Ein paar unserer eBook-Reader

 

„Ääh, tja, gute Frage, das kommt drauf an, was lesen Sie denn gerne?“ oder „Bei uns können Sie eBooks aber nur leihen.“ – das könnte ich beides antworten, aber beides würde die Frage nicht richtig beantworten und außerdem zu Verwirrungen führen. Denn: was mit der Frage gemeint ist, ist (meistens) nicht wirklich ein eBook, also ein elektronisches Buch, sondern ein eBook-Reader, also ein Gerät, das extra für das Lesen von eBooks gemacht ist. Der feine Unterschied also.

Bei uns an den Auskunftstischen habe ich die Frage aber in letzter Zeit häufiger mal gehört und deshalb könnt ihr jetzt diesen Beitrag hier lesen. Hier geht es um eBooks, um spezielle Lesegeräte, und welche ihr mit unserer onlineBibliothek benutzen könnt und welche nicht. Erwartet nur bitte keine Kaufempfehlung, denn erstens darf ich das gar nicht und zweitens sind die Geschmäcker und Vorlieben beim Lesen ja ganz verschieden, so dass ich es auch gar nicht kann. (Mal ganz abgesehen davon, dass ich ja selbst auch nicht alle Lesegeräte geprüft oder auch nur ausprobiert habe.)
Die Qual der Wahl

Wenn mich jemand an der Auskunft danach fragt, welchen eBook-Reader er denn benutzen kann, dann kann ich fast immer davon ausgehen, dass sie oder er einen kaufen möchte, um die eBooks zu lesen, die es bei uns in der onlineBibliothek gibt.

Die schnelle Antwort ist dann: da kann man nicht viel falsch machen, wenn man eins der gängigen, im Handel erhältlichen Modelle wählt, liegt man fast immer richtig. Der einzige eBook-Reader, der mit der onlineBibliothek nicht funktioniert, ist der Kindle der Firma Amazon, also aufgepasst! Warum das so ist? Amazon verwendet für die dort erhältlichen eBooks ein eigenes Dateiformat, das nur mit ihrem eigenen Reader funktioniert und umgekehrt. Der Kindle fällt also für uns weg. Das ist aus meiner Sicht die erste wichtige Information.

 

Worauf soll ich achten?

Dann gibt es noch ziemlich viele andere Reader, manche gängig, manche weniger. Am bekanntesten sind die Namen Tolino, Kobo, PocketBook und vielleicht von den älteren Geräten noch der OYO und der Sony eReader. All diese gibt (oder gab) es in verschiedenen Versionen zu verschiedenen Preisen und mit leicht unterschiedlicher Ausstattung. Gemeinsam haben sie aber: eBooks lesen kann man mit allen. Schaut euch bei der Auswahl einfach genau an, welche der zusätzlichen Funktionen ihr wirklich braucht, welche ihr gerne dabei hättet und wieviel das Ganze kosten darf. Die gebräuchlichsten Reader sind für einen Preis zwischen 70 und 170 Euro zu haben – das ist ja schon ein ziemlicher Unterschied, also kann der Blick auf für euch vielleicht überflüssige Funktionen entscheidend sein. WLAN und einen Touchscreen haben die aktuellen Modelle, soweit ich weiß, mittlerweile alle, die Unterschiede sind dann z.B.: Licht vorhanden oder nicht, Lichtstärke und –farbe anpassbar oder nicht, Art der Übertragung der eBooks auf das Gerät (per WLAN möglich?), Speicherplatz, Schutz gegen Wasserspritzer, Art des Blätterns im Buch(Tippen, Wischen, mit Tasten…), Suchmöglichkeiten im Buch, hinterlegte Wörterbücher, Akkulaufzeit, Gewicht, Bildschirmauflösung….

 

Zum Lesen besser als ein Tablet…

Ach ja, der Bildschirm. Für jemanden, der sich einen eBook-Reader kaufen möchte, ist das vielleicht auch eine wichtige Information. Ich habe schon mehrfach von Lesern gehört, dass sie einen eBook-Reader und das Lesen von eBooks deshalb ablehnen, weil sie ja auch sonst nicht gerne auf einem Tablet-PC lesen. Hier gibt es aber einen nicht ganz kleinen Unterschied, denn: eBook-Reader sind ja nicht nur im Hinblick auf Dateiformat, Übertragung und Abbildung des Textes auf eBooks spezialisiert und genau daraufhin optimiert, sondern eben auch auf die Lesbarkeit und eine angenehme Darstellung für das lesende Auge.
Übrigens, ich will Euch nicht verschweigen, dass ihr die Bücher aus der onlineBibliothek natürlich trotzdem auf Eurem Tablet oder Smartphone lesen könnt – jeder wie er mag. Aber wie das geht, das ist Stoff für einen anderen Beitrag.

 

…wegen der elektronischen Tinte

Anders als ein Tablet verwenden die eReader eine Art elektronisches Papier mit der eInk-Technologie, einer Art „elektronischer Tinte“.  Mit dieser Technologie wird eine Darstellung des Textes erreicht, der der Optik von bedrucktem Papier sehr nahekommt – es gibt kein Flimmern, kein Spiegeln und für die Augen ist es auch noch angenehm, eigentlich alles wie bei einem „normalen“ Buch. Trotzdem gibt es auch bei den Readern jetzt den großen Vorteil einer (zuschaltbaren) Beleuchtung, die beim Lesen im Gegenlicht oder Halbdunkeln hilft, aber anders als die „anstrengende“ Beleuchtung beim Tablet kommt diese nicht von hinten, sondern wird von der Seite erzeugt und über die Oberfläche gleichmäßig und augenschonend verteilt.
Noch ein Vorteil: Zusätzlich braucht ein eInk-Display nur ganz wenig Strom, so dass einmal Aufladen für mehrere Wochen ausreichen kann. Perfekt für den Urlaub. Was aber auch dazu gesagt werden muss: die eInk kann keine Farbe, ist also am besten, wenn euer Buch vor allem Text hat und keine Bilder.

