CovermitTitelIch wachte auf. Alles war weiß und verschwommen. Im Hintergrund war ein Piepen zu hören und Leute die flüsterten. Vor vier Jahren bekam ich die Diagnose. Eine seltene Art von Krebs, die das Herz angreift. Am Anfang verlief alles gut. Ich konnte zur Schule gehen mich mit Freunden treffen und ab und zu musste ich zur Untersuchung ins Krankenhaus. Doch dann gab es ein Problem. Die Medikamente, die verhindern sollten, dass der Tumor wächst, hatten ihre Wirkung verloren. Ab da wurde alles anders. Ich ging seltener zur Schule, traf mich weniger mit Freunden und verbrachte mehr Zeit im Krankenhaus. Man erzählte mir, dass alles gut werden würde. Aber das wurde es nicht.

Ich wusste doch, wie es mir selber geht. Eine Operation war ausgeschlossen. Es war zu gefährlich an meinem Herzen rumzuschneiden. Deswegen versuchte man es anders. Mit stärkeren Medikamenten und mit Chemos. Besser ging es mir aber nicht. Die Ärzte versuchten alles, doch Zeit blieb mir nicht mehr. Doch dann wirkte die Chemo. Nachdem sie dir jedes bisschen Hoffnung nahm, gab sie ein Stück wieder zurück. Der Tumor hatte sich nicht weiter verbreitet. Ich hatte wieder Zeit auf meiner Uhr.

Das verdanke ich meinem Bruder. Während er im Militär war hatte er einen Arzt kennengelernt, der ursprünglich einen Abschluss in Medizin hatte mit dem Schwerpunkt Krebsforschung. Nachdem was er bei mir geschafft hatte, bekam er eine Festanstellung hier im Krankenhaus. Er war nun seit zweieinhalb Jahren mein behandelnder Arzt. Jetzt liege ich aber wieder hier, auf der Intensivstation des Krankenhauses. Was war passiert? Durch die Tür kann ich sehen, wie meine Mutter mit Dr. Phill redete. Doch ich kann sehen, dass Dr. Phill keine guten Neuigkeiten hatte. Ich beobachtete sie weiter und konnte sehen, wie sich das Gesicht meiner Mutter in Trauer versetzte. Als sie sahen, dass ich sie beobachtete, kamen sie zu mir ins Zimmer.

„Hey meine Süße, schön dass du wach bist.“, sagte meine Mutter.

„Hey Mom, hey Dr. Phill.“, sagte ich.

„Hey Elena, ich hab dir doch verboten wieder auf die Intensivstation zu kommen.“, sagte Dr. Phill mit einem kleinen Unterton in der Stimme.

„Sorry Doctor, doch mein Krebs kann einfach nicht genug von ihnen bekommen.“, sagte ich und wir lachten alle.

„So Elena und wie geht’s dir?“

„Eigentlich ganz gut, bis auf die Tatsache, dass ich hier liege.“

„Ja, mich beunruhigt das auch. Ich hab deiner Mutter schon gesagt, dass wir uns nicht sicher sind, ob es der Krebs ist. Wir müssen erst noch ein CT- Scann machen, bevor wir daraus ein Entschluss ziehen wie wir vorgehen.“

„Wie bin ich im Krankenhaus gelandet?“

„Das kann ich dir genauer nach dem CT- Scann sagen. Heute schaffen wir es jedoch nicht diesen durchzuführen, morgen früh haben wir den Termin bekommen. Bis dahin wirst du fürs Erste und bis die Ergebnisse da sind hier bleiben müssen.“, sagte Dr. Phill.

„Okay. Danke.“, sagte ich und Dr. Phill verabschiedete sich.

„Mom, ich bin noch ein bisschen müde. Bleibst du hier oder musst du los?“

„Eigentlich muss ich los, aber wenn du willst, kann ich den Termin absagen.“

„Nein schon gut, geh ruhig.“

„Sicher?“

„Ja“

„Okay, schlaf gut. Ruf an, wenn etwas ist.“ Dann ging sie. Ich hörte an ihrer Stimme, wie sehr es ihr wehtat, mich hier zurückzulassen. Aber ich will nicht, dass sie ihr Leben und ihre Karriere aufgibt. Sie ist eine der besten Immobilienmaklerinnen hier in L.A., doch seitdem ich krank geworden bin, hat sie sich mehr um mich als um andere Sachen gekümmert und ihr Leben vernachlässigt. Ich versuchte ihr klar zu machen, dass wenn meine Zeit abgelaufen ist, sie weiter machen muss und nicht in der Vergangenheit bleibt. Es macht mich glücklich, wenn sie sagt, sie müsse zur Arbeit und das weiß sie auch. Doch so richtig kommt sie damit nicht zurecht, dass sie nicht bei mir sein kann. Ich spüre es.

