boccEin Alptraum. Menschen jeglichen Alters sterben an einer mysteriösen Krankheit, gegen die sich offensichtlich niemand schützen kann. Die Gesellschaft droht auseinanderzufallen, wer es sich leisten kann, flieht aus der Stadt. Dies ist kein Horrorszenario, sondern war Alltag in Europa in den Jahren 1347-1352, als an der Pest ein Drittel der Bevölkerung starb. Dies ist der auch im Werk selber skizzierte Hintergrund, vor dem Giovanni Boccaccios berühmte Novellensammlung „Il Decamerone“ spielt. Sieben junge Frauen und drei junge Herren fliehen 1348 vor der Pest aus Florenz und jeder erzählt an zehn Tagen jeweils eine Geschichte. In der großen Bedrohung des gesellschaftlichen Zusammenlebens retten die Geflohenen mit ihren abwechselungsreichen Geschichten mit allen Aspekten des menschlichen Lebens das Ideal der Humanität. Mit „Il Decamerone“ schuf Giovanni Boccaccio, der vor 700 Jahren in der Toskana geboren wurde, ein Meisterwerk, das bis heute seine Wirkung entfaltet. Das Goethe-Museum zeigt bis zum 18. August die Ausstellung „Boccaccio in Deutschland“, die Spuren seines Lebens und Werks bis zur Gegenwart nachgeht.

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