Immer öfter hört man, unser Alltag sei längst von Maschinen bestimmt. Auch bei den Stadtbüchereien stehen inzwischen Verbuchungsmaschinen.

Immer die selbe Leier. Jeden Tag auf’s Neue erreichen uns dieselben Fragen und Beschwerden, „Arbeiten sie noch?“ oder „Wann wird ihr Arbeitsplatz wegrationalisiert?“. Bei diesen Fragen zeichnet sich immer ein kleines Grinsen in meinem Gesicht ab. „Natürlich arbeiten wir noch, nur nicht alle an einem Fleck sondern im ganzen Haus verteilt oder hinter den Kulissen.“
Immer kaputt, unpersönlich, Medien nicht verbucht; die üblichen Beschwerden die wir Tag für Tag über die neuen Automaten hören.
Immer kaputt? Kann gar nicht sein, sonst könnte ja niemand etwas ausleihen. Sollte der Automat tatsächlich seinen Geist aufgeben, haben wir genügend andere Automaten, die genutzt werden können. Und sollten wirklich alle Automaten gleichzeitig ausfallen, so kümmert sich unsere EDV-Abteilung sofort um das Problem. In den meisten Fällen lässt sich das Problem relativ schnell lösen. Und sollte das Leben aus allen Automaten gleichzeitig entfliehen und wir nicht in der Lage sein, alle Patienten schnellstmöglich zu reanimieren, können sie immer noch auf die Thekenverbuchung zurückgreifen.
Unpersönlich? Kann gar nicht sein, schließlich arbeiten hier nicht nur Maschinen. Natürlich ist der Rückgabe- oder Ausleihvorgang ein Stück weit unpersönlicher geworden, weil das kurze Gespräch an der Theke entfällt. Jedoch gibt die durch die Automaten gesparte Zeit uns die Möglichkeit, intensiver auf ihre Fragen und Anliegen einzugehen. Und selbst wenn es uns gelingen sollte, den Automaten Persönlichkeit  einzuhauchen, wären wir trotzdem noch für sie vor Ort.
Medien nicht verbucht? Kann gar nicht sein, außer Sie haben versucht den Turm zu Babel mit ihren Medien auf den Ausleihautomaten nach zu bauen. Die Reichweite der Leseantennen ist leider nicht unbegrenzt, schließlich wollen sie die Bücher ihres Nachbarn nicht gleich mit verbuchen. Wichtig bei der Verbuchung ist, dass nicht mehr als 6 Bücher gestapelt werden sollten. DVDs, BluRay-Discs, Hörbücher oder Musik-CDs werden am besten nebeneinander bzw. nacheinander verbucht. Und sollte es tatsächlich ein Problem mit der Ausleihe oder Rückgabe geben, stehen wir Ihnen bei.
Sie müssen keine Angst haben, dass durch die Benutzung der Automaten unser Job wegrationalisiert wird. Es gibt genug Dinge, die kein Automat erledigen kann: eine gute Veranstaltung planen oder etwa Medien einkaufen die genau Ihren Geschmack treffen. Sie müssen nur Angst haben, wenn sie sich für die rote oder die blaue Pille entscheiden müssen. Denn dann hat die Herrschaft der Maschinen bereits begonnen. Aber das würden wir niemals zulassen. (tk)(sk)

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