Fast eine Woche ist es jetzt schon her, da kamen in der Zentralbibliothek vier BloggerInnen, das Social Media-Team der Stadtbüchereien und einige neugierige Gäste zusammen, um bei unserem vierten #blogsofa dabei zu sein. Das Thema diesmal war was zum Anfassen: Do It Yourself  – Selbermachen. Und das haben wir dann auch getan.Die Vorbereitung

Am letzten Donnerstag begaben sich also unser Social Media-Team am Abend daran, den Besuch vorzubereiten. Unser Blogsofa wurde auf der Bühne an den richtigen Platz geschleppt, die großen Blogsofa-Buchstaben in die richtige Reihenfolge gestellt und die Technik aufgebaut. Notebook, Beamer, Twitwall und Smartphone für den Livestream, außerdem noch – ganz analog – ein paar Tischen zum Basteln und unsere Blogsofa-Lampe für das stimmungsvolle Licht.

Nach und nach trafen dann die Blogger ein und bei Wasser und Sekt gab es vor dem Start die Gelegenheit, sich ein  bisschen zu unterhalten und den Ort des Geschehens kennenzulernen. Um 20 Uhr ging dann das Licht aus und die Spots an, und die wunderbare Wibke Ladwig – ihres Zeichens Social Web Rangerin – begrüßte die erste Bloggerin auf der Bühne.

mused

Den Anfang machte Miriam Bastisch mit ihrem Blog mused, die uns erzählte, was sie am Kreieren von Mosaiken liebt und wie sie ihr erstes Mosaik hergestellt hat – damals noch ohne den professionellen Hintergrund von heute, aber seitdem eine Herzensangelegenheit. Wie das kam?  In Italien hatte Miriam während ihres Studium die Sprache lernen wollen, aber wurde im  Museum von der Mosaikkunst gepackt. Das erste Mosaik entstand dann als Geschenk aus Scherben vom Strand in Ischia. Nach Italien kehrte sie dann zurück – um wieder in die Schule zu gehen und das Mosaikhandwerk von der Pike auf zu lernen. Und jetzt können wir ihre Kunstwerke auf ihrem Blog bewundern und  dazu noch viele Geschichten, Personen, Techniken und Kreatives rund um das Thema Mosaiken sehen und lesen. Zwei wunderschöne und sehr unterschiedliche Stücke aus ihrer Werkstatt hatte Miriam auch zum #blogsofa mitgebracht: Pistacchio Mora, eine wunderschöne und sehr plastische Kombination aus verschieden großen und gefärbten Pistazienkernen und Glas – hatte noch jemand den Wunsch, das mal anzufassen? Außerdem – ganz anders – ein Mosaik im römischen Stil, das einen halb verspeisten Fisch darstellt. Fun fact und Beweis für den Witz der alten Römer: es gibt antike römische Mosaiken, bei denen der ganze Mosaik-Fußboden mit Darstellungen von Essensresten bedeckt ist – so als hätte man sie gerade nach einem Festmahl hinter sich geworfen. Gar keine schlechte Idee! Spannend war auch der Mosaikhammer, den Miriam uns mitgebracht hat: ein besonders geformtes und für die unauffällige Größe irre schweres Gerät, mit dem der Könner aber millimetergenau arbeiten kann. Ich für meinen Teil hab an dem Abend große Lust bekommen, diese Kunst auch einmal ausprobieren. Glück gehabt, denn Miriam bietet auch Workshops an, in denen man sich selbst einmal am Mosaik versuchen kann.

Miriam findet ihr auch in den diversen sozialen Netzwerken: Als miriambastisch bei Instagram, @musedmosaik bei Facebook und Twitter.

