Berner, Rotraut Susanne:   Winter-Wimmelbuch Wimmelbücher gibt es viele, aber für unsere Tochter dürfen es nur die wunderbaren Bücher von Rotraut Susanne Berner sein. Insgesamt gibt es für jede Jahreszeit eines und ein Nachtwimmel-Buch. Und mindestens zwei davon möchte unsere Tochter jeden Abend ansehen. Die Vorlieben für die Jahreszeiten wechseln, aber das Thema bleibt: Wimmelhausen und seine zahlreichen Bewohner. Da die Bücher ohne Text sind, werden bei allen auf der Rückseite ein paar Bewohner namentlich vorgestellt. Und mittlerweile kennen wir sie alle! Für einige weitere mussten wir uns sogar noch Namen ausdenken, da unsere Tochter sie richtig benennen wollte. Viel zu gucken gibt es immer. Besonders schön ist es, wenn unsere Tochter Parallelen zu Leuten findet, die sie kennt oder zu Dingen, die sie selber erlebt hat. In den Büchern taucht zum Beispiel immer wieder Sieglinde auf, die einen kleinen blauen Wagen hat. Oft und gerne steht sie im Parkverbot und bekommt von Hugo, dem Polizisten, ein Knöllchen. Ich überleg da ja immer, ob die beiden sich vielleicht mal näher kommen werden. In einem anderen Buch bekommt der Wagen erst Winterreifen und danach fährt Sieglinde mit ihrem Auto gegen ein Haltestellen-Schild (und auch da kommt Hugo und hilft). Witzigerweise heißt eine der Omas ebenfalls Sieglinde und hat auch einen kleinen blauen Wagen. (Nur das mit dem Unfall und dem Falschparken, hat die Oma zum Glück noch nicht gemacht. Dafür hat sie mal den Autoschlüssel im Wagen vergessen. Das Auto stand dann abgeschlossen auf dem Supermarkt-Parkplatz, Schlüssel und Handtasche drin – Oma und Kind draußen. Ganz in der Nähe ist ein großer Autohändler. Also sind die beiden da hin gelaufen. Leider waren die Leute vom Autohaus nicht in der Lage den Wagen ohne Beschädigung aufzubrechen. Das wollte die Oma dann aber doch nicht. Unsere Tochter hat dann noch ein flottes kleines Metallauto geschenkt bekommen und die Oma durfte den ADAC anrufen. Die haben es dann auch geschafft und das Auto ohne einen Kratzer geöffnet. Von dem „Abenteuer“ erzählt unsere Tochter heute noch gerne – sehr zum Leidwesen der Oma, der das alles etwas unangenehm ist.) Ach ja, und wie die Winterreifen gewechselt werden, durfte sich unsere Tochter bei Papas Auto im letzten Jahr ansehen. Da haben wir einen Familienausflug draus gemacht. Die Werkstatt hatte Samstagstermine angeboten und man konnte auf den Reifenwechsel warten. Also standen wir in der zugigen Werkstatt, bestaunten die ganzen Autos, die dort ein- und ausfuhren, das Werkzeug und die Mechaniker in ihren blauen Arbeitsanzügen. Besonders toll war es jedes Mal, wenn die Autos mit der Hebebühne hochgefahren wurden. Etwas besorgt war unsere Tochter nur, als Papas Auto dann mit einem Mechaniker zur Probefahrt wegfuhr. Zu Hause hat sie den Reifenwechsel dann sehr ausgiebig mit ihren Autos nachgespielt. Das ging so weit, dass wir ihr einen kleinen Spiel-Werkzeug-Koffer holten. Der wurde von unserer Tochter schnell mit unserer Küchenwaage, den Silikon-Backpinseln (zum Fegen des Bodens), einem großen Sieb (als Helm) und dem Eierschneider ergänzt. Was der Eierschneider im Werkzeugkasten zu suchen hat, frage ich mich allerdings immer besonders, denn damit macht unsere Tochter begeistert Musik. Wir nennen das Ding nur noch die „Eierharfe“. Wer mal Langeweile hat, sollte es auch ausprobieren.  (hg)

Berner, Rotraut Susanne:
Winter-Wimmelbuch / Rotraut Susanne Berner. – 16. Aufl.. – Hildesheim :
Gerstenberg, 2009. – [16 S.] : überw. Ill. ; 34 cm. –
ISBN 978-3-8369-5033-6 Pp. : EUR 12.90

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