Ich vermute, es ist euch allen schon mal passiert. Ihr sucht in den großen Weiten der Zentralbibliothek nach dem einen bestimmten Buch, auf dessen Rückgabe ihr schon sehnsüchtig gewartet habt, doch ihr könnt es einfach nicht finden. Oder ihr verliert bei der riesigen Auswahl den Überblick und wisst am Ende nicht mehr, was ihr überhaupt ausleihen wolltet? Um es zusammenzufassen, ihr seid in der Zentralbibliothek und wisst nicht weiter.

Mir sind in den letzten zwei Wochen viele Menschen mit diesen oder ähnlichen Problemen begegnet. Ich bin Jakob und verbringe momentan mein 2-wöchiges Schülerpraktikum in der Zentralbibliothek Düsseldorf. Hier hat mir besonders die Arbeit an der Auskunft gefallen, worüber ich euch jetzt etwas erzählen möchte.

 

An der Auskunft arbeiten und dabei Spaß haben

Viele von euch werden sich jetzt vielleicht denken: „Der wird warscheinlich gezwungen, das zu sagen.“ Aber ganz im Gegenteil. Ich dachte zuerst auch, dass es sehr langweilig werden wird und habe sogar schon befürchtet, dass ich dabei einschlafen könnte, doch weit gefehlt. Mir hat es von der ersten Sekunde an Spaß gemacht, zusammen mit Maike Lins an der Auskunft zu sitzen und den Besuchern der Zentralbibliothek zu helfen.

Von „Wann werden die Konsolen im LibraryLab angemacht?“ über „Der Rückgabeautomat geht nicht.“ bis zu „Wo sind denn hier die Toiletten?“ war alles dabei. Zunächst habe ich Frau Lins nur so gut es mir möglich war assistiert. Manchmal hab ich auch nur zugeschaut. Aber mit der Zeit hab ich ein Gefühl für die Arbeit bekommen und habe auch alleine Besuchern geholfen. Mir hat dabei besonders die soziale Interaktion gefallen. Auch wenn es sich teilweise nur um einminütige Konversation handelte, habe ich trotzdem aus jedem Gespräch etwas mitgenommen. Eine neue Erfahrung, ein neuer Eindruck, ein neuer Kontakt.

Mit einigen Lesern, die fast täglich kommen, konnte man auch etwas längere Gespräche über Dinge wie das Wetter führen. Und obwohl es nur belanglose, banale Themen waren, hab ich mich trotzdem jedes Mal auf ein mögliches Wiedersehen gefreut. Was mir auch besonders in Erinnerung geblieben ist, ist die Höflichkeit und Dankbarkeit die mir an der Auskunft von den Besuchern entgegengebracht wurde. Wirklich fast jeder war gut drauf, hat nett gefragt und sich am Ende mehrfach bedankt und höflich verabschiedet. Natürlich gab es auch Ausnahmen, aber hey, jeder hat mal einen schlechten Tag. Das will ich keinem verübeln.

 

Was habe ich gelernt?

Alles in allem kann ich sagen, dass ich in meiner Zeit in der Zentralbibliothek viel gelernt habe. Über das Arbeitsleben, wie man einen 3D-Drucker bedient und wie man Etikettiergeräte repariert. Aber vor allem hab ich etwas über Menschen gelernt. Über Menschen wie euch und mich. Über Menschen, die mutig genug sind um Hilfe zu bitten, wenn sie nicht weiter wissen. Egal von welchem Alter oder Nationalität. Und das ist etwas, was meiner Meinung nach sehr wichtig ist. Solche Erfahrungen mit Menschen gesammelt zu haben.

Ich bedanke mich für eine schöne und viel zu kurze Zeit in der Zentralbibliothek.

(JK)

 

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