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Den Begriff „Fake News“ hört man ständig – jeder benutzt ihn, in den sozialen Medien taucht er immer wieder auf, jeder kennt ihn. So oft, wie ich den Begriff in der letzten Zeit gehört habe, sollte man doch wohl meinen, dass jeder weiß, wovon er da spricht. Wirklich? Ich wage, daran zu zweifeln. Versteht mich nicht falsch, das soll keine Wertung sein. Aber gerade bei so häufig benutzten und scheinbar plakativen Schlagworten habe ich oft das Gefühl, dass sie zwar gerne von uns für jede ungefähr passende Situation verwendet werden. Dann nicken alle wissend  und gut.
Aber könnten wir auch spontan die Hintergründe erklären? Könnten wir erklären, was dahinter steckt und was der Begriff eigentlich beinhaltet? Eine  Vorstellung haben wir sicher, aber –ehrlich gesagt, ich oute mich – so ganz spontan würde ich das im Detail lieber jemand anderen richtig erklären lassen.

Und deshalb mache ich mich jetzt an den Versuch, für euch ein paar Sachen zum Thema Fake News zusammenzufassen – Informationen dazu gibt es im Netz massig, ich versuche mal, das Wichtigste rauszufiltern. Und, na klar, wir sind ja hier in einer Bibliothek, deshalb wollt ihr vielleicht auch etwas dazu wissen, was wir damit zu tun haben.

Damit das nicht zu lang und zu langweilig wird (ich hoffe nicht!), verteile ich meinen Beitrag auf zwei. Einer heute und einer in drei Wochen – nur damit ihr das schon mal wisst, falls ihr weiterlesen möchtet oder euch heute noch etwas fehlt.

Also: heute ein kleiner Text darüber, was Fake News sind und in zwei Wochen dann etwas dazu, wir ihr sie erkennt und wie eine Bibliothek dabei hilfreich sein kann. Los geht’s.

 

Was heißt das?

Fangen wir mal mit den Wörtern an, aus denen sich er Begriff zusammensetzt. Soweit ist das ziemlich einfach und auch ganz gut zu verstehen, wenn man sonst kein Englisch versteht.
„Fake“ bedeutet „falsch“, „gefälscht“ oder auch „fingiert“. „News“ sind Nachrichten. Soweit klar. Und damit fängt es schon an – eigentlich ist der zusammengesetzte Begriff ja sowas wie ein schwarzer Schimmel, ein Oxymoron, etwas, dass es nicht geben kann, weil die Begriffe grundsätzlich gegensätzlich sind und sich ausschließen.

 

Echte Nachrichten und was wir von ihnen erwarten

Zumindest gilt das, wenn man die Art und Weise betrachtet, wie wir den Begriff Nachrichten im Allgemeinen verstehen können und was wir von „Nachrichten“ erwarten dürfen: dass wir über aktuelles Geschehen informiert werden, dass unser Informationsbedürfnis gestillt wird, dass wir uns auf der Grundlage der Informationen eine Meinung über die Welt bilden können.
Damit wir das tun können, müssen sie ein paar Bedingungen erfüllen: sie müssen der Wahrheit entsprechen, sie müssen für alle verständlich sein und sie müssen aus zuverlässigen Quellen stammen. Von all dem gehen wir selbstverständlich aus, wenn uns etwas als Nachrichten angeboten wird. Und in der Regel können wir das auch. Wir wissen, welche Informationsmedien seriös sind und wir wissen, dass die Informationen, die wir da bekommen, von Nachrichtenprofis geprüft und gesichert sind. (Ich fasse das mal so einfach, denn die journalistischen Vorgänge, die dahinter stecken, wären wahrscheinlich Stoff genug für mehrere Beiträge) Fehler kommen dabei manchmal vor, aber die sind dann meist genau das: echte Fehler, die oft schnell bemerkt und berichtigt werden. Wir verlassen uns also darauf, was wir hören, sehen oder lesen. Und das dürfen wir auch. Normalerweise. Zumindest gilt das bei den „herkömmlichen“ und bekannten Informationsmedien relativ zuverlässig: Zeitung, Radio, Fernsehnachrichten.

 

Wir informieren uns auf vielen Wegen

Aber: viele Menschen informieren sich ja heute anders oder nicht nur über diese Medien. Ein Großteil der Informationen, die viele Menschen bekommen, kommt aus dem Internet.
Das kann durch eigene gezielte Recherche sein, auf zufällig oder auf Umwegen aufgerufenen Websites oder eben über die Sozialen Netzwerke. Täglich werden uns hier wahnsinnig viele Neuigkeiten in unsere Timeline gespült, von einzelnen Menschen oder Seiten, denen wir folgen, es wird gepostet, geteilt, kommentiert. Das meiste ist schnell gelesen, informativ, witzig, belanglos, persönlich –  und unproblematisch. Es macht Spaß. Aber bei manchen Informationen lässt sich auf den ersten Blick gar nicht so genau  feststellen, woher sie kommt: wo ist sie entstanden, wer hat sie gepostet und wer nur geteilt, ist sie seit ihrer Entstehung verändert worden oder noch original? Auch das: meist kein großes Problem.
Anders ist das, wenn sich hinter scheinbar „normalen“ Infos in Wirklichkeit Fake News verstecken.

