Die Massenkultur hat den Vampir seit jeher für sich in Beschlag genommen, von Dracula bis Edward Cullen ziehen sie sich durch die Film- und Buchgeschichte. Auch in der Bücherei können wir uns kaum vor Vampiren jeder denkbaren Art retten. Darüber muss man hier nicht wirklich noch mehr Worte verlieren.

Was ist jedoch mit dem anderen bekannten Vertreter der Untoten, dem Zombie? Er hat seinen Sprung aus der Horrorabteilung hinein in die Alltagskultur nicht gemacht. Oder?
Wir machen uns auf die Suche nach dem Zombie in der Zentralbibliothek, jenseits vom übermüdeten Azubi, morgens bei Dienstbeginn.

Wir beginnen unsere Suche klassischerweise in der Kindheit, genauer im Bestand der Kinderbibliothek.
Erwartungsgemäß sind die Zombies hier eher schwer zu finden. Schließlich stoßen wir doch auf einen Jugendroman: „Plötzlich Zombie“ von David Lubar, geeignet von 9-12 Jahren.
In der gleichen Ecke stoßen wir noch auf die Reihe „Scream Street“ von Tommy Donbavand, hier lautet der Titel des vierten Bandes „Die Zombiejagd“. Dieses Buch hat übrigens recht ansehnliche Zeichnungen von Zombies.
An der Auskunftstheke der KiBi können wir uns aus den Zweigstellen Benrath, Unterrath und Garath den Roman „Zombie Blond“ von Brian James in die Zentralbibliothek schicken lassen.

Weiter geht’s mit unserer kleinen Tour – vorbei an übermüdeten, fast schon zombifizierten Eltern, die ihre Racker für eine glückliche halbe Stunde an der Murmelbahn abgegeben haben – in die Belletristikabteilung.

Hier sieht es für den gediegenen Untotenliebhaber leider auch erst einmal mau aus.
Der Roman „Zombie Nation“ von Joachim Lottmann erweist sich eher als kritische Gesellschaftsanalyse und weniger als fröhliches Gehirne-Spachteln.
Sogar beim guten alten Stephen King entpuppen sich die Protagonisten in „Puls“ nicht als Untote sondern als durch Handystrahlen verdrehte Verrückte.

Beim Rückweg fällt dem geübten Azubi-Auge etwas auf: Der Klassiker „Stolz und Vorurteil“ von Jane Austen steht falsch einsortiert! Unter „G“! Skandal.
Ziemlich schnell bemerken wir aber dann doch den Grund: Es handelt sich um den Titel „Stolz und Vorurteil und Zombies“. Endlich doch ein blutiger Leckerbissen für uns.
Seth Grahame-Smith persifliert in diesem Roman den – zugegeben – für heutige Verhältnisse eher langatmigen Jane-Austen-Stil. Die Geschichte läuft wie gehabt ab, nur dass im England des 18. Jahrhunderts die Untoten los sind. Auf diese Weise versucht er ein wenig Blut und Action einzubringen. Der Witz funktioniert leider aber nicht wirklich, wenn man nicht wenigstens ein paar Seiten des Originals gelesen hat.

An dieser Stelle beenden wir die Suche für heute, verrammeln die Tür gegen etwaige Zombie-Übergriffe und ernähren uns vom leckeren, haltbaren Dosenfutter, welches wir in einem alten Schrank finden.

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