverständlich auch mein Gefühl der Wichtigkeit. 😉

Endlich bin ich zu hundert Prozent selbstständig. Niemand der mir über die Schultern schaut. Niemand der kontrolliert, ob ich nicht doch noch einen Fehler gemacht habe…

Oh Gott! – Niemand der kontrolliert, ob ich nicht doch noch einen Fehler gemacht habe!!!

Nein, ehrlich. Es ist einfach super, dass ich nun endlich mehr Verantwortung trage und eigene, feste Zuständigkeitsbereiche habe. Und kreativ einbringen kann ich mich auch!

Es erstaunt mich sehr, wie ich die Tätigkeiten, die ich nun seit drei Jahren schon erledige, nochmal neu erlernen muss. Einfach, weil ich mich jetzt selbst organisieren muss und es kein anderer mehr für mich tut. Einfach, weil es jetzt diesen Perspektivwechsel gibt. Aber wie heißt es so schön? Man lernt wohl nie aus!

Einzig und alleine an das wunderschöne Gefühl Verantwortung zu tragen, muss ich mich noch gewöhnen. Es ist merkwürdig, nun auf Knopfdruck funktionieren zu müssen. Denn, wenn ich nun etwas nicht tue oder schaffe, dann bleibt die Arbeit halt liegen. Wenn ihr also bei uns seht, dass die Kopierer für längere Zeit streiken, dann könnt ihr mir das in die Schuhe schieben. Denn dafür zu sorgen, dass sie repariert werden, ist fortan mein Job. 😉

Und manchmal gibt es eben auch deadlines und Sachen die erledigt werden müssen! Ich glaube, in solch einem Fall braucht man ein unterstützendes Team und das habe ich glücklicherweise auch.

Wenn ihr an einer Ausbildung bei uns interessiert seid, oder ihr jemanden kennt, der das ist: Hier die Verlinkung zu den Beiträgen von unseren (ehemaligen) Fuxzubis und deren Erfahrungen während ihrer Ausbildung.

… 🙂

Ich wünsche euch einen fabelhaften Tag!

David

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