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September 2016. Endlich geht es los: nach vier Semestern Studium der Bibliothekswissenschaft, nach zwei Jahren Theorie, Vorlesungen, Hausarbeiten und Klausuren steht das Praxissemester an. Endlich raus in die echte Welt!

Und erstmal nach Gerresheim. Hier in der Stadtteilbücherei arbeitet ein kleines Team aus fünf Leuten, die Leser/innen kommen aus der Nachbarschaft und man kennt sich oft mit Namen. Erstmal nicht das, was ich mir unter meinem Praktikum in der Großstadtbibliothek vorgestellt hatte.

Doch in dieser kleinen Zweigstelle im beschaulichen Gerresheim hatte ich die Möglichkeit, mich einen Monat lang in die Abläufe des Bibliotheksalltags einzugewöhnen, erste Erfahrungen im Auskunftsdienst zu machen, und das Bibliotheksleben hautnah zu erleben. Und das gelang hervorragend, aufgrund toller Kollegen und toller Kunden, die sich auch nie beschwerten, wenn sie zwischendurch mal etwas geduldiger mit mir sein mussten, wenn ich für sie mit der für mich noch ungewohnten Bibliothekssoftware kämpfte.

Im Oktober folgte dann mein Umzug in die Zentrale am Hauptbahnhof. Was für ein Unterschied! Alleine der Bürobereich ist hier größer als die gesamte Bücherei in Gerresheim, und ich brauchte schon eine ganze Weile, mich überhaupt zurechtzufinden (welche Tür führt jetzt zurück zu den Büros und wo geht’s in den Keller zum Magazin? Und mit welchem Aufzug komme ich in die zweite Etage? Wo standen nochmal die Biographien?).

Es gibt eine beeindruckende Musikbibliothek, eine liebevoll eingerichtete Kinderbibliothek, einen riesigen Bestand, in dem man stundenlang stöbern kann, viel Platz für Veranstaltungen (und jede Menge Veranstaltungen)…

Die Flut an zurückgegebenen Medien läuft über eine Sortieranlage im Erdgeschoss. Hier werden die Medien per Förderband automatisch in die richtige Kiste befördert. Hat irgendwie was Hypnotisierendes, da zuzugucken.

Zunächst mal gab es für mich jede Menge Einführungen in die verschiedenen Abteilungen. Das heißt erstmal wieder viel zuhören und lernen. Etwas länger konnte ich mich dann in der Kinder-und Jugendbibliothek und später im Lektorat für Kunst aufhalten (Die Lektoren sind für die Bestandspflege und die Auswahl neuer Medien zuständig), wo ich auch eigene Aufgaben, sowie einen intensiven Einblick in die Abläufe und Aufgaben der Abteilungen bekam.

Dadurch, dass ich außerdem bei allen Sitzungen dabei sein kann, bekomme ich einen guten Einblick in das, was in den ganzen Abteilungen hinter den Kulissen gerade so läuft.

Und irgendwo ist immer irgendwas los, vom „Willkommens-Café“ über Lesungen und Kindertheater bis Mario-Kart-Turnier.

Parallel läuft dabei die ganze Zeit noch mein Projekt #twittothek, das ja schon an anderer Stelle vorgestellt wurde. Hier soll es darum gehen, per Twitter einen Auskunftsdienst anzubieten, der genauso gut ist, wie der vor Ort. Zwischendurch geht’s dann natürlich auch noch an die „physische“ Auskunftstheke.

Jetzt bin ich noch bis Weihnachten hier und habe immer noch das Gefühl, jede Menge zu entdecken zu haben. Ich freu mich drauf!

Sebastian

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