 

Was ist dieses ePub?

Ein bisschen was möchte ich auch noch zum Dateiformat sagen. Oben habe ich es kurz erwähnt, der Kindle hat ein ganz eigenes, alle anderen eBook-Reader teilen sich eines bzw., genauer gesagt, können alle ein gemeinsames verarbeiten, nämlich das „ePub“. Das findet ihr auch bei den eBooks in unserer onlineBibliothek, bei manchen gibt es dazu auch die Option, sie als PDF herunterzuladen.

Außerhalb des Amazon- und Kindle-Systems ist das ePub-Format das gebräuchlichste und wird euch fast überall begegnen, wo es um eBooks geht, egal ob ihr eBooks kauft oder leiht. Das Besondere an diesem Format ist, dass es dem Leser erlaubt, den Text ganz nach seinen Bedürfnissen an seine Bildschirmgröße und Lesegewohnheiten anzupassen. Den Text größer oder kleiner machen, oder die Breite des Textblocks oder die Schriftart zu verändern ist damit kein Problem. Ein Text, der im ePub-Format vorliegt, macht das alles mit und die Darstellung des Textes bleibt immer optimal lesbar. Der Unterschied zum PDF ist damit klar: während das Layout, also Schriftgröße, Absätze, Abstände etc., beim PDF fest vorgegeben ist und auf dem eReader nur bedingt anders dargestellt werden kann, bedeutet das ePub eine höhere Flexibilität und bessere Anpassung an eure persönlichen Vorlieben. Also: auch wenn die üblichen Geräte das alle können, werft trotzdem vor dem Kauf einen Blick auf die möglichen Dateiformate. ePub sollte auf jeden Fall dabei sein.

 

Und was soll ich jetzt kaufen?

Also: welcher eBook-Reader ist der Beste? Ich kann dazu nur Folgendes sagen: Bisher habe von den gängigen Modellen noch keinen in der Hand gehabt, den ich nicht zumindest ordentlich bis gut fand. Wenn ihr ein einigermaßen aktuelles Modell kauft, könnt ihr sicher sein, dass er die grundlegenden und wichtigen Funktionen enthält, nämlich: die Möglichkeit, eBooks draufzuladen und anzuzeigen, WLAN und Touchscreen. Macht euch vor dem Kauf klar, was ihr an Zusatzfunktionen braucht oder wollt oder welche überflüssig sind. Ein Beispiel: Braucht ihr Licht, dass sich nach Tageszeit anpassen lässt oder reicht auch ganz normales? Und: schaut euch ein paar Reader an, wieviel sie wiegen, wie sie aussehen, wie sie in der Hand liegen, wie die Menüführung ist und so weiter. Das könnt ihr in vielen Buchhandlungen, im Elektronikfachhandel oder sogar bei uns: wir haben im Erdgeschoss, im Lesefenster unsere „eBar“ wo ein paar Modelle für Euch zum Ansehen und Ausprobieren bereitstehen. Besonders, falls ihr einen älteren oder gebrauchten Reader kaufen möchtet, schaut bitte vorher, ob das Betriebssystem noch ordentlich unterstützt wird und ob es weiterhin ohne Aufwand möglich ist, Bücher auf den Reader zu laden, das kann bei den älteren manchmal deutlich lästiger sein als bei den neuen Modellen, z.B. nur über den Umweg, sie an den Computer anzuschließen.

 

Ich brauche aber noch mehr Informationen!

Wenn es dann ans Eingemachte geht, und die Entscheidung für ein Gerät getroffen werden soll, gibt es viele Möglichkeiten, genauere Informationen aus dem Netz zu holen. Ganz viele Leute haben sich schon damit beschäftigt, Reader zu testen, zu bewerten oder die Funktionsweise zu erklären. Eine kleine Auswahl von guten Informationen findet ihr zum Beispiel auf den folgenden Seiten:

https://www.test.de/E-Book-Reader-Zwei-Welten-zwei-Testsieger-4806170-0/
Ein Test der Stiftung Warentest, der allerdings schon älter ist, von 2015. In der Zwischenzeit sind schon wieder neue Modelle erschienen, aber trotzdem ist der Test ganz hilfreich für einen Überblick und grundlegende Informationen.

Hier findet ihr außerdem eine aktuelle Liste mit den aktuell erhältlichen Readeren, die mit den Büchern aus der onlineBibliothek funktionieren:
http://cms.onleihe.de/opencms/export/sites/default/divibib-customer/common/de/eBookReaderKompatibilitaetsliste_Onleihe.pdf

Zusätzlich gibt es auch eine Broschüre, die alle Informationen rund um das Lesen von eBooks, Dateiformate und Lesegeräte enthält. Das Heftchen kriegt ihr bei uns in der Zentralbibliothek übrigens auch in gedruckter Form.
http://cms.onleihe.de/opencms/export/sites/default/divibib-customer/common/pics/eBooks-Ein-Ratgeber-fuer-Einsteiger.pdf

Und bei der nächsten Seite findet ihr eine superausführliche Info über alle Details zu vielen verschiedenen eBook-Readern, auch den weniger gängigen:
http://allesebook.de/ebook-reader/

Und jetzt: Viel Spaß bei der Auswahl!

 

 

 

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