Miriam und Wibke auf dem #blogsofa

KuneCoco

Als zweites kam ein echtes „Schweinemädchen“ auf die Bühne. Wenn ihr mich jetzt für unhöflich haltet, dann kann ich euch beruhigen: wenn man Schweine so sehr liebt, wie Jenni Kosche, dann ist das keine Beleidigung, sondern sowas wie ein Ritterschlag. Schließlich bloggt sie auf KuneCoco viel Schweinecontent. Jenni hat uns erzählt, dass ihre Liebe zu den Rüsseltieren nicht nur für alles gilt, was aussieht, wie ein Schwein, sondern bei ihren eigenen, richtig echten Schweinen, mit denen sie zu Hause aufgewachsen ist. Unverkennbar auch in Körperkunst und Schmuck – das Schwein ist bei Jenni allgegenwärtig. Aber auch, wenn das Schwein und die Farbe rosa in ihrem Blog und dem dazugehörigen Shop nicht zu übersehen sind, bloggt die auf ihrer Seite –  der ursprünglich als Lifestyle-Blog bezeichnet – über vieles und alles, was ihr Herz bewegt. Das ist vor allem die Schweinifizierung von allem, was ihr einfällt, aber sie erzählte uns auch von ihrer Liebe zu Taiwan und über ihre Schweine in Katzengestalt, die bei ihr wohnen, seit sie an einer Tankstelle (war es eine Tankstelle?) (edit: es war ein Baumarktparkplatz, keine Tankstelle. Hat Jenni richtig gestellt) ausgesetzt wurden. Die Schnurrberts. Die inspirieren sie wie die Schweine, aber auch wie  ganz viele alltägliche Dinge, zu Selbstgemachtem, das sie mittlerweile auch in ihrem eigenen Webshop verkauft, oder sogar als Freebie zur Verfügung stellt. Eins hatte Sie uns sogar mitgebracht: einen kleinen  faltbaren Schweineliebesbrief, mit dem man einem lieben Menschen eine saumäßig süße Botschaft schicken kann  – hier einfach selbst ausdrucken. Und gebastelt wurde natürlich. Passend zur Jahreszeit wurden aus rosa Christbaumkugeln, etwas Filz, Knöpfen (bitte nur die mit zwei Löchern, wegen der Schnauze!) und etwas Heißkleber live auf der Bühne ein schweinischer Weihnachtsschmuck! So schön und was zum Nachmachen.

Mehr von Jenni neben ihrem Blog auch hier:
@KuneCoco bei Facebook  und Twitter, kunecoco bei Instagram

Es wird schweinisch gebastelt.

knobz_

Die dritte Blogger-Dame im Bunde war Anja Reitemeyer oder knobz_. Warum macht Anja Dinge selber? Ganz einfach: Weil Selber Machen schöner ist als Kaufen. Und weil durch das Selbermachen die Dinge eine größere Wertschätzung erfahren.
Spannend war Anjas Weg zur Allround-Selbermacherin: erst eine ganz solide Tischlerlehre, dann ein Studium der Innenarchitektur und Arbeit als Designerin, Mint-Agentin und natürlich als Bloggerin. Anja jongliert also erfolgreich mit vielen verschiedenen Dingen, die sich aber wunderbar ineinanderfügen. Wie sie selbst erzählt, genießt sie sehr die Freiheit, die ihr der eigene Blog bietet – ohne Vorgaben von außen, reines Ventil ihrer ganz persönlichen Kreativität und mit dem Potenzial, sich immer mit ihr zu verändern und das auch zu dürfen.
Anja erzählte uns auch von ihrer Arbeit als Mint-Agentin – neben den meisten anderen Mint-Agenten, die naturwissenschaftliche und technische Projekte in Schulen anbieten, ist Anja mit dem Selbermachen eher die Exotin, als solche aber erfolgreich: in ihren Kursen lernen die Kinder mit verschiedenen Materialien umzugehen, Dinge zu gestalten und ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen – ihr ganz eigenes Ergebnis zu gestalten, frei von dem Zwang, ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen. In der Schule etwas Ungewohntes und Besonderes und für Anja immer eine große Freude. Auch für uns hatte Anja etwas mitgebracht: mit kleinen vorgefertigten Lochkärtchen und etwas Faden konnten wir uns unser eigenes kleines Stickbild basteln – mit Blogsofa oder mit Sternchen drauf. Vielen Dank! Und das schöne: Anja mag gerne schöne Dinge, die einfach gehen und die jeder zu Hause nachmachen kann – wer sich also auf ihrem Blog Inspiration holt, der findet sicher etwas, das sie oder er leicht zu Hause nachmachen kann.

Wer nach dem blog noch nicht genug hat, schaut Anja hier über die Schulter:
@neuerstoff bei Facebook, bei Twitter @knobz oder knobz_bei Instagram

Anja hat uns etwas Selbstgemachtes mitgebracht.

