Wie ihr ja sicher alle wisst, findet ihr in unserer Musikbibliothek alles was euer Musikherz so begehrt. Von Pop, Rock über Klassik ist alles dabei.

Trotzdem gibt es doch Musik oder Musikrichtungen, die hier wenig verbreitet sind bzw. die man noch nicht einmal im Saturn findet.

Ja, ich bin auch so eine. So eine die was „Spezielles“ hört. Da ich schon seit einigen Jährchen bei den Stadtbüchereien arbeite, weiß ich sehr wohl, was wir hier an Musik haben oder eben auch nicht haben. Meine Frage lautete daher weniger „Haben Sie hier…?“, sondern vielmehr „Warum haben wir eigentlich nicht?“

Und Achtung, jetzt wird es speziell. Oder nerdig. Abgedreht? Wie immer ihr es nennen wollt.

Jedenfalls habe ich mich gefragt, warum eigentlich keine K-Pop Alben in unserem Musik Angebot vorhanden sind.

Kurz darauf habe ich mir meine Frage schon selbst beantwortet, als ich aus Spaß in unsrem Katalog nach K-Pop gesucht habe und tatsächlich ein Album der Gruppe EXO gefunden habe.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon einige Alben von Gruppen und Künstlern aus Korea zu Hause in meinem Regal präsentiert (was der Beruf so alles mit einem anstellt…).

Ich habe mir also aus Neugierde die CD von EXO in meine Zweigstelle bestellt.

Und war schockiert.

Es war, als hättet das Album in meinen Händen angefangen zu bluten und mich angeschrien „Schau was sie mit mir gemacht haben!!!“

Das Cover war zerschnitten um es in unsere westlichen Standard CD Hüllen zu quetschen. Kein Poster. Keine Fotokarte. Keine Bilder. Der Tod eines K-Pop Albums.

(eine Pause für schmerzerfüllt Stille)

Drama bei Seite. K-Pop Alben sind ganz anders als unsere gebräuchlichen CDs hier. Und mit anders meine ich ANDERS. Und überhaupt, wer sammelt heute noch CDs? Das dachte ich mir auch, bis ich meine erste CD aus Korea bekam.

Im Grunde haltet ihr dann keine Plastik- oder Papphülle mit Booklet (wobei das mittlerweile auch schon sehr rar ist) in der Hand, sondern ein ganzes Buch. Wirklich. Schaut euch die Beweisbilder an.

Jedes Album bietet ein Fotobuch mit Konzept Fotos der Gruppe oder des Künstlers zum Album Konzept. Allein das ist schon ein echter Hingucker. Meistens 50 bis 100 Seiten dick. In der Regel gibt es dann noch ein Poster dazu. Und im Album selber befindet sich noch eine Fotokarte zum Sammeln. Meistens von dem Künstler selbst oder einem Mitglied einer Gruppe.

Das ist ein bisschen wie früher mit den Sammelheften für Sticker oder Pokemon Karten. Super spannend für alle leidenschaftlichen Sammler.

Irgendwo ganz vorn oder hinten im Album findet ihr dann auch –genau- die CD.

Es ist also nachvollziehbar, weshalb wir in der Bücherei keine K-Pop Alben anbieten. Die ganzen Poster und Fotokarten müssten zusätzliche Etiketten bekommen und dann wären Verwechslungen vorprogrammiert. Außerdem wüssten wir dann gar nicht, wo wir die Alben unterbringen sollen. Für die CDs sind sie zu sehr Buch und für die Bücher zu sehr CD. Logisch oder?

Wenn ihr wissen wollt, was genau K-Pop ist und was es so ausmacht (von den wunderschönen  Alben schon mal abgesehen) berichte ich euch davon im nächsten Beitrag.

Vielleicht hört ihr selber nicht unbedingt K-Pop, weil ihr es einfach noch nicht kennt oder euch zu alt fühlt. Aber vielleicht kennt ihr ja jemanden der sich interessiert oder sich interessieren möchte.

Interesse an Musik ist nämlich grundsätzlich nie verkehrt 😉

PS: Sollten wir je K-Pop Alben anbieten, würde ich mich opfern und die ganzen Poster und Fotokarten annehmen *seufz*

(Gastautorin Annika)

 

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