CovermitTitelEr sah, wie die Frau ausstieg und einfach ging. Das war seine Chance. Er war sich ziemlich sicher, dass die Frau nicht abgeschlossen hatte. Langsam ging er auf das Auto zu. Schaute sich nochmals um, ob ihn auch ja keiner beobachtete. Er guckte in die Richtung, in die die Frau verschwunden war. Er konnte sie nicht sehen. Offensichtlich war sie in die Eisdiele gegangen. Er schaute durchs Fenstern in den Wagen und sah den Schlüssel stecken. Jetzt musste alles langsam und doch schnell gehen. Schließlich wollte er keine Aufmerksamkeit auf sich lenken, aber er wollte auch nicht, dass die Frau ihn erwischte. Er machte die Tür vorsichtig auf, stieg langsam ein und fuhr los.

Als er um die Ecke fuhr, fuhr er schneller. Er wollte jetzt keine Zeit verlieren. Er musste so schnell wie möglich weg vom Ort des Geschehens. Wenn die Frau die Polizei rief, wollte er nicht in der Nähe sein. Er überlegte sich, wo er das Auto am besten verstecken könnte, bis er es verkaufen könnte. Die Uhr verriet ihm, dass er sich beeilen musste. Er glaubte schon Polizeigeräusche zu hören. Etwas riss ihn aus seinen Gedanken. Es hörte sich nicht nach Polizei an. Er schaute nach hinten und erschrak, als sein Blick auf die Rückbank fiel. Panik überkam ihn. Er konnte nicht zurück. Aber er musste! Er schaute nochmal nach hinten. Er hatte sich wirklich nicht getäuscht. In seinem Kopf machte es Klick. Es ergab alles einen Sinn.

Eine neue Welle der Panik drohte ihn mit sich fort zu reißen. Es versuchte tief Luft zu holen, doch sein Brustkorb war wie zugeschnürt. Er musste sofort raus aus dem Auto. Immer weniger Sauerstoff kam in seinen Lungen an. Angst und Panik wuchsen. Er glaubte schon Sterne vor seinen Augen tanzen zu sehen. Er musste sich beruhigen, das ging nur schwer, da sein Blick andauernd auf die Rückbank fiel. Er konnte keine Sekunde länger im Auto bleiben. Er hielt an, wollte aussteigen, aber die Autos hinter ihm fingen an zu hupen.

Er fuhr also weiter. Sein Blick streifte unruhig durch die Gegend. Suchte etwas. Sein Ausdruck bekam etwas Gehetztes. Auf einmal wurde sein Blick von einem Gebäude magnetisch angezogen. Er parkte vor diesem Gebäude und stieg aus. Sein Blick ging zur Rückbank und dann zum Gebäude. Er überlegte, was für Möglichkeiten er jetzt hatte. Er könnte einfach weglaufen und verschwinden. Niemand hatte ihn gesehen. Er könnte einfach so tun, als wäre nichts gewesen. Aber was wäre, wenn niemand das Auto fand. Wenn es für alle Ewigkeit hier stehen würde. Dann wäre er ja ein…. Nein, das durfte er nicht einmal denken! Das wäre feige, einfach wegzulaufen. Er war nicht feige. Er schaute zum Gebäude. Sollte er wirklich… Er holte tief Luft und ging auf das Gebäude zu. Seine Hand griff nach dem Türknauf. Die Tür öffnete sich langsam. Noch konnte er einfach gehen. Keiner hatte ihn gesehen. Er war nicht feige. Er tat seinen vielleicht letzten Atemzug in Freiheit und ging rein.

„Wie kann ich ihnen helfen?“ Er schaute sich um, versuchte zu überlegen, wie er erklären sollte, in was für einer misslichen Lage er war.

„Ich… Ich, ähm… ich wollte….. ich wollte wirklich nicht….. ich wusste das nicht!“, stotterte er. Alles drehte sich auf einmal.

„Jetzt setzen sie sich und beruhigen sie sich einmal.“ Er tat, was der Polizist von ihm wollte. Er setzte sich hin und atmete tief durch. Als er sich soweit wieder im Griff hatte, fing er an, dem Polizisten alles zu erzählen. Vom Diebstahl, vom überraschenden Fund auf der Rückbank. „Mit Kindesentführung habe ich nichts zu tun“.

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