Mein Vater ist da anders. Er erträgt es nicht mich so zu sehen und sucht Zuflucht, indem er im Büro Überstunden macht. Das heißt nicht, dass er mich nicht liebt. Denke ich, sonst wäre er schon längst weg.

Ist er das wirklich? Doch, das ist er und mein ältester Bruder Steven.

„Hey Kleines, wie geht’s?“, fragte Steven besorgt während Dad mir nur ein Lächeln schenkte.

„Ganz gut. Mom war auch hier, musste aber wieder gehen.“

„Okay, du bist bestimmt müde. Dann gehen wir jetzt auch. Wir kommen später wieder.“, sagte Dad.

„Okay“, sagte ich und war wieder alleine im Zimmer und schlief ein.

Meine Mutter weckte mich auf, damit ich mich fertig für den CT- Scann machen konnte. O Gott, ich habe seit gestern, als mein Vater und Steven da waren, durchgeschlafen. Doch ich fühl mich schon besser seit gestern.

Und wieder stecke ich in dieser Röhre. Ich war nie ein großer Fan von CT- Scanns. Eigentlich ist es anstrengend zehn bis zwanzig Minuten stillzuliegen. Doch mir fällt das nicht schwer, denn erstens bin ich kaputt und habe keine große Lust mich zu bewegen und zweitens ist das der perfekte Ort um nachzudenken. Ich darf mich sowieso nicht bewegen, also lasse ich meinen Gedanken freien Lauf. Doch es ist schon ein gutes Gefühl aus dieser Röhre wieder raus zu sein. Jetzt ist es wieder da. Dieses Gefühl, das einen überkommt, wenn man auf etwas warten muss. Sorgen mache ich mir schon, muss ich eigentlich irgendwie, weil es ja mein Körper ist.

Und wieder bin ich auf meinem Zimmer und warte mit meiner Mom auf die Ergebnisse. Heute hat meine Mutter ihren Laptop mitgenommen und arbeitet von hier aus. Früher hat sie das oft gemacht und von zuhause gearbeitet. In der Zeit, die verging, muss ich wohl eingeschlafen sein, denn die Stunden sind mal wieder wie im Fluge vergangen. Eine Schwester kam rein und überprüfte kurz die Geräte, die im Raum standen. Bei manchen Geräten weiß ich gar nicht was sie wirklich machen. Doch fragen tue ich nicht, weil es mich auch nicht gerade interessiert. Immer dieses Warten. Doch das Warten hat nun ein Ende. Denn da kommt Dr. Phill.

„Hallo Dr. Phill“, sprach ihn meine Mutter an, bevor er überhaupt die Möglichkeit hatte die Tür zu schließen.

„Hallo Mrs. Milton, hallo Elena.“, sagte Dr. Phill.

„Und?“, fragte ich. Doch Dr. Phill schwieg und wir wussten, was das hieß. Meine Mutter war leicht am Schluchzen. Ich holte tief Luft. Dr. Phill wartete bis wir uns gefasst hatten und sagte:

„Dein Aussetzer war aufgrund des Krebses. Durch den größer gewordenen Tumor ist dein Kreislauf kollabiert. Jetzt bist du soweit stabil, aber eine Entlassung ist jetzt erstmal ausgeschlossen. Wir müssen jetzt überlegen, wie wir weitermachen.“

„Warum können sie denn nicht operieren?“, fragte ich verzweifelt.

„Du weißt warum. Der Tumor ist nicht nur an der Oberfläche des Herzens sondern hat sich auch nach innen durchgebohrt. Das Einzige, was wir tun können, ist abwarten.“

„Was? Darauf, dass meine Tochter endgültig von diesem Krebs zerstört wird?“, fragte meine Mutter verzweifelt.

