Cimg0195 Hallo zusammen!
Mein Name ist Sarah, ich bin 21 Jahre alt und komme aus Düsseldorf.
Bevor ich meine Praktikumsstelle in der Stadtteilbücherei Flingern antrat, reiste ich knapp sieben Monate durch das atemberaubende Neuseeland im Rahmen von „Work and Travel“.
Der Beruf des Bibliothekars hat mich irgendwie schon immer interessiert und ich habe mich oft gefragt: Was machen die eigentlich den lieben langen Tag so????

Vor Beginn meines ersten Praktikumstages war ich natürlich etwas nervös und stellte mir viele Fragen:
Was wird alles auf mich zu kommen? Wie werden die Mitarbeiter auf mich reagieren? Wie werde ich mich anstellen? Die Nervosität und Aufregung war, wie ich im Nachhinein feststellen konnte total unbegründet, denn ich merkte sofort wie freundlich und locker die Mitarbeiter dieser Zweigstelle sind. Ich fand es toll, dass die Kollegen mir schon von Anfang an von ihren eigenen Erfahrungen im Beruf berichteten und ich sofort in den Arbeitsalltag mit eingegliedert wurde.

Zunächst durfte ich die Romane einstellen, zusehen wie Leihwünsche bearbeitet werden, beim Kundenservice dabei sein und mich mit der technischen Medienbearbeitung auseinandersetzen. Das Umarbeiten und „Rumfriemeln“ an den AV-Medien brachte mich anfangs zum Rande der Verzweiflung, aber im Laufe der Zeit wurde es zu einer meiner Lieblingsbeschäftigungen, auch wenn wirklich fast jeden Tag der Satz kam: „Sarah, wir hätten da noch ein „paar“ CDs zum Umarbeiten…“

In den nächsten Tagen lernte ich viele weitere Dinge kennen zum Beispiel zum Thema Bestandsarbeit bzw. Bestandspflege. Mir wurde erklärt nach welchen Kriterien Medien aus dem Bestand genommen und hinzugefügt werden, wie dieser Vorgang abläuft und was man alles dabei beachten muss.
In diesem Zusammenhang fiel auch der wunderbare Begriff „Klassifikation“! Puh, was ein Brocken! Als die Leiterin mir die Aufgabe der Bearbeitung der Nietenlisten gab, musste ich erstmal schlucken. Gerade die Arbeit im Sachbuchbestand stiftete in mir oft noch große Verwirrung, da man die Logik der Signaturen erst einmal durchblicken muss. Nachdem ich Kategorie Y überprüft hatte, war mein Kopf nur noch „matsche“, aber ich war froh, dass mir solch eine Aufgabe überhaupt zugetraut wurde und ich sie bewältigen konnte.

Des Weiteren durfte ich morgens die Transportkisten zurückverbuchen und zusehen, wie gewisse Medien für die Kunden bereitgestellt wurden. Ich lernte wie man neue Medien einzuarbeiten oder zu. Ich merkte schnell:
Es gibt ja doch ganz schön viel zu tun in so einer Bibliothek!

An einem Donnerstag durfte ich in der Zweigstelle Unterrath an einer Veranstaltung zum Thema „Facebook“ teilnehmen, welche wirklich sehr interessant war. Was ich besonders cool fand, war, dass sich nach dem Vortrag eine offene Diskussion zum Thema entwickelte.
Den restlichen Tag verbrachte ich dann auch noch in Unterrath, was sehr schön war, da ich noch eine andere Zweigstelle und deren Team kennen lernen durfte und auch merkte, wie unterschiedlich sich die einzelnen Filialen sind in Bezug auf Aufbau und Gestaltung der Bibliothek.

Die Woche darauf fand noch eine Veranstaltung statt, diesmal jedoch im Kinder-und Jugendbereich. Uns besuchte eine Grundschulklasse des 2. Schuljahres und auch hier war es spannend zu sehen, wie alles so vorbereitet wurde und ablief. Das Bilderbuchkino ist mir in besonders toller Erinnerung geblieben, da es so lebhaft und witzig von der Kinderbibliothekarin gestaltet wurde und auch die Kinder richtig begeistert zu sein schienen.
Im Nachhinein erklärte mir die Leiterin auch noch einiges zum Thema Veranstaltungsarbeit, wie oft sie stattfinden müssen bzw. dürfen, was alles dafür vorbereitet werden muss etc. Was mir dabei besonders gefällt, ist, dass man als Bibliothekar sehr frei in seinen Ideen ist, was die Art der Veranstaltung betrifft.
Es müssen also nicht immer nur Lesungen sein, man kann seiner Kreativität freien Lauf lassen und viele kulturelle Aspekte zum Beispiel aus anderen Ländern mit einfließen lassen.

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So langsam traute ich mich dann auch endlich mal die Sachbücher einzustellen, trotz großem Respekt vor den Signaturen ;-), aber ich sah es als neue Herausforderung für mich und im Nachhinein hat es mir sogar richtig Spaß gemacht!

Ein letzter Höhepunkt war für mich die Fortbildung bzw. der Zukunftsworkshop, der für die Mitarbeiter der Stadtbüchereien Düsseldorf veranstaltet wurde. Es wurde sehr abwechslungsreich und lebhaft über neue Initiativen und Ideen für die Bücherei gesprochen und gerade hierbei wurde mir klar, wie viele verschiedene Aspekte zur Gestaltung und Erhaltung einer Bücherei beitragen. Sei es einfach nur die äußere Erscheinung oder neue, moderne Techniken, die eine Bücherei viel lebendiger und ansprechender wirken lassen. Der Vortrag war wirklich inspirierend und ich war wirklich froh, dass ich dabei sein durfte!

Nichts desto trotz arbeitete ich weiterhin liebend gern in der schönen Zweigstelle Flingern.
Besonders stolz bin ich darauf, dass wir es geschafft haben sämtliche falsche Signaturen der Kinder und Jugend CDs zu korrigieren und ich dabei so tatkräftig mitwirken konnte. Ein Hoch auf uns würde ich sagen!

Nun ja irgendwie gingen die restlichen zwei Wochen meines Praktikums dann doch vorbei (leider viel zu schnell) und es hieß Abschied nehmen.
An dieser Stelle möchte ich mich ganz besonders herzlich bei einem FaMI-Kollegen bedanken, der mich super durch mein Praktikum begleitete, mir so viel erklärt und erzählt hat und vor allem immer sehr, sehr viel Geduld mit mir hatte. Außerdem legte er mir das Dschungle-Buch Motto nahe, was es mir oftmals erleichterte die Ruhe zu bewahren, wenn mal etwas nicht so gut geklappt hat: „Denn mit Gemütlichkeit kommt auch das Glück zu dir!“

Natürlich möchte ich mich auch bei den lieben anderen Kolleginnen und Kollegen bedanken, mit denen ich so toll zusammenarbeiten durfte und von denen ich so viel gelernt habe.
Ein besonderer Dank geht auch noch an meine Freundin und  Azubine, die mir im Vorhinein schon so viel Tolles über den Beruf erzählte und mich somit „anlockte“ dieses Praktikum zu absolvieren.

Ich hatte eine sehr lehrreiche und aufregende Zeit, verbunden mit viel Spaß und jede Menge Milchschnitte und Schokolade in den Mittagspausen 😉 Die Arbeit und die Menschen hier werde ich wirklich sehr vermissen.
Ach ja und um am Ende noch ein wenig zu prahlen: Ich kann jetzt wirklich ALLE Sigel der Stadtbüchereien Düsseldorf auswendig! Wer das überprüfen möchte, möge dies tun 😉

Sarah

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