Espresso mit ZeitungUnseren heutigen Espresso trinken wir mit Bob, Bär in der Stadtteilbücherei Gerresheim.

Bob, wie kommt ein Bär zu den Stadtbüchereien?

„Tag ein Tag aus alleine im Wald zu sein, wurde mir eines Tages zu eintönig. Ich ging in die Stadt und kam als Au-pair-Bär bei einer Gastfamilie unter.

Das war eine tolle Zeit, aber auf Dauer auch keine Herausforderung mehr. Nach einigen Jahren litt außerdem mein Fell unter der ständigen Knuddelei. Es wurde stumpf und verlor seinen Glanz.

Die Mutter meiner Gastfamilie vermittelte mir daraufhin den Job in der Bücherei Gerresheim.“

Was sind deine Aufgaben?

„Ich habe viele unterschiedliche Aufgaben, z.B. bin ich für die Sicherheit in der Kinderabteilung zuständig. In Gerresheim leben viele Familien, die unsere Bücherei rege nutzen. Es gibt Tage, da ist es richtig voll und ich behalte dann alle Kinder im Blick und achte darauf, dass für jeden Platz ist.

Ich bin auch Ansprechpartner für Kinderliteratur. Ich kenne mich aus – wissen Sie, ich war lange als Ghostwriter tätig. In der Zeit im Wald habe ich pro Monat ein Buch geschrieben. Bei vielen Autoren verursacht das Stadtleben eine Schreibblockade, da geht die Phantasie schnell stiften – ich half aus, klar.

Mir ist ganz wichtig, dass kein Kind ohne Buch die Bücherei verlässt. Bei dem großen Angebot sieht man manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht, da bin ich dann gefragt. Ob für die ganz kleinen Besucher, für Erstleser oder Leseratten, ich habe meistens einen guten Riecher.

Klingt nicht sehr aufregend, aber oftmals werde ich stürmisch beknuddelt, während ich aus einem Buch vorlese und mit der anderen Tatze ein Kleinkind daran hindere, das unterste Bücherregal zu erklimmen.

Mir macht das großen Spaß, aber nach so einem Tag ist man auch als Bär abends geschafft und fällt müde um.“

Schläfst du dann in der Bücherei?

„Also bitte – nein, natürlich nicht. Wer macht denn so etwas?

Ich gehe wie jeder andere auch nach Hause. Ich habe im Grafenberger Wald mit Hilfe eines Maklers eine wundervolle Bärenhöhle gefunden. Es ist gar nicht weit von der Bücherei entfernt, manchmal nehme ich allerdings die Straßenbahn.“

Eine letzte Frage, dein Fell sieht fantastisch aus – ist die Zeit des großen Knuddelns vorbei?

„Auf die Gefahr hin, das dies meinem Image als Bär schadet, nein ganz und gar nicht. Es gibt inzwischen eine breite Palette an guten Fellpflegeprodukten – ich liebe das Knuddelbad in der Kindermenge.“

 

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