tschernoVor dreißig Jahren, am 26. April 1986, ereignete sich die bislang schwerste und folgenreichste Katastrophe in einem Kernkraftwerk. Dreißig Jahre vorher, im Jahr 1956 hat der Philosoph Günther Anders, ausgelöst durch die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki, im dem ersten Band seines Werkes Die Antiquiertheit der Menschheit analysiert, dass ein prometheisches Gefälle zwischen dem menschlichen Vermögen und den von den Menschen konstruierten Maschinen bestehe, das es unmöglich mache, die Technik in ihren Auswirkungen intellektuell und emotional vorherzusehen und zu beherrschen. Auf grausame und tragische Weise wurden seine Thesen durch die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl bestätigt. Swetlana Alexijewitsch, die Nobelpreisträger des Jahres 2015, hat in ihrem Buch Tschernobyl. Eine Chronik der Zukunft, das vor zehn Jahren erstmals in deutscher Sprache erschien, das Leiden der Menschen, die im Umkreis des zerstörten Atomkraftwerkes lebten, dokumentiert, indem sie ihnen zuhörte und ihre Worte aufschrieb.

Natacha Bustos und Francisco Sánchez erzählen in ihrer 2016 erschienen Graphic Novel Tschernobyl. Rückkehr ins Niemandland die Geschichte einer Familie, die infolge der Katastrophe gezwungen wurde, ihr bisheriges Leben radikal zu verändern. Ohne viele Worte, präzise und einfühlsam gezeichnet werden Lebensträume und deren vollständige Zerstörung in der Familie aus drei Generationen durch den Reaktorunfall dargestellt.

In der Zentralbibliothek steht die Graphic Novel steht in der Zentralbibliothek unter der Signatur Icg Tscher, das Werk von Günther Anders unter der Signatur Ekp 1 Anders, das Werk von Swetlana Alexijewitsch unter der Signatur Wfl 5 Alexij

(kph)

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