Mein Mann tat vor einigen Tagen kund, dass ihm ein arger Mangel an bibliothekarischer Ordnung bei uns zu Hause auffiele (und dabei ist er doch gar kein Bibliothekar). Ach, herrje…
Und das kam so:
Unsere Tochter hat mittlerweile doch eine ganze Menge an Bilderbüchern, da gibt es große und kleine, Sachbücher und Geschichten, gebundene, Paperbacks und Pappbücher, Fingerspiele und Reime, und Bücher in ganz vielen Farben. 🙂 Und diese ganz verschiedenen Bücher stehen mittlerweile meistens alle recht wild durcheinander. Eine alphabetische Ordnung scheidet aus, da unsere Tochter das Alphabet noch nicht beherrscht. Eine Sortierung nach Größe oder Farbe ist ebenfalls unpraktisch, da dann Bücher, die zu einer Reihe gehören auseinander geraten könnten. Daher haben wir uns irgendwann mal dazu entschlossen, dass
1.    die Lieblingsbücher griffbereit in der Mitte stehen, die nicht so oft geschauten am Rand und
2.    Bücher aus einer Reihe zusammenstehen sollten (das passt dann meistens schön vom Format).
Soweit die Theorie. Da unsere Tochter aber eher zum Wühlen, Reißen, Zerren und Schieben neigt, habe ich zumindest vorübergehend kapituliert. Das Bücherregal unserer Tochter steht direkt neben dem Bett und sie liebt ihre Bücher. Wenn ich sie morgens wecke, sind ihre ersten Worte oftmals „Mama, Buch gucken.“ Und auch nur mit Hilfe eines Buches darf ich dann die Rollläden hochfahren und/oder Licht anschalten – weil wir ja im Dunkeln kein Buch schauen können. Auch beim abendlichen zu Bett gehen, spielen Bücher eine wichtige Rolle. Wir schauen eines, dabei fällt ihr ein anderes ein, was auch schon sofort aus dem Regal gezerrt werden muss. Damit kann ihre Puppe sich dann erstmal ein Zelt bauen, bis wir es lesen. Auf der Rückseite des gerade gelesenen werden oft andere Bücher beworben. Falls wir eines oder mehrer davon haben, müssen die auch noch mit ins Bett. Am Ende liegen im und um das Bett verstreut ca. 5 bis 10 Bücher. Da dann gerade der Moment günstig ist, das Licht auszumachen, stopfe ich alle Bücher, die ich zufassen bekomme blitzschnell ins Regal zurück. Auf solche Feinheiten, wie Ordnung kann ich da keine Rücksicht nehmen. Sieht unsere Tochter ihre favorisierten Bücher kurz darauf nämlich irgendwo liegen, kann es passieren, dass wir sie wieder schauen müssen bzw. darüber diskutieren, dass es dafür schon zu spät ist. Wenn mein Mann und ich dann glücklich im Wohnzimmer sitzen, hören wir leider sehr oft verräterische kleine Füße, die tapp-tapp-tapp zum Bücherregal eilen, um sich noch schnell ein wenig Lektüre für die Nacht zu besorgen. Dafür wird dann entweder das Licht wieder angemacht (streng verboten) oder sie schaut sich die Bücher mit ihrem Nachtlicht an, dass sich in eine kleine Taschenlampe umfunktionieren lässt (erlaubt). Und wenn dann endlich endlich in ihrem Zimmer oben wundervolle Ruhe herrscht, dann weiß ich schon, dass ich gleich noch diverse Bücher aus ihrem Bett räumen werde. Die stecken dann zwischen Bett und Wand oder zwischen Matratze und Bettrahmen, liegen unter ihrem Kopfkissen oder sind, wenn sie groß genug sind, über sie als Zelt aufgestellt. Einige liegen sogar unter ihrem Bett. Und auch diese Bücher kann ich dann nun wirklich nicht mehr schön ordentlich ins Regal stellen, denn dann muss ich selber dringend ins Bett.

(hg)

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