14Als vor 400 Jahren, am 1. September 1715, der absolutistisch regierende König Ludwig XIV. starb, hielt sich die Trauer in Frankreich in Grenzen.

Im September 1715 stand Frankreich nach 72 Jahren uneingeschränkter Herrschaft finanziell am Abgrund, besonders durch die Folgen des erst 1714 beendeten Spanischen Erbfolgekrieg, in dessen Verlauf auch 1702 Kaiserswerth zerstört wurde. Mit dem Edikt von Fontainebleau vom 18. Oktober 1685 durch Ludwig XIV. hatte die erneute Verfolgung der Hugenotten begonnen. Diese Herrschaft der Intoleranz gegenüber Andersglaubenden und Andersdenkenden endete erst mit der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte am 26. August 1789 während der Französischen Revolution. Zahlreiche Menschen waren im September 1715 deshalb froh, dass die uneingeschränkte Herrschaft dieses Königs, der zugleich oberster weltlicher Gesetzgeber, oberster weltlicher Richter und oberster weltlicher Regent und daher nur an sein eigenes Gesetz gebunden war und so seinen eigenen Launen ohne Widerspruch von anderen folgen konnte, zu Ende war: Die Zukunft konnte nur besser werden. Manche gedenken daher diesen Tag als Beginn der Aufklärung. (kph)

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