Ich komme noch mal auf die tollen Wimmelbücher von Rotraut Susanne Berner zurück. Irgendwie bin ich letztes Mal ins Plaudern gekommen. Zu unseren Lieblingsfiguren gehören übrigens auch Lene und ihr Papa Thomas. Lenes Mama taucht in keinem der Bücher auf, anscheinend ist er ein alleinerziehender Vater. Einmal wollen die beiden in die Stadt und das Fahrrad hat einen Platten. Glücklicherweise ist die Tankstelle direkt nebenan und Thomas kann dort den Reifen aufpumpen. In einem anderen Buch gehen sie mit dem Nachbarsjungen Linus auf den Trödelmarkt oder Lenes Papagei Niko ist auf Abwegen. Im Moment schaut unsere Tochter „natürlich“ das Herbst-Wimmelbuch am liebsten und da hat es ihr besonders der Laternenumzug angetan. Schon auf der ersten Seite gehen Lene und ihr Papa mit der Laterne los (Lene hat übrigens eine Fisch-Laterne). Linus geht auch wieder mit und auch seine kleine Schwester Barbara, die bei der Mama in der Bauchtrage ist. Von Seite zu Seite werden es mehr Kinder mit Laternen. Vor dem Kindergarten treffen sich dann (fast) alle. Hugo, der Polizist sperrt sogar die Straße ab. Spätestens ab dieser Seite fragt unsere Tochter, ob es denn auch eine Mond-Laterne gibt. Sie hat nämlich in diesem Jahr im Kindergarten eine Mond-Laterne gebastelt. „So ein Mond, mit zwei Ecken.“ sagt sie dann und hält Daumen und Zeigefinger dabei weit auseinander (also einen Halbmond). Da aber auf der nächsten Seite noch das Kaufhaus kommt, in dem einige Kinder noch schnell eine Laterne kaufen, kommen noch einige Laternen-Modelle dazu. Über die ganzen Laternen müssen wir dann ausführlich sprechen. Ich bekomme dann erzählt, welches Kind im Kindergarten, welche Laterne gebastelt hat und wer dabei geholfen hat.
Im Buch tauchen auch immer wieder drei Nonnen auf. Eine davon ist Martha. Martha hat einen Pinguin-Tick. Mal will sie unbedingt einen Pinguin-Luftballon, mal findet sie einen Plüsch-Pinguin (von Linus). Und auf dem Laternenfest hat sie natürlich eine Pinguin-Laterne. Unsere Tochter kann mit den feinen äußerlichen Unterschieden dieser drei Nonnen wenig anfangen. Sie nennt sie immer „die drei Marthas“.
Erst auf der letzten Seite am See sind alle Kinder und ganz viele Erwachsene zusammen und singen Laternen-Lieder. Wir singen dann immer mit. Unsere Tochter singt sowieso sehr gerne und auch sehr viel. Vor einigen Tagen sang sie „Ich habe eine schöne Laterne, die habe ich selber gemacht“. Ich kannte den Text gar nicht und amüsierte mich sehr, da ich dachte, sie hätte „Ich geh mit meiner Laterne“ umgedichtet und war ganz gerührt, wie stolz sie auf ihre Laterne ist. Ich schlug ihr den „richtigen“ Text vor, aber sie sang es weiter, wie bisher. Nach dem ich den Text dann gegooglet habe, wurde ich eines besseren belehrt. Dieses Lied gibt es wirklich. Ich war erstaunt über soviel Textsicherheit bei Dreijährigen. Seitdem sagt unsere Tochter oft, dass ich nicht mitsingen darf („Mama, du nicht!“).

Berner, Rotraut Susanne:
Herbst-Wimmelbuch / Rotraut Susanne Berner. – 9. Aufl.. – Hildesheim :
Gerstenberg, 2009. – [16] S. : überw. Ill. ; 34 cm. –
ISBN 3-8369-5101-0  Pp. : EUR 12.90
ISBN 978-3-8369-5101-2

1 Berner
(hg)

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