August 2017. Nach vier Semestern Studium, Vorlesungen, Hausarbeiten und Prüfungen beginnt endlich mein Praxissemester. Momentan bin ich im 5. Semester meines Studiums für Bibliothekswissenschaften an der TH Köln.
Und ich dachte mir, ich verlasse Köln und bleibe für die nächste Zeit in Düsseldorf 🙂

 

Kommt eine Praktikantin nach Düsseldorf…

Bevor es in die Zentrale geht, durfte ich erstmal die Stadtteilbücherei Wersten besuchen. Für 3 Wochen war ich jetzt bei dem kleinen Büchereiteam und der netten Nutzergruppe im Stadtteil und habe viel gelernt. „Setz dich hin. Du musst schließlich unser System lernen“, wie mein Kollege mir grinsend öfters mal mitteilte. Ich lernte den Bibliotheksalltag kennen und auch die Leser/innen, die aus der Nachbarschaft kamen. Aber ich musste mich auch Herausforderungen stellen, wie das Dekorieren der Schaufenster (wofür meine Größe leider nicht gänzlich ausreichte) oder auch das Öffnen der Türen, die gerne mal klemmten (und mich schon eingesperrt hatten) 😉 Meine lieben Kollegen/innen waren sehr hilfsbereit, mir bei diesen Herausforderungen zu helfen, und ich hätte mir für die Anfangszeit keine schönere Truppe wünschen können.

 

…und in die Zentralbibliothek

Nach 3 Wochen „intensiv das System kennenlernen“ komme ich in die Zentralbibliothek am Hauptbahnhof und bemerke recht schnell: „Mhm. Hier ist es etwas größer als in Wersten. Hier gibt es viel mehr Menschen und viel mehr zu tun. Packen wir es an.“ Aber auch hier werde ich mich der Herausforderung stellen alles wiederzufinden. Denn: zum einen ist die Zentralbibliothek sehr groß und zum anderen gleicht mein Orientierungssinn der einer heißen Kartoffel. Mein brillanter Orientierungssinn hindert mich natürlich nicht daran, mich umzusehen und mir die Bibliothek genauer anzuschauen. Die schön geordnete Musikbibliothek, die liebevoll gestaltete Kinder- und Jugendbibliothek und der große Bestand an Medien, der mich dazu verleitet, in meine Bücherwelten einzutauchen.

 

Mein Gang durch die Abteilungen…

Im Moment darf ich viele verschiedene Abteilungen besuchen, wie die Fernleihe, der Katalog oder auch die Lektoratsabteilung (Die Lektoren sind für die Bestandspflege und die Auswahl neuer Medien zuständig). Ich schleiche mich auch immer in Sitzungen ein, um noch mehr über den Bibliotheksalltag mitzubekommen. Noch mehr Theorie, aber das ist vollkommen in Ordnung. Vieles ist selbsterklärend, nicht nur dank des Studiums, sondern vor allem durch meine Ausbildung. Denn ich habe bereits meine Ausbildung als FaMI (Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste) in Neuss absolviert und kenne mich dementsprechend in diesem Business aus. 🙂

 

…und das Projekt

Selbstverständlich arbeite ich in der Zeit auch an einem Projekt. Nämlich im LibraryLab, das hier schon oft vorgestellt wurde (und auch noch weiter wird). Zum Beispiel hier:

https://stadtbuechereienduesseldorf.wordpress.com/2017/04/21/librarylab-sprich-%CB%88laibr%C9%99rilaeb/

https://stadtbuechereienduesseldorf.wordpress.com/2017/08/11/library-lab-work-in-progress/

Das Ziel: Digitales Leben in die Bibliothek bringen, Menschen an neuen Entwicklungen teilhaben lassen und Raum für Selbermachen, Ausprobieren und Wissen miteinander Teilen schaffen. DAs LibraryLab ist für alle offen: für Leser, Nocht-Nicht-Leser, Menschen jeden Alters, und Kolleg/innen von hier und aus anderen Bibliotheken.
Das LibraryLab steht dafür, zusammen zu lernen und zu entdecken, zu diskutieren, sich für Neues zu begeistern und sich gegenseitig zu helfen.
Ich für meinen Teil bin immer noch aufgeregt und hoffe dass das LibraryLab ein Erfolg wird und bei euch gut ankommt.

 

Was war das nochmal?

Das LibraryLab ist unterteilt in 4 Bereiche: Makerspace, makerkids, Virtual Reality und Gaming. Mit unserer neuen Ausstattung könnt ihr euch in jedem dieser Bereiche in der Bibliothek ausprobieren, und Neues testen oder kennenlernen. Wir machen euch Sachen zugänglich, an die ihr sonst nicht so leicht und oft nicht kostenlos drankommt. Das Gute ist nämlich: alle Angebote im LibraryLab sind kostenlos. Ihr könnt einen 3D-Drucker Führerschein machen und euch euer eigenes „Ersatzteil“ selbst drucken oder in fremde Welten, dank der VR Brillen, eintauchen. Oder ihr lehnt euch zurück und spielt Spiele auf unseren verschiedenen Konsolen. Neben dem Ausprobieren wird es in der Eröffnungswoche eine Menge anderer Sachen geben, wie Workshops und Vorträge zu allen möglichen Themen. Das LibraryLab steht für jeden offen und bietet auch jeder Altersgruppe verschiedene Events und Möglichkeiten an. Wir würden uns sehr freuen wenn ihr Teil des Ganzen werdet werden und wer weiß?  Vielleicht habt ihr noch kreative Ideen oder Wünsche was wir gegebenenfalls auch umsetzen könnten? Oder kennt ihr jemanden der sich dafür interessiert?

Dann könnt ihr euch auch jederzeit bei uns melden: librarylab@duesseldorf.de

Was mich betrifft, bleibe ich bis Ende November hier, arbeite an meinem Projekt und bin auch an der Auskunft anzutreffen. In der Zeit werde ich andere Abteilungen kennenlernen und diese Tätigkeiten ggf. mit meinen Studien- oder auch Ausbildungsinhalten vergleichen. Ich bin schon sehr gespannt und hoffe, dass die Zeit weiterhin aufregend bleibt. Für mich ist in erster Linie das Wichtigste, dass ich mich hier weiterhin wohl fühlen kann und auch dass das Projekt bei jedermann gut ankommt.
Hoffentlich sehen wir uns bis dahin und erleben das Projekt zusammen jeden Tag aufs Neue. 🙂

 

Melanie~