Ein Praktikumsbericht aus England
Im Rahmen des Leonardo DaVinci Projekts des Berufskollegs Bachstraße habe ich in den Herbstferien die Möglichkeit bekommen, ein Auslandspraktikum in der British Library zu absolvieren.

Die British Library ist die Nationalbibliothek des Vereinigten Königreichs. Sie befindet sich in London und ist eine der bedeutendsten Forschungsbibliotheken der Welt. Sie beherbergt mit über 150 Millionen Werken den weltweit größten Medienbestand aller Bibliotheken. Die 1973 gegründete Bibliothek erhält ein Pflichtexemplar aller in Großbritannien, Nordirland und der Republik Irland gedruckten Bücher.
Da ich es für eine gute Idee hielt, meine Sprachkenntnisse zu verbessern habe ich mich im Januar 2012 für ein zwei wöchentliches Praktikum beworben.
Umso mehr habe ich mich dann über die Zusage der British Library gefreut.

Der normale Arbeitstag beginnt hier zwischen 9.30 Uhr und 10 Uhr. Wenn man Zeit findet, hat man etwa eine Stunde zum Frühstücken, eine Stunde um Mittag zu essen und etwas mehr als eine halbe Stunde später am Tag für die klassische „Tea Time“. Zwischen 17 und 18 Uhr endet dann der Arbeitstag.
An meinem ersten Tag habe ich die „German Section“, die „deutsche Abteilung“ kennen gelernt. Hier werden Bücher aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bestellt und bearbeitet. Die Bestellung selbst und die Katalogisierung erfolgen jedoch in der Zweigstelle in Boston Spa, dazu später aber noch mehr.
Die restlichen Tage verbrachte ich mit der Österreichischen Nationalbibliographie und habe mir angesehen, welche Bücher man bestellen könnte.

Am Mittwoch fuhr ich dann nach York, Boston Spa. Hier ist eine Zweigstelle der British Library, in der ein Großteil der Bücher aufbewahrt wird. Außerdem werden hier alle Bücher bestellt, bearbeitet und katalogisiert.
Die eigentliche Bibliothek kann man von innen leider nicht besichtigen, da innen Maschinen arbeiten und dort ein zu niedriger Sauerstoffgehalt herrscht. Die Bücher und Zeitungen werden also per Maschine aus dem Regal geholt und mit einem LKW in den Lesesaal in Boston Spa oder in London gebracht.
Einen anderen großen Teil der Bibliothek konnte ich nicht besichtigen, da dieser asbestverseucht ist und Grundsaniert werden muss.
Dennoch hatte ich die Chance den Kollegen in Boston Spa beim Katalogisieren und beim Erwerb der Bücher über die Schulter zu gucken.

Am Donnerstag habe ich an einer Führung in der London Library am Picadilly Circus teilgenommen. Diese Bibliothek hat mich, vor allem durch die Atmosphäre, besonders beeindruckt. Auf mehreren Etagen finden hier seltene Bücher ihren Platz. Da sie aber eine private Bibliothek ist, kostet der Mitgliedsbeitrag für ein Jahr 400£. Auch diese Bibliothek verfügt über einige Leseräume, da man auch hier keine Bücher ausleihen kann.

Fortsetzung folgt…. (lm)

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