001Unsere Frage an Marion Esser, Leiterin der Stadtteilbücherei in Gerresheim: Wo ist denn hier der Lesesaal?

Die Antwort von Marion Esser: „In der Zweigstelle Gerresheim und in den anderen Stadtteilen gibt es seit vielen Jahren keine Lesesäle mehr, sondern ein LeseCafé. Hier verweilen viele Menschen, lesen die Tageszeitung und Zeitschriften oder ausgesuchten Medien, arbeiten mit ihren Laptops oder überbrücken einfach Leerlauf bis zu einem nächsten Termin.

Die Lesecafés wurden schon in den neunziger Jahren eingerichtet. Da wurde noch Kaffee per Hand oder mit einer Kaffeemaschine gebrüht und per Hand wurde auch gespült. In Zeiten des coffee-to-go gehört ein Kaffee zum selbstverständlichen Service. Mit den hochwertigen vollautomatischen Kaffeemaschinen (angeschafft mit finanzieller Unterstützung des Freundeskreis Stadtbüchereien Düsseldorf e.V. ) hat unser Kaffee Gastro-Qualität und verschiedene Leser kommen täglich vorbei und genießen beides: Ihre Zeitung und die leckeren Kaffee- Aromen mit einer Spur Koffein. Meine persönlich schönste Lesecafé-Erfahrung war in Portugal in Tavira: Die Stadtbibliothek war in einem ehemaligen Gefängnis untergebracht und im Innenhof war eine herrliche Cafeteria mit verschiedenen Getränken, Kuchen und herzhaftem Imbiss im Angebot. Die Menschen trafen und unterhielten sich hier und niemand störte sich an den Plaudereien. Hier bei uns gibt es da mehr Ambivalenzen und die „Leser“ und „Plauderer“ müssen sich zusammen raufen 😉 Hier ist aber der Unterschied: Unsere Lesecafés sind eben kein Lesesaal und ich freue mich, dass der Slogan „Treffpunkt Bibliothek“ in den vergangenen Jahren Realität geworden ist.“

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