Bildquelle: https://pixabay.com/de/fake-fake-news-medien-laptop-1909821/

 

 

 

 

 

 

 

So, heute ist es nun soweit – es geht weiter mit meinem Beitrag zu Fake News. Beim letzten- nein, eigentlich beim vorletzten Mal, nämlich vor zwei Wochen – habe ich etwas dazu geschrieben, was Fake News sind und was dahinterstecken kann. Vielleicht erinnert ihr euch? Falls nicht, oder falls ihr beim letzten Mal noch nicht mitgelesen habt, hier findet ihr meinen Text:

https://stadtbuechereienduesseldorf.wordpress.com/2017/07/07/fake-oder-news-oder-fake-news-teil-1/

Heute mache ich also weiter mit einem kleinen Teil dazu, wie ihr Fake News enttarnt und sie erkennen könnt, wo ihr euch informieren könnt und was die Bibliothek damit zu tun hat.

 

 Was kann man dagegen tun?

Wieder eine gute Frage. Denn um etwas dagegen zu tun, muss man die Fake News ja erst einmal als solche erkennen. Gar nicht so einfach, denn sie sind ja absichtlich so gestaltet, dass sie wirken, als wären sie echt.
Deshalb ist der erste Tipp für euch mehr als einfach: Augen offenhalten, bewusst lesen und nicht gedankenlos Infos teilen.
Als Anhaltspunkt für eine Bewertung könnt ihr euch diese Infografik anschauen, die die IFLA, die Internationale Vereinigung bibliothekarischer Verbände und Einrichtungen, herausgebracht hat – sie sagt euch alles, was ihr wissen müsst.

https://www.ifla.org/files/assets/hq/topics/info-society/images/german_-_how_to_spot_fake_news.pdf

 

Diese schöne Infografik ist ja so übersichtlich und informativ gestaltet. dass ich dazu kaum noch etwas sagen muss, oder? Im Prinzip gelten die gleichen Regeln, wie bei jeder Quelle, die ich irgendwie bewerten muss, egal, ob gedruckt oder digital.

 

Der Fake News-Check

Guckt Euch erst einmal an, wo eure Information herkommt – vor allem im Netz ist das manchmal nicht so einfach, aber irgendwo findet man mit ein bisschen Stöbern auf jeder Website ein Impressum. Wenn es keins gibt, dann ist das schon verdächtig. Wenn es um Posts in den sozialen Netzwerken geht, dann folgt dazu am besten nicht direkt dem angegebenen Link, sondern recherchiert die verfügbaren Informationen über eine Suchmaschine.
Bei einem Post in den sozialen Netzwerken werft einen Blick auf das Profil des Urhebers. Was postet er sonst so, wer sind seine Freunde oder Follower, ist es ein echter oder ein offensichtlich gefaketer Account? Ist das Profil alt oder ganz neu?
Jetzt schaut Euch an, ob die Schlagzeile, die das Interesse geweckt habt, auch zum Text passt. Geht es wirklich um dieses Thema oder erweckt sie einen falschen Eindruck? Soll sie nur locken oder steckt etwas mit Substanz dahinter?
Dann natürlich der Autor, klar. Wenn ihr wisst, von wem eine Information stammt, könnt ihr oft schon besser einschätzen, ob sie seriös ist. Ist er oder sie bekannt oder nicht, wird ein Pseydonym verwendet oder die Identität verschleiert? Was hat der Autor sonst so geschrieben? All das kann euch viel darüber sagen, ob eine Nachricht echt ist oder fingiert sein könnte. Ich finde immer: sobald nicht relativ schnell etwas einigermaßen eindeutiges herauszufinden ist, lohnt es sich, ein weiteres Mal hinzuschauen oder Zweifel zu erlauben.
Ein weiterer Punkt: die Links, die verwendet werden. Passen sie dazu, liefern sie Hinergrund oder führen sie euch ganz woanders hin?
Außerdem: wie alt ist die Nachricht, ist sie aktuell oder – auch möglich – ist sie vielleicht gar nicht ernst gemeint, nur ein Scherz?
Und natürlich eure eigene Einschätzung, die solltet ihr nicht unterschätzen. Was haltet ihr selbst davon? Macht die Nachricht Sinn oder nicht?

