Wir stellen euch eine unsere ältesten Veranstaltungsreihe hier etwas näher vor:

Frisch gepresst – Neue Bücher aus Düsseldorf

Im Jahr 2013 wird die Reihe „Frisch gepresst. Neue Bücher aus Düsseldorf“ fortgesetzt. Ins Leben gerufen wurde die Reihe gemeinsam vom Literaturbüro und der Zentralbibliothek, um ein größeres Bewusstsein zu schaffen für die Vielfalt der Düsseldorfer Literaturszene, die oft im Schatten ihrer Schwester, der Kunst, steht. Die Veranstalter waren zunächst selbst gespannt, wie lange es möglich sein würde, in jedem Jahr zehn Termine mit neuen Büchern zu füllen, die nicht nur aus der Feder einer Düsseldorfer Autorin oder eines Autors bzw. aus einem Düsseldorfer Verlag stammen müssen, sondern auch den Qualitätskriterien standhalten können. Das Potential ist noch immer nicht erschöpft und die OrganisatorInnen Michael Serrer und Annette Krohn entdecken immer neue AutorInnen.

Dienstag, 15. Januar 2013 um 18 Uhr

Christoph Peters liest „Wir in Kahlenbeck“
(Luchterhand Literaturverlag)
Der 15-jährige Carl Pacher wächst Anfang der 80er Jahre im streng katholischen Jungeninternat am Niederrhein heran. Das Collegium Gregorianum Kahlenbeck ist eine Welt für sich, einerseits voller Verbote und elitärem Geist, andererseits gärt unter der Oberfläche der Geist pubertärer Rebellion. Diese Widersprüchlichkeit prägt den jungen Schüler und er steht zwischen dem rechten Glauben und seinen frühreifen erotischen Phantasien. Lange verkehrt er heimlich mit dem Küchenmädchen Ursula, obwohl diese Verbindung auf Dauer kaum eine Chance hat. Ein Pubertäts- und Internatsroman, sowohl tiefgründig als auch komisch über Religion und Spiritualität, über Freundschaft und Rivalität, über das Fegefeuer der Pubertät und die Fallgruben der Liebe.

Christoph Peters wurde 1966 in Kalkar geboren. Er ist Autor von bislang fünf Romanen sowie mehrerer Erzählungsbände und wurde für seine Bücher mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem aspekte-Literaturpreis.

Moderation: Michael Serrer, Literaturbüro NRW e.V.

Dienstag, 19. Februar 2013 um 18 Uhr

Thomas Christen liest „Der Abend vor der Nacht“
(Secession Verlag)
Verwoben mit der Geschichte und der abgründig traurigen Verlorenheit des Diebes und Oldtimerliebhabers Steven Blake, der auf furchtbare und beinahe obszöne Weise einen ungeheuren Verrat an seinem Freund begeht, erzählt Thomas Christen die kraftvoll schöne, von Liebe erfüllte Lebensgeschichte des Kunsthändlers Wilhelm Langhans. Der 78jährige Kunsthändler ist Witwer und leidet an fortgeschrittener Demenz. In seinem Haus trifft er am Abend vor der endgültigen Einweisung in ein Pflegeheim wider Willen auf Steven Blake. Ein Roman über das Vergessen und Erinnern, mitreißend und einfühlsam geschrieben.

Thomas Christen, geboren 1955, lebt in Düsseldorf und studierte Politikwissenschaften, Germanistik, Soziologie und später Agrarwissenschaften. Nach zwanzig Jahren Tätigkeit in einer Heidelberger Klassikproduktion gründete er im Jahr 2000 das audio-visuelle Konzeptlabel tomtone music. Er schrieb über zwanzig Jahre lang Texte für Künstler wie Udo Jürgens, Milva und Veronika Fischer. Bisher erschienen von ihm die beiden Lyrikbände „Ferngespräche“ (2007) und „Windweit der Mensch“ (2010). „Der Abend vor der Nacht“ ist sein erster Roman.

Moderation: Michael Serrer, Literaturbüro NRW e.V.

Dienstag, 19. März 2013 um 18 Uhr

Tatjana Kuschtewskaja liest „Russinnen ohne Russland“
(Grupello Verlag)
„Russinnen ohne Russland“ versammelt achtzehn beeindruckende Schicksale, achtzehn kurze Novellen über Liebe, Hass, Angst und Erfolg – sie setzen die Reihe fort, die Tatjana Kuschtewskaja ihren berühmten Landsfrauen widmet. Das 2010 erschienene Buch „Liebe- Macht-Passion. Berühmte russische Frauen“ offenbart die Lebenswelt von Frauen, die russische Geschichte geprägt haben. Nun erfährt man von Töchtern Russlands, die ihre Erfolge in der Fremde gefeiert haben – wie etwa von der Königin von Frankreich Anna Jaroslawna, dem Hollywood -Star Anna Nazimowa und der „Eisernen Frau“ namens Mura. Diese Frauen vor dem Vergessen zu bewahren, ist das Ziel von Tatjana Kuschtewskaja.

Tatjana Kuschtewskaja, geboren 1947 in der Turkmenischen SSR in der Wüstenoase Dargan-Ata, verbrachte ihre Kindheit in der Ukraine. Sie studierte Musikpädagogik an der Musikhochschule von Artjomowsk (Diplom) und arbeitete acht Jahre lang als Musikpädagogin in Jakutien. Tatjana Kuschtewskaja lebt seit 1991 in Deutschland.

Moderation: Michael Serrer, Literaturbüro NRW e.V.

