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Die Münchner Stadtbibliothek hat anlässlich ihres Symposiums „Public! Die Stadt und ihre Bibliotheken“, das am 23. und 24. Februar in der Münchner Stadtbibliothek Am Gasteig stattfindet, zu einer „Blogparade“ aufgerufen. Während dieser zwei Tage soll mit vielen internationalen Gästen über die Zukunft der Bibliotheken nachgedacht und diskutiert werden. Wir in Düsseldorf sind auch gerade in einem spannenden Zukunftsprozess, in dem wir über die Zukunft der Bibliotheken und insbesondere über die Zukunft der Zentralbibliothek nachdenken und an Konzepten stricken. Wir sind gerne bei der Blogparade der Kolleg*innen dabei, berichten aus Düsseldorf und freuen uns über das Münchner Engagement.

In einem WorldCafé mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Zentralbibliothek haben wir uns ausführlich mit der Zukunft der Zentralbibliothek beschäftigt, aus der wir eine „Vision für die Zentralbibliothek 2020“   der Zukunft entwickelt haben. An dieser Umsetzung arbeiten wir bereits Tag für Tag, Schritt für Schritt.

Die ersten Schritte

Die Bibliothek der Zukunft ist für uns ein sehr lebendiger Ort, wo Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen willkommen sind und Raum für ihre Bedürfnisse finden. Raum zur Kommunikation, Raum zum Lernen und Arbeiten in Gruppen, Raum zum Musizieren und Kreativsein – aber auch Raum zur Kontemplation. Eine klare Definition von verschiedenen Bereichen in einer Bibliothek erscheint uns wichtig.

Düsseldorf ist eine stark international geprägte Stadt: Diese Weltoffenheit gehört für uns selbstverständlich zum künftigen Bibliothekskonzept dazu. Der Geist der Internationalität, Weltoffenheit und Toleranz sollen künftig wie eine farbige, bunte Folie über allen Angeboten und Konzepten der Bibliothek liegen. Dadurch wird die Zentralbibliothek der Zukunft zu einem wichtigen Ort der Integration. Das im letzten Jahr gestartete „Willkommen-Café“ der Zentralbibliothek für Flüchtlinge und Neuankömmlinge in Düsseldorf unterstützt diesen Anspruch.

Wir lernen heute immer mehr durch das Tun: „Learning by Doing“ prägt eine ganze Generation und hat so die „Maker Space“-Bewegung hervorgerufen, die längst in Bibliotheken Einzug gehalten hat. Warum? Weil man Bibliotheken besucht, um Wissen zu erlangen, zu lernen und Informationen zu finden. Heute will man Wissen aber eben durch das „Selbstmachen“ und Erleben bekommen und sich nicht nur durch Bücher anlesen.

Wir glauben daher, dass sich die Zentralbibliothek der Zukunft dadurch auszeichnet, dass sie das Prozesshafte stärker lebt, darum haben wir in unserer Vision formuliert: „Die Zentralbibliothek lernt aus ihrem Tun. Die Bereitschaft zum Lernen und Experimentieren hat einen hohen Stellenwert. Sie bleibt für zukünftige Entwicklungen flexibel. Angebote werden prozesshaft gesehen und immer wieder hinterfragt.“

Diese Formulierung in der Vision ist eine Herausforderung für uns Bibliotheksmenschen, wir halten dies aber für den richtigen Weg. Denn der Erfolg der Bibliothek der Zukunft liegt auch in der Art und Weise, wie wir arbeiten: Es muss nicht von vornherein alles bis ans Ende durchdacht sein und als fertiges Angebot präsentiert werden. Wir wollen selbst im Prozess lernen und dies nicht allein – wir wollen die Besucherinnen und Besucher der Bibliothek mit einbinden, gemeinsame Prototypen entwickeln und dadurch die bestmögliche Lösung anbieten.

So geht es weiter

Wir wissen, die Motivation, in einer Bibliothek zu arbeiten, war noch vor 20 Jahren eine grundlegend andere. Die Liebe zum Buch stand häufig im Mittelpunkt. Heute gehören die Fähigkeiten offen mit Menschen zu kommunizieren, Wissen aktiv vermitteln zu können und die Auswirkungen der Digitalisierung und aktueller gesellschaftlicher Trends immer im Blick zu haben, zu zusätzlich erforderlichen Schlüsselqualifikationen von Bibliotheksbeschäftigten.

Die Bibliothek der Zukunft muss stetig auf aktuelle Entwicklungen reagieren können. Die digitale Revolution und der starke gesellschaftliche Wandel werden immer wieder Auswirkungen auf alle Angebote der Zentralbibliothek der Zukunft haben müssen: Medienangebote, Services, Öffnungszeiten, Zielgruppen, Einrichtung – alles wird sich immer wieder verändern. Die inhaltlichen Konzepte bestimmen dabei den Raum und dessen Gestaltung. Daher sind Flexibilität und Mut zum Experiment gefragt.

Und „last but not least“ wollen wir auch unseren Markenkern „Buch und Literatur“ in Zukunft nicht vernachlässigen und beispielsweise auch die Digitale Gesellschaft darüber erreichen. Aktuell ist unsere neue Veranstaltungsreihe „#blogsofa“ ein gutes Beispiel für die beginnende Umsetzung: Wir geben im Netz publizierenden Blogger*innen in der Zentralbibliothek eine Bühne. Unsere Vision ist klar: „Die Zentralbibliothek ist das literarische Zentrum und der „Ort der Literatur“ in Düsseldorf.“

Bibliotheken werden überleben, wenn sie flexibel bleiben und sich tatsächlich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren. Die Bibliothek der Zukunft muss auf die Fragen der modernen Gesellschaft Antworten bereithalten. (sts)

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