„Warten auf ein Herz. Die einzige Möglichkeit, die wir jetzt noch haben, ist eine Transplantation. Falls ihr das wollt, habe ich schon deinen Namen auf die Liste gesetzt. Natürlich gibt es das Risiko bei der Transplantation, dass das Herz vom Körper abgestoßen wird. Doch jetzt können wir nur abwarten und den Tumor soweit es geht davon abhalten noch weitere Organe zu beschädigen. Ich werde jetzt gehen und lasse euch darüber nachdenken. Morgen komme ich nochmal und erkundige mich.“, sagte Dr. Phill und verschwand.

Ich war in einer Art Schock. Eine Transplantation? Ich verstand nicht ganz. Wie sollte ich das denn entscheiden? Meine Mutter zückte ihr Handy und war aus dem Raum verschwunden. Ich dachte, dass sie meinen Vater und Steven anruft. Doch der einzige Mensch, den ich jetzt sprechen wollte, war Georg. Georg ist mein Bruder, der im Militär tätig ist. Er ist ein Marine. Jedes Jahr sehen wir ihn einmal für zwei Monate. Doch es ist ausgeschlossen, dass ich ihn sehen werde, da er seine zwei Monate schon draußen war. Georg ist Georg. Man kann ihn nicht beschreiben, doch er ist der einzige, der mir weiterhelfen kann, immer war er für mich da, wenn ich ein Problem hatte. Das ist nicht nur eine Bruder-Schwester-Beziehung, er ist auch mein bester Freund und der, der mich vor allem beschützt. Nur vor einer Sache konnte er mich nicht beschützen. Aber das nehme ich ihm nicht übel, er ist auch nur ein Mensch. Meine Mutter kam wieder herein. Sie hatte geweint.

„Mom, ich würde gerne Georg anrufen.“, doch sie antwortete nicht. Ich dachte, sie steht unter Schock. Der Raum wurde von Schweigen eingehüllt. Eine Transplantation. Eigentlich wusste ich in meinem Innersten, dass das kommen würde. Doch mit dem Gedanken kann ich mich nicht anfreunden. Eines anderen Menschen Herz in mir? Eines dann toten Menschen. Aber kann ich auf die Kosten eines anderen leben? Was ist mit dessen Familie? Aber wenn ich kein Herz bekomme, werde ich sterben. Aber kann ich so egoistisch sein?

„Was hast du gesagt?“, fragte meine Mutter.

„Ob ich Georg anrufen kann.“, antwortete ich.

„Ja, ich gucke, ob ich ihn erreichen kann, okay?“, antwortete meine Mutter und ging dann wieder aus dem Raum. Hoffentlich konnte sie ihn erreichen.

„Hey, er ist gerade nicht da, aber er ruft sofort zurück, wenn er weiß, dass wir angerufen haben.“, sagte meine Mutter, als sie wieder rein kam. Ich nickte nur und legte mich hin, um ein bisschen zu schlafen.

Als ich aufwachte, waren mein Dad und Steven da. Wie lange waren sie schon da?

„Hey Dad, Hey Steve.“

„Hey Kleines.”, sagte Steve. Eigentlich mag ich es nicht, wenn er mich Kleines nennt, aber ich lasse das mal gelten und lächle. Mein Dad saß mal wieder stumm da. Wir schauten uns an, doch er war irgendwie abwesend. Ich glaube, er denkt über die Transplantation nach. Georg hatte immer noch nicht zurückgerufen. Der Tag verging und wir hatten von niemanden etwas gehört. Alle saßen einfach nur still da. Dr. Phill kam auch nicht mehr vorbei. Steve und Dad gingen dann am Abend und meine Mom folgte ihnen schweren Herzens.

Ich musste eine Entscheidung treffen. Wollte ich eine neue Chance bekommen, um zu leben? Mit dem Gedanken im Kopf schlief ich dann ein. Am nächsten Tag hatte ich immer noch nichts von Georg gehört. Dr. Phill schaute rein und erkundigte sich, wie meine Schmerzen von 1 bis 10 sind. 8. Aber nicht wegen dem Krebs, sondern wegen den Gedanken der Transplantation und weil Georg nicht zurückruft. Als er ging, sagte er, dass er eine Entscheidung brauchte. Das wusste ich längst.

Dann klingelte das Telefon. „Hallo?“, sagte ich.

„Hey großes Mädchen.“

„Ich dachte, du rufst nicht mehr an.“, sagte ich und die Schmerzen waren verschwunden.