Dienstag, 16. April 2013 um 18 Uhr

Christoph Schmitz liest „Das Wiesenhaus“
(Suhrkamp Verlag)
Im Körper von Johannes Schneider regiert der Krebs. Auch wenn seine Familie sich rührend um ihn kümmert besteht für ihn wenig Hoffnung. Er fürchtet sich vor seinem Tod und davor, in Vergessenheit zu geraten. Beim Schreiben kämpft er gegen die Angst und das Vergessen an und träumt sich zurück in seine Kindheit im Rheinischen, an einen geradezu mythischen Ort – ins Wiesenhaus. Hier blüht das Leben wie die Landschaft. Doch bringt der Blick zurück auch Verdrängtes ans Licht, das Familienidyll bekommt unerwartet erste Risse. Langsam, aber sicher schreibt Schneider sich voran, hin zur Wahrheit darüber, was damals wirklich geschah und wie er zu dem wurde, der er heute ist.

Christoph Schmitz, geboren 1961 in Linz am Rhein, war nach einem mehrjährigen Aufenthalt in Brasilien Journalist beim ARD-Hörfunk und Redakteur beim Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Heute ist er Kulturredakteur und Moderator beim Deutschlandfunk.

Moderation: Michael Serrer, Literaturbüro NRW e.V.

Dienstag, 21. Mai 2013 um 18 Uhr

Prof. Dr. Thomas Druyen liest „Der Krieg der Scheinheiligkeit“
(Maxlin Verlag)
Die Krisen in der Welt scheinen unbeherrschbar und übersteigen unser Fassungsvermögen. Nicht nur das Chaos an den Finanz- und Politikmärkten stranguliert einen Großteil aller Bevölkerungen. Auch das Ringen um die Vorherrschaft in der Informationstechnologie, in der strategischen Weltraumnutzung oder in der Sicherung von Rohstoffquellen sind brandgefährliche Kampfzonen. Im Gegensatz zu den meist ökonomischen Erklärungsversuchen sieht Thomas Druyen die Wurzel allen Übels im drohenden Untergang eines gesunden Menschen-verstandes. Für ihn ist bereits ein dritter Weltkrieg der individuellen und kollektiven Verdrängung ausgebrochen. In diesem Tumult wird die Scheinheiligkeit zur stärksten Waffe. Der Text führt zu einem neuen Handlungsbewusstsein der Konkrethik. Wenn der Schein nicht länger die Mittel heiligen soll, müssen wir aus einem Traum erwachen, der immer mehr zum Alptraum wird.

Prof. Dr. Thomas Druyen ist Soziologe und der Begründer der Vermögens-kulturforschung. Er studierte an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster die Fächer Jura, Soziologie, Publizistik und Philologie sowie Anthropologie an der Universität Colombo. In Münster war er von 2006 bis 2010 Direktor des Forums für Vermögensforschung. Seit 2007 ist er ordentlicher Professor an der Sigmund Freud PrivatUniversität in Wien und seit 2009 Vorstand des Instituts für Vergleichende Vermögenskultur und Vermögenspsychologie. Mit seinem 2003 erschienenem Buch „Olymp des Lebens – das neue Bild des Alters“ und dem Buch „Goldkinder“, erschienen 2007, erreichte er nationalen und internationalen Bekanntheitsgrad.

Dienstag, 18. Juni 2013 um 18 Uhr

Jasna Mittler liest „Meine erste bis 99igste Liebe“
(Dumont Verlag)
Was ist die Liebe? Wo fängt sie an, wo hört sie auf – und wo genau ist sie überhaupt zu finden? Eine junge Frau schweift durch ihre Erinnerung und erzählt von den neunundneunzig Lieben in ihrem Leben. Dabei zeigt sich, dass die Liebe ebenso in großen Gefühlen auftritt wie in flüchtigen romantischen Augenblicken, die ihr Ende bereits in sich tragen. Und so vielfältig, wie die Liebe Gestalt annimmt, so unterschiedlich sind die Gründe für ihr Scheitern: Die erste Liebe, im Vorschulalter, zerbricht am Unvermögen der Protagonistin, Würstchen mit Pommes zuzubereiten. Die sechsundzwanzigste Liebe ruft nie wieder an. Und die dreiundachtzigste Liebe kann einer Illusion nicht standhalten.

Jasna Mittler, 1975 in Neuwied geboren, studierte in Hildesheim Kulturwissenschaften. Sie hat bereits zahlreiche Erzählungen veröffentlicht.

Moderation: Michael Serrer, Literaturbüro NRW e.V.

Dienstag, 18. Juli 2013 um 18 Uhr

Mario Giordano liest „1000 Gefühle – für die es keine Worte gibt“
(Berlin Verlag)
Die Freude über den ersten Schnee, die Wut auf den frühen Vogel, die Sehnsucht nach einem Knutschfleck, das Mitleid mit dem zerbrochenen Spielzeug, die Erleichterung, endlich mal Nein gesagt zu haben, oder das Glück beim ersten Blick aufs Meer … Schon mal gespürt? Mario Giordano öffnet ein Kabinett der 1000 Gefühle, für die es keinen Namen gibt – magisch, melancholisch und ein bisschen weise. Es sind die großen und erhabenen Gefühle dabei, die kleinen und fiesen, Kindergefühle und Elterngefühle, italienische Gefühle und katholische Gefühle, Männergefühle und Mädchengefühle, berühmte Gefühle und Friseurgefühle – ein kleines Buchwunder wird vorgestellt.

Mario Giordano studierte Psychologie und Philosophie in Düsseldorf. Er ist vor allem als Drehbuchautor (u.a. für den Tatort) und Verfasser von Kinder- und Jugendbüchern bekannt geworden. Er erhielt den Bayerischen Filmpreis für die Verfilmung seines Romans „Black Box“ unter der Regie von Oliver Hirschbiegel.

Moderation: Michael Serrer, Literaturbüro NRW e.V.

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