prinzessin

Ich hoffe, Sie hatten alle einen schönen ersten Advent. Pünktlich Samstagnacht fing es das erste Mal an zu schneien und am Montag hat es dann sogar fast den ganzen Tag geschneit (auch wenn der Schnee nicht liegen blieb). Man kann auf Weihnachtsmärkte gehen, die Kinder sind glücklich mit einer kleinen Karussellfahrt und frischen Waffeln oder einem Würstchen und man könnte wunderbar zusammengekuschelt sitzen und lesen. Printen und Dominosteine schmecken noch, es riecht schön nach Tanne und die erste Kerze brennt. Nur unsere Tochter entpuppt sich gerade als echter „Sonnenschein“.
Um zu vielen Diskussionen und Geschrei aus dem Weg zu gehen, haben wir schon die Vierer-Vorteilskarte fürs Karussell gekauft. Doch auch nach der vierten Fahrt bockt sie und ich kann sie nur mit dem Versprechen auf weitere Attraktionen vom Karussell locken. Diese Attraktion ist dann eine frische, noch warme Waffel mit Puderzucker. Als ich mir auch ein Eckchen nehmen will, wird sie mir erbost aus der Hand genommen: „Nein, das ist meine.“ Unsere Tochter hält sie dann doch lieber selber fest. Na gut, das ist die Gelegenheit für mich mir ein Crepe zu holen. Dann haben wir beide was. Da ich schneller esse (wahrscheinlich vor lauter Angst, dass unsere Tochter gleich schreit, dass sie was abhaben will – aber pronto), können wir mit dem Buggy schon weiter gehen, während sie den Rest ihrer Waffel isst. Ich schaue mich ein wenig um, was es an den Ständen so alles gibt, da meldet sich unsere Tochter auch schon wieder: die Waffel war dann doch was viel, aber in den Mund musste trotzdem alles mal und dann hat sie es halt wieder ausgespuckt – mitten auf den kuscheligen warmen Winterfußsack. Resigniert wische ich den pampigen Brei mit einem Papiertaschentuch weg.
Später sind wir noch ein bisschen was Einkaufen gegangen. Sogar in einen Laden, in dem es kleine Einkaufswagen gibt. Die stehen im Moment ganz hoch im Kurs und unsere Tochter möchte eigentlich nur noch in diesen Geschäften einkaufen. An der Kasse ist eine kleine Schlange. Unsere Tochter fährt lässig und sehr schwungvoll mit ihrem Einkaufswagen der Dame vor uns in die Hacken und während ich mich noch entschuldige und unsere Tochter zurechtweisen will, meckert sie auch noch los: “Die Frau darf sich nicht vordrängeln.“ Da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll mit erklären einerseits und schimpfen andererseits.
Trotz Waffel-Ausspuckens schreit dann unsere Tochter kaum das wir im Wagen sitzen, dass sie was zu Essen haben will – und „Nein, keinen Apfel und auch keine Banane – was anderes.“

Aber irgendwann sind wir mehr oder weniger glücklich zu Hause angekommen. (Achtung: jetzt kommt endlich was mit Büchern.) Ich schlage vor, dass wir ja ein Buch schauen können. Vielleicht die Kleine Prinzessin? Die mag sie doch so gerne im Moment. Da strahlt sie mich mit ihren blauen Augen an: „IPad?“ „Nein, wir können ein richtiges Buch schauen. Das ist Papas IPad, damit darfst Du nur schauen, wenn Papa dir das erlaubt.“ Schnell hole ich ein paar Bücher aus ihrem Zimmer „Hm? welches wollen wir denn schauen? „Ich lass mich nicht kämmen“ oder „Ich mag keinen Salat“ oder „Ich will eine Schwester“?“ Recht grummelig schaut sie dann mit mir „Ich will das behalten“. Fast könnte ich denken, sie will mir einen Gefallen damit tun. Die Kleine Prinzessin kommt durch ein kleines Malheur von ihrem Hund Schlamper zufällig an eine Kaulquappe und will sie natürlich behalten. Doch da… kommt endlich Papa nach Hause. Unsere Tochter springt auf, rennt ihm entgegen und ruft „Papa, Papa – IPad gucken?“ Papa hat mit seinen Frauen ein Erbarmen und kurz darauf liegt unsere Tochter mit IPad lang ausgestreckt auf dem Sofa, schaut sich eine Kleine-Prinzessin-Folge nach der anderen auf youtube an und ist total glücklich und in ihrer eigenen Kleinen-Prinzessinnen-Welt. Na, dann habe ich jetzt wohl erstmal frei und kann schnell nach ein paar Weihnachtsgeschenken im Internet schauen.
Ich wünsche Ihnen allen eine stressfreie Adventszeit 🙂 (hg)
Ich will das behalten! / Tony Ross. [Chefred.: Claudia Weber. Übers.: Katrin
Zuschlag]. – Stuttgart : Panini-Verl.-GmbH, 2009. – [27] S. : zahlr. Ill. ; 20
x 24 cm. –
(Kleine Prinzessin ; Bd. 1 : Panini books)
ISBN 978-3-8332-1824-8 Pp. : EUR 6.95
ISBN 3-8332-1824-X

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