kommissarinAusgerechnet auf der Berlinale 1988 durfte der bereits zwanzig Jahre vorher fertiggestellte und sofort als „antisowjetisch“ bezeichnete und verbotene Film von Alexander Askoldow erstmals international gezeigt werden; er wurde mit einem silbernen Bären als Spezialpreis der Jury ausgezeichnet. Während der Kämpfe im Anschluss an die russischen Revolution muss die schwangere Politkommissarin Klawdia Wawilowa im Haus des jüdischen Handwerkers Jefim Magasanik zurückbleiben. Der Filmdienst urteilt: „In faszinierenden Bildkompositionen und Metaphern lotet der Film den Konflikt zwischen inhumaner Kaderpolitik und unverbrüchlicher Menschenwürde aus. An Hand der historischen Situation entsteht ein zeitloses Plädoyer für die moralische Kraft eines human geprägten Lebens, zudem eine eindrucksvolle Sympathieerklärung für jüdisches Lebensverständnis und jüdische Kultur.“

Regie: Alexander Askoldow, Sowjetunion 1967 mit Nonna Mordjukowa und Wassili Schuskin mit Musik von Alfred Schnittke (kph)

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