Schon mal gehört?

Wenn ihr euch für uns interessiert, dann interessiert ihr euch möglicherweise auch sonst für Bibliotheken. Und wenn ihr euch auch sonst für Bibliotheken interessiert, dann habt ihr vermutlich auch irgendwo schon mal den Begriff Makerspace gehört oder gelesen. Es könnte auch FabLab, Repaircafe, Hackerspace, TechShop, offene Werkstatt oder etwas Ähnliches gewesen sein.

Ihr wisst nicht, was damit gemeint ist? Oder ihr habt eher eine vage Vorstellung , was das sein könnte? Tja, das ging mir beim ersten Mal auf jeden Fall so, also macht euch keine Sorgen, falls das bei euch auch so ist. Wenn man einfach mal losrecherchiert, findet sich übrigens tatsächlich auch kaum eine eindeutige und kurze Definition des Begriffs.

Also versuche ich mal, zu erklären, was das ist und welcher Gedanke dahinter steckt.

Ich bleibe hier, wie es die Überschrift schon sagt, beim Begriff Makerspace und lasse die anderen, die alle ihre speziellen Eigenheiten und Schwerpunkte haben, für heute mal beiseite. Die Idee hinter all diesen Konzepten ist aber im Grunde ähnlich wie beim Makerspace.

Makerspace, ganz kurz gesagt

Ein Makerspace ist nämlich, ganz einfach gesagt, eben genau das, was der Begriff besagt: ein Raum zum Machen. Der Kern des Ganzen ist es, etwas selbst zu machen, etwas zusammen zu machen, etwas herzustellen (im weitesten Sinne) und dies in einem dafür bestimmten Raum, Platz, Ort zu tun, alleine oder vor allem mit anderen zusammen.

Dinge machen

Viele Menschen interessieren sich dafür, Dinge selbst zu machen und dieses Selbermachen auch mit anderen zu teilen. Dabei kann es um ganz verschiedenen Dinge gehen: Möbel bauen, Kleidung herstellen, Kochen, aber auch eher Technisches wie Programmieren, Musik selbst produzieren und bearbeiten oder Elektrotechnik zum Anfassen.

Für das Selbermachen gibt es natürlich so viele Beweggründe, wie es Selbermacher gibt, aber Kreativität, Nachhaltigkeit und das Lernen und Schaffen von Neuem sind Gedanken, die eine ganze Bewegung ins Leben gerufen haben. Der Begriff „Do It Yourself – DIY“ ist sicher jedem von uns schon einmal untergekommen und ganz eng mit dem Gedanken des Makerspace und der Maker-Bewegung verbunden.

Wenn ich etwas selber machen und vielleicht auch Neues ausprobieren möchte, habe ich aber vielleicht ein Problem: Nicht alle Werkzeuge und Instrumente für die oben angesprochenen Bereiche hat jeder zu Hause, manche sind sehr teuer, ziemlich speziell oder ganz schön groß. Manche möchte man erstmal ausprobieren, bevor man sie kauft oder braucht Hilfe bei der ersten Benutzung. Vielleicht gibt es sogar Werkzeuge, die ich noch gar nicht kenne und die mir erstmal jemand zeigen muss.

Und genau da kommt der Makerspace ins Spiel. Er ist ein offener Raum, der den Besuchern verschiedene Geräte, Technologien, Hardware und Software bietet, die kennengelernt werden können, mit denen experimentiert und ausprobiert werden darf. Der Schwerpunkt sind dabei häufig neue Geräte und Technologien, an die man sonst nicht so einfach drankommt, z.B. (fast schon der Klassiker im Makerspace) ein 3D-Drucker, Laserplotter und –cutter, Virtual-Reality-Brillen, Mischpulte, Schnittpulte, Videoschnittsoftware, Musikinstrumente, Nähmaschinen, Robots, 3D-Scanner, Geräte für die Digitalisierung von Schallplatten und vieles mehr.

Aber ein Makerspace kann auch das gemeinsame Gärtnern, Handarbeiten oder Kochen sein.

Offene Räume

Makerspaces sind offene Räume und bieten damit für alle einen Zugang zu neuen Technologien. Es gibt in der Regel zwar auch Kurseinheiten zur Benutzung einzelner Werkzeuge, durch ihre Offenheit laden sie ihre Besucher aber auch dazu ein, miteinander in Kontakt zu kommen, sich Dinge zu zeigen, sich auszutauschen und voneinander zu lernen. Indem man über die Dinge spricht, sie sieht und anfasst und etwas mit den eigenen Händen macht, ist ein leichter und spielerischer Zugang zum Wissen, Verstehen und Lernen möglich.

Aber was haben Bibliotheken damit zu tun?

Nun ja, der Gedanke des Makerspace ist doch gar nicht so weit weg von der der Bibliotheken, oder? Es geht um den Zugang zu Wissen und es geht um einen Ort, der für Teilhabe und Kommunikation steht. Es geht um einen offenen, nicht-kommerziellen Raum und um das Lernen von- und miteinander. Der Name ist zwar neu, die Werkzeuge auch, aber die Idee ist die gleiche.

Und gerade eine Bibliothek, die für alle Menschen offen ist, die frei zugänglich ist und die auch schon als Raum wahrgenommen und genutzt wird, in dem gemeinsam gelernt, gelesen und Zeit verbracht wird, ist doch großartig für so einen Makerspace, oder?

Wollt ihr Euch mal ansehen, was andere Bibliotheken so in ihren Makerspaces zu bieten haben? Dann schaut doch einmal hier vorbei bei den beiden Links unten vorbei. Würde euch sowas auch bei uns gefallen? (ml)

http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/stadtbibliothek/zentralbibliothek/musik-medien-makerspace

http://www.slub-dresden.de/service/arbeitsplaetze-arbeitsraeume/makerspace/

 

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