 

Was tun mit Bildern?

Zuletzt sind da noch die Bilder. Die meisten Nachrichten im Netz sind in irgendeiner Form mit BIldern versehen – ein Blickfang, der die Aufmerksamkeit auf die Neuigkeit lenkt, sie untermalt und ergänzende Infrmation liefert. Seht euch an, ob ihr festtellen könnt, ob das Bild echt ist. Sieht man Spuren von Bearbeitung, stimmt der angegebene Ort und passt der Hintergrund zum  dazu? Ihr könnt euch auch die URL des Bildes kopieren und durch eine Rückwärts-Suche laufen lassen, um andere Websites zu sehen, die das Foto verwendet haben. Passen die zu eurer Information? Genauer und ziemlich gut erklärt ist das und mehr auch auf der Faktenfinder-Website der ARD. Hier lest ihr auch, was ihr mit Videos machen könnt:

http://faktenfinder.tagesschau.de/fakenews-erkennen-tutorial-101.html

 

Jemanden fragen, der sich auskennt

Das ist natürlich auch eine Möglichkeit. Wenn ihr nicht alles selbst recherchieren wollt oder könnt, oder vielleicht nicht sicher seid, was ihr von euren Suchergebnissen halten sollt, dann gibt es mehrere Möglichkeiten, euch Unterstützung zu holen. Und da kommen wir ins Spiel – also, Bibliotheken, meine ich. Bei uns gibt es jede Menge Informationen – die sind geprüft, veröffentlicht, haben eine gewisse Qualität und sind vor allem für jeden nachprüfbar. Und: wir kennen uns aus mit Medienkompetenz. Wir wissen, wie und wo man informationen suchen kann und wo man das besser nicht tun sollte und wir wissen, worauf ihr achten müsst, um falsche von echten Informatinen zu unterscheiden. Das ist schließlich unser Beruf. Also fragt uns einfach. Vielleicht finden wir gemeinsam eine weitere Recherchequelle und kommen den Fake News so auf die Spur.
Ganz aktuell haben sich übrigens auch Studierende an der Hochschule der Medien in Stuttgart die Mühe gemacht, für unterschiedliche Zielgruppen Leitfäden zu erstellen, wie ihr Fake News enttarnen könnt. Ihr seht also: auch der Bibliotheksnachwuchs kennt sich bestens mit Informationsqualität aus:

http://www.bibliotheksportal.de/fileadmin/user_upload/nachrichten_termine/dateien/FakeNews1.pdf

http://www.bibliotheksportal.de/fileadmin/user_upload/nachrichten_termine/dateien/FakeNews3.pdf

http://www.bibliotheksportal.de/fileadmin/user_upload/nachrichten_termine/dateien/FakeNews2.pdf

Eine andere Möglichkeit ist es, dass ihr euch mit eurer Frage an andere Experten wendet: es gibt im Netz extra Portale, die sich um solche Dinge kümmern und Meldungen zu eventuellen Fake News sammeln oder für euch überprüfen. Beispiele hierfür sind die Seiten www.mimikama.at/ , www.klicksafe.de oder http://hoaxmap.org/.

Ihr seht also: Auch wenn Fake News immer mal wieder unterwegs sind und auch bei euch auftauchen können, ist es doch mit ein bißchen Aufmerksamkeit relativ leicht möglich, nicht darauf hereinzufallen. Vieles könnt ihr selbst überprüfen, und wenn ihr nicht mehr weiterkommt, gibt es immer jemanden, den ihr fragen könnt. Auch uns! (ml)

 

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