GarageLab

Der einzige Herr in der Runde betrat als letzter die Bühne. Thomas Kirchner kommt vom Düsseldorfer GarageLab, hat zwar keinen Blog, aber viel über das Selbermachen zu erzählen, denn das ist das, was man im GarageLab tun kann. Und zwar mit aller Ausstattung, die ein Selbermacher-Herz begehrt. Und mit Leuten, die sich mit dem Selbermachen super auskennen. Aber wie kamen Thomas und das GarageLab zusammen? Thomas, der eigentlich Ingenieur ist und auch als solcher im Büro gearbeitet hat, kam vor einigen Jahren nach Düsseldorf und kannte niemanden. Selbergemacht hat er schon immer gerne, aber in seiner Heimatstadt Hamburg gab es so viel andere Ablenkung, Freunde, Verpflichtungen, dass er kaum jemals dazu kam. Neu in Düsseldorf und ohne viele Leute zu kennen, suchte er sich eine Beschäftigung und kam schnell zum GarageLab – ein Ort, wo man Dinge tun kann, Gleichgesinnte trifft und Digitales, Elektronik und Handwerk sich verbinden. Und das GarageLab packte Thomas so richtig – er erzählte, wie er bald seine gesamte Freizeit in den Werkstätten verbrachte und sogar am Schreibtisch im Bürojob nur daran dachte, was er als nächstes bauen könnte. Ein klarer Fall von echter Leidenschaft also. Der logische nächste Schritt: Thomas ist jetzt ganz für das GarageLab da und entwickelt die Angebote mit den Mitarbeitern und Vereinsmitglieder weiter. Sein Lieblingsgerät momentan scheint  eine Fräse, mit der sich einzelne Teile und Formen sehr präzise und nach eigenen Entwürfen aus Holz fräsen lassen. Ein Beispiel davon hatte er uns mitgebracht, und wir konnten uns live davon überzeugen, wie schnell man einen neuen kleinen Hocker selbst bauen kann. Mit etwas Kraft, einem Hammer (schon der zweite am Abend!), ein bisschen Holzleim und reizender Assistenz durch die Bloggerinnen entstand so in Windeseile ein neues Möbelstück – sogar mit personalisiertem Schriftzug. Selbstgemacht.

Wer das Garagelab einmal besuchen undmehr sehen möchte, der informiert sich am besten direkt auf der Website über den Verein, die Geräte und was man sonst noch da machen kann. Im Zweifel einfach mal hingehen, es lohnt sich sicher.

Ansonsten schon mal vorschnuppern:
bei Facebook findet ihr Thomas und den Verein unter @GarageLab.Duesseldorf, als @grglb bei Twitter und bei Instagram als GarageLab Düsseldorf.

Wer digital bei Thomas persönlich vorbeischauen will, kann das hier tun:
@TomK1rchner bei Facebook,  tomk1rchner bei Instagram

Thomas, Wibke und der zweite Hammer auf dem #blogsofa

Und sonst….

Nicht vergessen wollen wir hier natürlich auch nicht unsere perfekt vorbereitete und DIY-begeisterte Moderatorin Wibke Ladwig, alias @sinnundverstand, die alle Bastelanforderungen bravourös meisterte und auch das zeitweilige unwillige Mikrofon souverän handhabte. Vielen Dank, dass Du uns durch den Abend geführt hast.

Während des #blogsofas wurde übrigens wieder so eifrig über unsere Sofa-Gäste getwittert, dass wir sogar Platz zwei der Twitter-Trends erreicht haben – das ist doch echt was, finde ich.
Beweis gefällig?

Wir trenden!!!

Für uns war es wieder ein tolles #blogsofa, an dem hoffentlich keiner ohne etwas Selbstgemachtes nach Hause gegangen ist. Und wenn es nur ein zusammengebautes Spielzeug aus unseren Gastgeschenke-Schokoeiern war.
In jedem Fall wage ich einmal die kühne Behauptung, dass jeder, der da war, jetzt große Lust auf mehr Selbstgemachtes hat. Stimmts?
Vielen lieben Dank schicken wir hier auch nochmal an alle, die auf dem #blogsofa Platz genommen haben – es war ein toller Abend.

Für alle, die nicht dabei waren: schaut einfach mal auf den Blogs vorbei! Und: das nächste #blogsofa gibts am 22. März 2018 – das Thema wird aber noch nicht verraten.

Und noch ein paar Impressionen zum Schluss…

(ml)

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