pyramideDer albanische Schriftsteller Ismail Kadare erzählt in seinem zwischen 1988 und 1992 entstandenen Roman den Bau und die Geschichte der Cheops-Pyramide. Der Roman „Die Pyramide“ ist aber kein historischer Roman, in dem die Baugeschichte historisch getreu wiedergegeben wird, sondern vielmehr eine Parabel auf die totalitäre und menschenverachtende Herrschaft, wie es sie im Europa des 20. Jahrhunderts gab und in manchen Teilen der Erde immer noch gibt.
Gegen seine anfängliche Überzeugung lässt sich der junge Pharao Cheops von seinen Beratern überreden, eine Pyramide zu bauen, um durch dieses mächtige Bauwerk die Gefährdung der Herrschaft trotz allgemeinen Reichtums und Wohlstandes zu begegnen. Multiperspektivisch erzählt Kadare von den durch den Bau eines sinnlosen Bauwerks eskalierenden Stufen einer Terrorherrschaft, die auch nach der Vollendung des Pyramide nicht aufhört. Auch dieser nun endlich auf Deutsch erschienene Roman zeigt erneut, warum der großartige Erzähler Ismail Kadare jedes Jahr auf der Liste der Anwärter für den Literaturnobelpreis erscheint.
Das Buch steht in der Zentralbibliothek unter der Signatur Z Kadare. (kph)

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