 

Falschmeldungen und Fake News

Im Unterschied zu echten Falschmeldungen, denen ein wirklicher, unbeabsichtigter Fehler zugrunde liegt, ist es bei Fake News, das sagt schon der Wortbestandteil „fake“, nämlich so, dass Nachrichten verschiedener Art mit voller Absicht falsch verbreitet werden. Ein Ereignis oder Sachverhalt wird einfach erfunden, gefälscht, ausgedacht oder es wird etwas, dass tatsächlich passiert ist, wird verändert, verfälscht oder bis zur Unkenntlichkeit verdreht. Es kann auch sein, dass ein Text oder ein Foto in einem falschen Zusammenhang verbreitet wird, auch das eine Variante von Fake News.
Kurz: Nachrichten werden fingiert. Und das nicht einfach zum Spaß.

Wir alle erinnern uns bestimmt an das Auftauchen von Fake News im Zusammenhang mit der Debatte um Geflüchtete Menschen oder aus dem Wahlkampf um das US-Präsidentenamt – beides sind Themen, die die Menschen hier im Land und in vielen Ländern der Welt stark beschäftigen, und genau das – Themen, die irgendwo einen Nerv berühren –  sind die Stellen, an denen sich Fake News leicht verbreiten lassen.
Man nehme ein Thema, dass für viele Menschen wichtig ist, vielleicht sogar noch eines, das Aufregung, Sorge, Freude oder Ängste auslöst und über das die Menschen gerne reden, man erstelle einen entsprechenden Post in einem beliebigen Sozialen Netzwerk und entlasse ihn dort in die Freiheit. Wenn er überzeugend gemacht ist, den Anschein der Seriosität erweckt und auch noch das eigene Interesse trifft, dann ist der Finger bei den Lesern schnell auf dem Teilen-Knopf. Wenn das viele so machen, dann kann es sehr schnell gehen, dass ein Post mit Fake News massenhaft geteilt wird, viral geht, jeder ihn einmal gelesen hat und alle glauben, die Information entspricht der Wahrheit. Dann kann es sogar passieren, dass Journalisten die Nachricht aufnehmen und weiterverbreiten.

 

Und was soll das?

Ja, eine gute Frage. Hinter dem Verbreiten von Fake News kann Vieles stecken. Manche Fake News wollen einfach nur Unruhe stiften oder Angst machen. Mit manchen soll vielleicht die öffentliche Meinung beeinflusst werde. Insbesondere im Vorfeld von Wahlen können Fake News benutzt werden, um z.B. die Glaubwürdigkeit von Politikern zu untergraben oder Gerüchte in die Welt zu setzen, die die Wahrnehmung bestimmter Parteien oder Personen manipulieren. Oder es soll Geld verdient werden: wenn hinter einem Post ein Link steckt, der, wenn er angeklickt wird, für den Urheber Einnahmen generiert, z. B. aus Werbung. Andere Links können Viren auf euren Computer einschleusen oder eure Daten ausspähen. Und vermutlich gibt es noch viele andere Absichten, mit denen Fake News in die Welt gesetzt werden.
Ihr seht also: es gibt verschiedene Gründe für Fake News und das Weiterverbreiten kann unter Umständen mehr oder weniger schlimme Folgen haben – für euch selbst, für andere Leute oder für sogar für uns alle, ganz offensichtlich oder auch ziemlich unbemerkt, im Kleinen und im Großen. In jedem Fall aber sind wir falsch informiert und machen uns eventuell ein falsches Bild von der Welt, in der wir leben.

Ihr seht also: Fake News ist nicht etwas, das nur anderen passiert und  das  mit dem einzelnen nichts zu tun hat. Fake News ist etwas, das uns jeden Tag begegnen kann, egal, wo wir uns im Netz bewegen, vor allem in den sozialen Medien. Mit ein paar einfachen Schritten ist es aber gar nicht so schwer, Fake News von echten Nachrichten zu unterscheiden. Man muss nur ein wenig die Augen offen halten – was ihr dabei beachten solltet, das schreibe ich dann beim nächsten Mal. Bis dahin!

Für die Zwischenzeit schon etwas Lesestoff und mehr Infos:

http://www.ard.de/home/ard/ARD_de_Spezial__Fakten_statt_Fake_News/3690810/index.html
Eine Themenseite der ARD mit vielen Links und Verweisen.

https://www.goethe.de/de/m/kul/bib/21001176.html
Ein Infobeitrag vom Goethe-institut.

http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/das-junge-politik-lexikon/239951/fake-news
Kurzinformation der der Bundeszentrale für politische Bildung…

https://de.wikipedia.org/wiki/Fake_News
…und der passende Wikipedia-Artikel.

http://www.bibliotheksportal.de/service/nachrichten/einzelansicht/article/wie-erkenne-ich-fake-news.html    Studierende der HdM Stuttgart entwickeln Leitfäden für die Praxis  –  Wie erkenne ich Fake News.

(ml)

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