(Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Herta_M%C3%BCller_1.jpg)

Sprachen sind lebendig. Ein untrügliches Anzeichen hierfür sind Wortneuschöpfungen. Diese ermöglichen, neue Erfahrungen und Empfindungen anderen Menschen zu kommunizieren. Daher ist der Umgang mit Wörtern nicht beliebig.

Herta Müller ist eine Meisterin in Wortneuschöpfungen. Nicht nur aus Freude an der Sprache und dem Sprachspiel, sondern vor allem aus der Notwendigkeit heraus, zunächst nur je eigene Erfahrungen mitteilen zu wollen. Erfahrungen, wie sie von vielen anderen Menschen auch erlebt werden. Zu diesen Erfahrungen gehören Repressalien, Terror und Unterdrückung, die in einer Diktatur nicht offen ausgesprochen werden dürfen.

Vor sechzig Jahren, am 17. August 1953, wurde Herta Müller in Nitzkydorf geboren. In Rumänien war sie zweifache Außenseiterin. Zum einen gehörte sie zur deutschsprachigen Minderheit, zum anderen widersetzte sie sich mit allen Konsequenzen den Anwerbeversuchen und Drohungen der Securitate, der rumänischen terroristischen Geheimpolizei. Herta Müller durfte nach der ersten zensierten Buchveröffentlichung von 1982, dem Buch „Niederungen“,1987 in die Bundesrepublik ausreisen. 2009 erschien der Roman „Atemschaukel“, in dem sie das Schicksal eines jungen Mannes in einem sowjet-ukrainischen Arbeitslager nachzeichnet. 2009 wurde sie für ihr Werk mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Ihre Werke sind in der Zentralbibliothek, in Stadtteilbüchereien und in der onlineBibliothek ausleihbar.

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(Copyright © The Nobel Foundation 2009)

Wir wünschen Herta Müller  alles Gute zu ihrem Geburtstag und hoffen auf viele neue sprachmächtige Bücher.

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