Kein Mitarbeiter dieser Bibliothek hat vor zwanzig Jahren noch Datumsstempel in Bücher gesetzt, damit der Leser wusste, wann er die Bücher zurück zugeben hat. WIR hatten da schon moderne Fristzettel! Das hier gezeigte Exemplar, das nun gefunden wurde, ist schon eine verfeinerte Variante des Ursprungszettels.

Wir legten halt bei der Verbuchung in jedes Buch ein Fristzettelchen. Unglaublicher Arbeitsaufwand und unglaubliche Papierverschwendung – jedenfalls aus heutiger Sicht….

Dann kam vor ein paar Jahren DIE Revolution: Quittungsdrucker! Sowohl das Personal als auch die Leser hatten anfangs ihre Probleme damit. Auf einmal gab es nur noch einen Zettel für die gesamte Ausleihe und nicht mehr für jedes Buch einen. ‚Wie soll man denn da den Überblick behalten?’
‚Und die Frist ist auch so klein gedruckt!!!’
‚Und das Thermopapier vergilbt ja nach sechs Monaten und ist gar nicht mehr lesbar!’
Alles in allem aber eine lohnende Entwicklung, weil man doch schnell merkte, wie vorteilhaft Medienlisten in Verbindung mit Fristen sind. Auch alte Fristzettel, die man vom Vorleser im Buch fand, stellten keine Grundlage für Herzinfarkte bei Lesern mehr dar.

Heute, wo Kunden ihre Medien selbständig an Automaten ausleihen und zurückgeben, von zu Hause oder sogar unterwegs im Internet Fristen verlängern und ihr Bibliothekskonto überwachen, sind Quittungen schon fast ein Relikt und überhaupt kein Thema mehr.

Ist Euch übrigens aufgefallen, wie sich auch die Bibliothekssprache verändert hat?
Der ‚Leser’ ist heute ‚Kunde’, die ‚Verbuchung’ die ‚Ausleihe’. Wir sprechen nicht mehr nur von ‚Büchern’, sondern von ‚Medien’. Und diese Entwicklung wird weitergehen. Ist es nicht spannend zu sehen, wohin?

Aber man vergisst sooo leicht…

 

 

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