Diese düstere Vorahnung, die Heinrich Heine in seinem 1820 geschriebenen Drama „Almasor“ schrieb, wurde vor 81 Jahren real. Als weiterer Schritt des Ausbaus der nationalsozialistischen Diktatur wurden seit März 1933 in zahlreichen Städten Bücher missliebiger Autoren verbrannt. Am 10. Mai 1933 fand als Höhepunkt die Bücherverbrennung in Berlin statt, bei der u.a. Bücher von Karl Marx, Heinrich Mann, Erich Kästner, Sigmund Freud, Erich Maria Remarque, Alfred Kerr, Carl von Ossietzky, Erich Mühsam und Kurt Tucholsky ins Feuer geworfen wurden. Oskar Maria Graf, dessen Bücher nicht verbrannt wurden, veröffentlichte am 12. Mai 1933 einen Zeitungsartikel, in dem er die Verbrennung seiner Bücher forderte:

„Und die Vertreter dieses barbarischen Nationalismus, der mit Deutschsein nichts, aber auch schon gar nichts zu tun hat, unterstehen sich, mich als einen ihrer „Geistigen“ zu beanspruchen, mich auf ihre sogenannte weiße Liste zu setzen, die vor dem Weltgewissen nur eine schwarze Liste sein kann!

Diese Unehre habe ich nicht verdient!

Nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!

Verbrennt die Werke des deutschen Geistes! Er selber wird unauslöschlich sein, wie eure Schmach!“