Denken sich Ihre Kinder auch immer wieder lustige oder ausgefallene oder ungewöhnliche Wörter oder Satzgebilde aus?

Als die ersten richtigen gemeinsamen Mahlzeiten mit unserer Tochter möglich waren, überlegten wir als kleines Ritual uns alle an die Hände zu nehmen und gemeinsam zu sagen „Piep – Piep – Piep, guten Appetit“. Das komplette Original gefiel uns nicht ganz so gut, daher kürzten wir es einfach ab. Mit der Zeit wurde daraus „Wir wünschen uns einen guten Appetit“, weil das so auch im Kindergarten gemacht wird. Irgendwann bestand unsere Tochter dann aber auf „Wir wünschen uns einen Sternen-Appetit“. Das gefiel mir persönlich sehr. Das hatte Charme und war ungewöhnlich. In Gedanken sah ich uns in einer lauen Sommernacht unter dem Sternenhimmel sitzen. Leider wurde nach einiger Zeit aus dem „Sternen-Appetit“ ein „Laternen-Appetit“ (ob des Reimes wegen?). Das fand ich gar nicht mehr charmant. Ich assoziierte alte schmuddelige leicht angerostete Straßen-Laternen. Das hatte für mich mit dem ursprünglich „gutem Appetit“ nicht mehr viel zu tun. Aber seit einigen Tagen schöpfe ich Hoffnung. Das Neueste ist „Wir wünschen uns einen Kartoffelpüree-Appetit“. Dabei gibt es bei uns gar nicht so häufig Kartoffelpüree. Unsere Tochter meinte dazu nur, aber im Kindergarten gäbe es den und der schmeckt. Ich bin gespannt, was für Appetite wir noch alles bekommen werden.

Weniger Appetit hat unsere Tochter seit längerem auf „lutschige“ Sachen. Wenn ich ihr unterwegs eine halbe Brezel reiche, fragt sie mich meist erstmal, ob diese auch nicht lutschig sei. Der Begriff ist schön selbsterklärend. Alles, was angebissen oder glibberig ist, kann schnell und einfach als lutschig bezeichnet werden. Erstaunlich, dass es dieses Wort nicht offiziell gibt.

Ebenfalls sehr beliebt ist bei unserer Tochter, uns mit Unsinn-Namen zu bezeichnen. Schon vor ca. einem Jahr überraschte uns unsere damals gerade dreijährige Tochter beim Abendessen mit dem Satz „Papa, Du bist ein Piffer!“, der von viel Gelächter begleitet wurde. Wir versuchten herauszufinden, was denn ein Piffer ist, erhielten aber bis heute keine Antwort. Immer wieder wurden wir so bezeichnet. Nach ein paar Wochen fragte ich im Kindergarten nach. Aber auch die Erzieherinnen schauten verblüfft und amüsiert und hatten keine Antwort. Testweise nannten wir unsere Tochter ab und zu auch mal so. Aber je nach Stimmung antwortete sie weinerlich bis erbost „Ich bin kein Piffer.“ oder  „Mama, sag Papa, dass ich kein Piffer bin“. Das lässt uns vermuten, dass es gar nicht so toll ist, ein Piffer zu sein. Vielleicht ist es ja auch ein Schimpfwort?

Und vor einigen Wochen sind nun wieder neue fantasievolle Wortschöpfungen dazu gekommen. Leider nicht alle ganz „stubenrein“. So kann es leider passieren, dass einer am Abendbrottisch als „Aa-Nudel“ bezeichnet wird. Glücklicherweise ist das das Schlimmste bisher. Beliebt ist auch uns abwechselnd „Mama-„ oder  „Papa-Pizza“ zu nennen. Wir haben einfach mitgemacht und zurück gerufen: „Du bist ein Blumenkohlauflauf!“ oder auch: „Du Grünkohl, Du.“ Oder es unsere Tochter gleichgetan und uns selber völlig neue Kombinationen ausgedacht und sie damit überrascht: „Du bist ein Elefanten-Keks … oder ein Gummibärchen-Brummer… oder eine Enten-Nudel“. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Machen Sie doch einfach auch mit und hinterlassen Sie in der Kommentarfunktion Ihre neuesten Kreationen oder die Ihrer Kinder. Wir sind gespannt! (hg)

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