„Dich vergesse ich nie.“, sagte er und ich wusste, was er damit meinte. Denn als ich meine Diagnose bekam, wurde er wieder eingezogen und um mich nicht zu vergessen, hatte er sich ein Tattoo auf dem Arm machen lassen, wo mein Name und ein Krebs drauf sind.

„Und, wie geht’s dir?“, fragte ich.

„Ganz gut. Mom hat mir alles erzählt.“, sagte er mit einem traurigen Unterton in der Stimme.

„Und?“

„Die Entscheidung kann ich dir nicht abnehmen. Ich kann dir nur helfen sie zu wählen.“

„Und wie willst du das machen?“

„Schließe die Augen und atme tief durch.“, sagte er und dann erzählte er mir von einer Stadt aus Gold. Wo der Mond hell scheint und die Sonne langsam untergeht. Diese Geschichte erzählt er immer. Sie ist von meinem Lieblingslied. Dann, als er fertig war, sagte er mir: „ Jeder hat das Recht zu leben, es liegt in unserer Hand was wir aus diesem Leben machen. Also liegt es bei dir zu entscheiden.“

„Okay.“, sagte ich und wir legten dann auf.

Als ich einschlief, träumte ich von einer goldenen Stadt. In der der Mond hell ist und die Sonne langsam untergeht. Als ich dann aufwachte, wusste ich, wie ich mich entscheiden würde. Ich rief meine Mutter an und sagte ihr die Neuigkeiten. Als dann Dr. Phill kam, erzählte ich ihm, dass er meinen Namen auf der Liste lassen sollte.

Monate vergingen und alles lief gleich ab. Wenn alles gleich abläuft, hast du irgendwann kein Gefühl mehr für die Zeit. Zuerst kamen die Medikamente, gegen Mittag dann die Chemo und gegen Abend kam dann meine Familie. Wenigstens war das Essen abwechslungsreich. Aber durch die Nebenwirkungen der Chemo, kam es mir wieder hoch. Das Schlimmste war es aber zu warten. Warten auf was Neues, auf ein Herz. Aber man wird aufs Neue enttäuscht. Eine weitere Woche verging. In der Woche waren alte Freunde von mir zu Besuch. Sie sagten, wie es in der Schule war und was sich alles verändert hatte und wie sehr sie mich vermissten. Naja, wenigsten etwas Abwechslung. Als sie gingen, wünschten sie mir noch ein schönes Weihnachtsfest. War es schon Weihnachten? Ich hatte wirklich mein Gefühl für Zeit verloren. Über die Weihnachtsferien kamen dann ein Teil meiner Tanten, Cousins und Cousinen zu Besuch.

  1. Dezember 2013. Neues Jahr, neues Glück, wie Dr. Phill gerne sagte. Seit fast einem halben Jahr war ich jetzt in der Klinik. Aber ich gab die Hoffnung nicht auf. Das hatte mir Georg gesagt als wir das letzte Mal telefonierten. Wenn ich mich schon so entschieden hatte, dürfte ich auch nicht aufgeben. Meine Eltern und Steven waren da und feierten mit mir, auf dass das neue Jahr besser wird. Am nächsten Tag bekam ich eine Postkarte, auf der das Team meines Bruders abgebildet war und auf der stand: Frohes neues Jahr wünscht dir dein Matrose und sein Team. Wir alle kämpfen irgendwie, doch du wirst diesen Kampf nicht verlieren. Bis zum nächsten Mal.

In Liebe Georg. P.S. Grüße an Mom und Dad und sag Steven, dass ich mich freue ihn das nächste Mal beim Armdrücken zu schlagen.

Direkt nachdem ich die Karte gelesen hatte, rief ich Mom an. Sie lachte, das erste Mal seit langem.

Die Zeit verging wie im Flug und Monat für Monat zog vorbei. Noch wenige Wochen bis Georg für zwei Wochen käme. Ausnahmsweise durfte er sich die zwei Monate so aufteilen, dass er zwar immer für kurze Zeit, dafür aber öfter im Jahr da ist. Auch diese Wochen vergingen im Flug und Georg wird morgen schon da sein. Ich kann nicht schlafen, weil ich so aufgeregt bin ihn endlich wiederzusehen.

Da kam Mom rein. „Hey meine Süße.“, sagte sie mit einem Lächeln auf dem Gesicht.

