Das in den Augen vieler die Arbeit in einer Bibliothek als geruhsam und ungefährlich eingestuft wird, ist keinem fremd, der in einer arbeitet. Wie häufig habe ich beim Arzt – wenn es um die Krankschreibung ging – auf meinen Hinweis, dass ich in der Bibliothek arbeite, einen Spruch nach dem Motto „Dann gehen Sie ruhig arbeiten und schonen sich.“ geerntet. Da auch unter meinen Bekannten und Verwandten und wahrscheinlich auch unter vielen Lesern dieses Blogs der Eindruck der Geruhsamkeit sehr weit verbreitet ist, möchte ich hier mal die Mauer des Schweigens durchbrechen und knallharte Fakten anbringen:
Schnitte im Finger an feinem Papier passieren hier eigentlich täglich.
Und wer je Bücher ins Regal einsortiert hat, weiß, wie schmerzhaft es ist, wenn eines mit der Spitze auf den Fußspann fällt. Noch dramatischer – da wir nicht alle das Gardemass von 1 Meter 80 haben – Bücher, die auf den Kopf fallen! Da kann man mal kurzfristig Sterne sehen. Unaussprechlich auch der Schmerz, wenn man sich mit einem Bücherwagen voll mit Kunstbänden über den Fuß fährt.
Richtig dramatisch – mit anschließendem Arztbesuch – ging auch der Versuch eines Kollegen aus, einen großen Tacker zu bedienen. Die Tackerklammer landete in der Handinnenfläche. Die Kollegin, die den Unfallbericht dafür ausfüllte, hatte Probleme mit der Beantwortung der Frage „Wie wird ein solcher Unfall zukünftig verhindert?“

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