Hier wird die Zukunft gemacht: Die Eröffnung des LibraryLab in der Zentralbibliothek von Maike Lins, Stephan Schwering

Im Oktober 2017 wurde das LibraryLab eröffnet und damit ein neues Kapitel für die Zentralbibliothek aufgeschlagen. Die Digitalisierung verändert derzeit alles, auch und insbesondere die Bibliotheken. Die Zentralbibliothek soll künftig noch stärker ein Ort des Ausprobierens und des informellen Lernens werden. Sie will den Zugang zu neuer digitaler Technologie ermöglichen und damit Ort aktiver aktueller Wissensvermittlung sein – dafür steht das LibraryLab. Die neuen Angebote im LibraryLab gliedern sich in die Bereiche Virtuelle Realität, „Gaming“, „MakerSpace“, 3D-Druck, Kommunikationsraum und „makerkids“ in der Kinderbibliothek. Die Bürgerinnen und Bürger können sich nun – nicht kommerziell – informieren, was es zum Beispiel mit „Virtual Reality“ auf sich hat oder welche Möglichkeiten 3D-Drucker bieten. Aber die Menschen sollen sich auch selbst einbringen und anderen Bibliotheksbesucherinnen und Bibliotheksbesuchern ihr (Spezial-)Wissen vermitteln können: Dem soll Raum gegeben werden. Der Bürger soll in Zukunft wissen: In der Zentralbibliothek kann ich durch Ausprobieren lernen, mit Büchern und Medien ebenso wie im Diskurs mit anderen Menschen, und ich kann dabei jederzeit auch mein eigenes Knowhow einbringen und weitergeben. Der Auftakt und die Eröffnungswoche des LibraryLab war mit über 400 Besucherinnen und Besuchern sehr erfolgreich. Auch viele interessierte Kolleginnen und Kollegen aus anderen Bibliotheken informierten sich über das neue Angebot und das Konzept.

Maike Lins, Informationsdienste und digitale Medien und Simon Ostendarp, Fachangestellter für Medien und Informationsdienste stellen den Kunden das neue Angebot der Zentralbibliothek vor.

Insbesondere die Angebote zur Virtuellen Realität begeisterten Besucherinnen und Besucher. Sehr schnell wurde deutlich, dass „Virtual Reality“, obwohl sie in aller Munde ist, doch für viele immer noch eine neue Erfahrung darstellt. Die Möglichkeit, virtuell in der afrikanischen Savanne zu stehen und Löwen füttern zu können oder im Streetview bei „GoogleEarth VR“ durch Straßen
in Städten aller Kontinente schlendern zu können, fasziniert. Dass die Virtual-Reality-Brillen und die Anwendungen frei zugänglich angeboten werden, entspricht ganz dem Ziel des LibraryLab: Die Bibliothek als einen Ort des Ausprobierens und des informellen Lernens zu stärken. Der Zugang zu neuer digitaler Technologie dient der aktiven aktuellen Wissensvermittlung, nur in anderer Form.

Großer Beliebtheit erfreut sich der 3D-Drucker. Das neue Angebot, in einem Workshop eine Lizenz zum 3D-Druck erwerben zu können, wurde 2017 bereits von über 100 Düsseldorferinnen und Düsseldorfern in Anspruch genommen. Besitzer dieser Lizenz können mit gültiger Bibliothekskarte anschließend kostenfrei und selbständig eigene Projekte am 3D-Drucker realisieren. In der Eröffnungswoche fanden insgesamt 37 niedrigschwellige Veranstaltungen zum „Digitalen Leben“ statt. Dank vieler Kooperationspartner konnte ein umfangreiches Eröffnungsprogramm gestaltet werden.

 

Die „Wikipedianer“ führten in das Editieren von Artikeln ein, das Polizeipräsidium Düsseldorf informierte über „Gefahren im Internet“ und „Cybermobbing“. App-Wanderer Ralf Neuhäuser erklärte, wie man mit dem Smartphone und „GoogleMaps & Co“ wandern gehen kann, und „Web-Rangerin“ Wibke Ladwig beschäftigte sich mit dem „Digitalen Nachlass“ – was passiert mit den eigenen Daten nach dem Tod und welche Trauerkultur wird derzeit im Netz gelebt? Auch der Nachwuchs „erprobte“ sich digital. So konnten Kinder mit „LEGO® WeDo“ selbst kleine Roboter konstruieren und mit einer einfachen Programmiersprache zum Leben erwecken oder die „Ozobots“ ganz einfach mit Hilfe von Farbcodes programmieren. Außerdem fanden in der Kinderbibliothek monatliche „makerkids“-Veranstaltungen statt, darunter eine Märchenwerkstatt mit dem „LEGO® Story Starter“ und eine digitale Schnitzeljagd mit dem „BIPARCOURS“.

Team LibrayLab: Sonja Meier, Simon Ostendarp, Usch Baur, Maike Lins, Tom Kissel, Stephan Schwering (v.l.n.r.)

Im LibraryLab bekommen die digitalen Angebote der onlineBibliothek auf Dauer einen sichtbaren Raum. Die Einführungen in die Angebote der „Onleihe“, zur Nutzung des digitalen Zeitungskiosks „PressReader“ und zum „eLearning“ finden nun dort statt. Die Einführungen werden jederzeit offen und für die Besucher sichtbar im Raum der Bibliothek durchgeführt.
Hierdurch wird eine größere Wahrnehmung der virtuellen Angebote erreicht.
Da es ein fester Bestandteil des Konzepts des LibraryLab ist, die digitale Community Düsseldorfs einzubeziehen und für die Angebote und die Weiterentwicklung zu gewinnen, wurde das LibraryLab im Herbst 2017 auf dem „BarCamp Düsseldorf “ und der „Next Level Gaming Conference“ vorgestellt.
Das LibraryLab konnte mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen realisiert werden.