„Hey Mom.“, sagte ich und lächelte zurück.

„Ich hab eine Überraschung für dich.“

„Echt? Was ist es?“ Doch sie machte einfach die Tür auf, und da stand er. Georg.

Ich konnte nicht mehr sprechen. Er lachte einfach nur und ich auch.

„Hi, großes Mädchen.“, sagte er. Doch ich bekam immer noch kein Wort aus meinem Mund. Ich fing einfach an zu weinen. Er kam zu mir ans Bett und tröstete mich. Dieses Gefühl. Ich hatte ihn so lange nicht mehr gesehen. Wir bestellten uns Pizza und aßen, lachten und hatten einfach noch einen tollen Tag. Dann am Abend gingen beide und ich blieb alleine aber glücklich zurück.

Ich verbrachte zwei tolle Wochen mit Georg. Er war jeden Tag bei mir im Krankenhaus. Wir duften sogar zweimal an den Strand und in die Stadt. Es war wunderschön. Dann kam der letzte Tag. Ich musste mich verabschieden. Nur schweren Herzens sagte ich: „Auf Wiedersehen, Georg. Komm schnell wieder zurück.“

„Das werde ich und du kämpfe deinen Kampf. Ich bin immer für dich da.“, sagte er und ging dann. Die Trauer überkam mich. Doch ich hatte gute Erinnerungen, an denen ich festhalten konnte.

Dann kam Dr. Phill rein. „Ich hab keine guten Neuigkeiten. Wir haben immer noch keinen Spender gefunden. Wenn wir nicht bald ein Herz für dich finden, dann…“, er brachte den Satz nicht zu Ende. Doch ich wusste, was das heißen würde. Ohne etwas zu sagen verließ er den Raum. Es war zu spät meine Mutter anzurufen und ich konnte auch nicht. Ich schlief ein.

Am nächsten Tag versuchte ich meine Eltern oder Steven zu erreichen, aber keiner ging ran. Warum? Ein weiterer Tag verging. An dem Tag veränderte sich alles. Dr. Phill kam zu mir ins Zimmer. „Wir haben ein Herz!“, rief er glücklich.

„Was? Wie ist das möglich?“, sagte ich ganz perplex.

„Wir müssen dich fertig machen für den OP.“, sagte Dr. Phill.

„Und was ist mit meinen Eltern?“, fragte ich.

„Die sind schon informiert und sind auf dem Weg, aber du wirst sie erst nach der OP sehen.“, sagte Dr. Phill und dann kamen auch schon zwei Krankenschwestern und machten mich bereit. Ich bekomme ein neues Herz. Das einzige Mal als ich im OP war, war, als ich Knochenmark zur Untersuchung abgeben musste. Da sind die Türen.

„Elena? Da, sie wacht auf. Hey, wie geht’s?“

„Die OP ist gut verlaufen und das Herz ist nicht abgestoßen worden.“, hörte ich Dr. Phill sagen. Doch dann wurde alles wieder schwarz. Als ich aufwachte, sah ich Mom, sie weinte.

„Mom?“, flüsterte ich.

„Elena! Hallo.“, sagte sie.

„Warum weinst du?“, fragte ich und sie erzählte mir eine Geschichte. Es ging um einen jungen Mann, der wegen einer Leberzirrhose auf die Spenderliste für eine neue Leber kam. Der Mann kämpfte so wie ich und sein Kampf hatte sich gelohnt. Denn er bekam die Leber eines Mannes, der bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Dann erzählte sie mir noch eine Geschichte von einer Frau, die genau wie ich Krebs hatte, aber in der Lunge, auch sie brauchte einen neuen Lungenflügel und auch ihr Kampf zahlte sich aus, weil sie einen Lungenflügel von einem Mann bekam, der bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Dann erzählte sie mir von einem Mädchen. Das Mädchen hatte eine seltene Art von Krebs, die das Herz angreift, das Mädchen kämpfte seit vielen Jahren gegen den Krebs an und am Ende hatte sie ihn mithilfe einer Herzspende von einem Mann, der ebenfalls bei einem Unfall ums Leben gekommen ist, den Krebs überwunden.

„Mom, wer war dieser Mann, der den Unfall hatte?“ fragte ich.

„Der Mann, der den Unfall hatte, war ein Marine. Der Mann, der den Unfall hatte, war Georg.“

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