(https://de.wikipedia.org/wiki/Swetlana_Alexandrowna_Alexijewitsch#/media/File:Swetlana_Alexijewitsch_2013.jpg)
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Das literarische Werk der weißrussischen Autorin Svetlana Alexijewitsch ist einzigartig in der Literaturgeschichte. Sie gibt Menschen eine Stimme, die sprachlos gemacht wurden und selbst sprachlos geworden sind angesichts der Unterdrückung und Verfolgung während des 20. Jahrhunderts auf dem Gebiet der Sowjetunion. Sie zeigt authentisch, was die Menschen unter den Grauen des Bürgerkrieges, des Krieges und der Vernichtung sowie der von Menschen herbeigeführten Katastrophen empfinden und denken.

 

Dokumentarisch, montierend und multiperspektivisch – vor ihr haben schon andere Schriftsteller diese Stilmittel verwendet, um ihre Empathie mit den von geschichtlichen Ereignissen betroffen Menschen auszudrücken. Aber kein anderer verwendet diese schriftstellerische Technik und Einstellung so konsequent in dem gesamten Werk um auf Missstände aufmerksam zu machen wie Svetlana Alexijewitsch. Ob in Der Krieg hat kein weibliches Gesicht von 1985, Zinkjungen von 1989, Tschernobyl. Eine Chronik der Zukunft von 1997, Die letzten Zeugen. Kinder im Zweiten Weltkrieg von 2004 oder Secondhand-Zeit. Leben auf den Trümmern des Sozialismus von 2013, ihre Collagen zeigen in ihrer Vielstimmigkeit biographische Skizzen vom beschädigten Leben in Russland, Weißrussland und der Ukraine im blutigen 20. Jahrhundert. Dank des Nobelpreises für Literatur wird die Aufmerksamkeit nicht nur auf das Werk und die Person von Svetlana Alexijewitsch, sondern auch auf die bedrückenden Schicksale sehr vieler Menschen in Osteuropa gelenkt.

Die Werke von Svetlana Alexijewitsch sind in der Zentralbibliothek und der onlineBibliothek vorhanden. (kph)

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