Mir ist unklar, ob in anderen Firmen oder Instituten genauso darüber diskutiert wird, ob und wie man Web 2.0 in seinen Alltag integriert, wie in unserem Hause.
Wir diskutieren, wägen ab und versuchen zu erfassen, mit welchem Arbeitsaufwand man welchen Nutzen mit Facebook und Co. erzielen kann. Wir haben sogar dank der Unterstützung der Bezirksregierung die professionelle Hilfe eines Social-Media-Beraters in Anspruch genommen!

Da gibt es die KollegInnen, die Facebook, StudiVZ, Blogs, Twitter etc. viel privat nutzen. Diese verfolgen die Diskussionen nach Sinn und Zweck des Ganzen mit ungläubigem Kopfschütteln, da die Kommunikation über das Web für sie zum normalen Leben gehört. Dann gibt es diejenigen, die auch glauben, dass die virtuelle Begegnung mit Kunden immer wichtiger wird, aber nicht wissen, wie man so was anstellt. Zur dritten Gruppe gehören die Vorsichtigen, die keine oder sehr wenig Erfahrung mit social media haben, aber viele schlimme Sachen in der Zeitung gelesen haben, was da alles schief gehen kann und wer alles Daten über einen sammelt. Letztendlich die Konservativen, die sich gerade ans mobile Telefon gewöhnt haben, und auch nur eines haben, um damit Notrufe abzusetzen.

Ich bin froh, dass die unterschiedlichen Meinungen zu diesem Thema in dieser Bibliothek zu Wort kommen. Ich glaube, dass uns jedes Gespräch darüber zu einem bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit diesen Medien verhilft.

Die Argumentation „Das ist neu und modern und alle machen es“ greift genauso kurz wie „Wir sind bisher auch ohne ausgekommen – wir brauchen das nicht“. Wie meistens, liegt die Wahrheit wohl irgendwo dazwischen. Wir sollten weder jedem Trend hinterher hechten, noch alles Neue als Teufelszeug verdammen.

In meinen Augen sind das Internet und die Kommunikation im selben einfach nur die Weiterentwicklung des Telefons. Und ich kenne niemanden, der die Erfindung des Telefons und die damit verbundenen Annehmlichkeiten heute in Zweifel zieht. Auch wenn Ende des 19. Jahrhunderts dieses Telefonieren von vielen als unnütze Spinnerei abgetan wurde.

Wir haben den Schritt gewagt: Wir haben eine Facebook-Seite, diesen Blog und werden wohl auch Twitter bald erobern. Ich finde das spannend und bin neugierig, wie das Ganze seinen Lauf nehmen wird.

In zwanzig Jahren werde ich über diesen Artikel wahrscheinlich schallend lachen… 😉

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