Vor über 250 Jahren, am 10. März 1762, wurde in Toulouse Jean Calas wegen der vorgeblichen Ermordung seines Sohnes aus religiösen Gründen auch für damalige Verhältnisse brutal und grausam hingerichtet. Es dauerte drei Jahre, bis der Justizmord erkannt und Jean Calas posthum rehabilitiert wurde. Maßgeblich zu diesem Wandel trug das Buch Traité sur la tolérance (Über die Toleranz) von Voltaire bei. Detailliert und minutiös wies Voltaire auf Widersprüche und Ungereimtheiten in dem Prozess gegen Jean Calas hin. Voltaire nutzte diesen Justizmord aus religiösem Fanatismus, den er selber bei der ersten Beurteilung des Urteils in gemäßigter Form noch teilte, später in seinem Buch, um gegen jede Form von Fanatismus und Intoleranz zu schreiben. Denn erst nachdem er sich über die Fakten aufklärte und aufklären ließ, erkannte er die Brisanz des Falles. Mit seinem Buch erreichte er nicht nur die Revision der Gerichtsverfahrens gegen Jean Calas, sondern ein auch heute noch lesenswertes Plädoyer für Aufklärung, Gewaltenteilung und Toleranz. Das mit einem aktuellen Vorwort von Laurent Joffrin, dem Chefredakteur von Liberátion, versehene Buch befindet sich in der Zentralbibliothek unter der Signatur Lbq 1 Voltai Joffri und als E-Book in der onlineBibliothek.

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