Hallo erstmal!

Für alle, die es noch nicht wissen: Die Stadtbüchereien Düsseldorf haben dieses Jahr erstmals ein Freiwilliges Soziales Jahr im Bereich Interkulturelle Bibliothek angeboten. Ich bin mehr durch Zufall (und die Hilfe von Google) darauf gestoßen und war so begeistert, dass ich sofort und eher spontan eine Bewerbung für die Stelle geschrieben habe. Eigentlich hatte ich mir keine großen Chancen ausgerechnet, genommen zu werden und habe mich geistig schon in einer anderen Institution, umringt von plärrenden Kindern, mein FSJ ableisten gesehen. Doch scheinbar sollte es einfach so sein, dass mein erstes Bauchgefühl sich als richtig erwiesen hat: Diese Stelle ist einfach mein Ding! Nach langer (bürokratiebedingter) Wartezeit konnte ich mich dann riesig darüber freuen, für ein Jahr zum Team der Stadtbüchereien Düsseldorf zu gehören und da auch ein bisschen mitzumischen.

Damit ihr wisst, mit wem ihr es hier zu habt, stelle ich mich mal kurz vor. Ich bin Annalina, 19 Jahre alt und erst kürzlich dazugezogen. Vorher habe ich in Paderborn gelebt und von da auch mein Abitur mitgebracht. Jetzt nehme ich mir quasi ein Jahr Auszeit um mich beruflich zu orientieren und schon erste Arbeitserfahrungen zu sammeln. Bin es nämlich leid immer in der Schule zu sitzen und mich mit Theorie vollstopfen zu lassen.
Die letzten zwei Wochen habe ich in der Zweigstelle Flingern verbracht, wo ihr mich wohl auch die nächste Zeit noch antreffen könnt. Hier lerne ich erstmal den täglichen Ablauf einer Bücherei kennen, den ich vorher immer unterschätzt habe. Das ist nämlich mehr Arbeit, als es aussieht!

Meine ersten Eindrücke: Flingern ist ein sehr multikultureller Stadtteil mit vielen internationalen Möglichkeiten fürs Mittagsessen. Man kann sogar beim Griechen Pizza bekommen!
Meine Kollegen und Vorgesetzen sind alle sehr freundlich, hilfsbereit und humorvoll. Man hat ja eher ein etwas verstaubtes Bild von der Bibliothekarin mit dem strengen Blick und der Hornbrille, an diesem Klischee ist absolut nichts dran! In Flingern herrscht übrigens geballte Frauenpower ohne Zickenkrieg. Wenn in Düsseldorf alle so nett sind bleibe ich noch ein Weilchen hier. Hätte mich nicht besser treffen können.
Aber jetzt mal zu dem entscheidenden, meinen eigentlichen Aufgaben und Tätigkeiten. Wie bereits erwähnt, in einer Bibliothek gibt es mehr zu tun, als man sich als Besucher immer vorstellt. Hier arbeiten nicht ohne Grund vier Leute (und meine Wenigkeit) nicht nur während den Öffnungszeiten. Ich habe z.B. eine 38,5 Stunden Woche und bekomme immer, wenn ich gerade nichts zu tun habe und dekorativ in der Gegend herumstehe, eine Aufgabe aufs Auge gedrückt (wobei ich den Verdacht nicht loswerde, dass außer mir selten jemand scharf darauf ist, sie zu machen).
Hauptsächlich sortiere ich im Moment Medien (Bücher, DVDs etc.) oder suche Leihwünsche heraus. Durch die viele Übung beherrsche ich das Alphabet jetzt besser denn je und bin was neue Medien angeht direkt an der Quelle. Das ist für mich auch ziemlich vorteilhaft, da ich selber gerne lese und mir schon das ein oder andere Buch ausgeguckt habe. (Bis zum Ende meines Jahres habe ich sie hoffentlich alle gelesen.)
Manch einer mag jetzt vielleicht denken, ich langweile mich hier zu Tode oder werde als billige Arbeitskraft missbraucht- dabei war ich noch gar nicht fertig, meine vielfältigen Aufgaben zu erläutern.
In erster Linie arbeite ich nämlich an dem Projekt „Interkulturelle Bibliothek“ mit, für das ich bisher einiges recherchiert habe. Dazu gehören all die Veranstaltungen, die zwar erst im nächsten Jahr stattfinden, dieses Jahr aber noch „festgezurrt“ werden müssen. Bedeutet im Klartext: Viel Organisation.
Mein bisheriger „Höhepunkt“ war das Vorbereiten der Bastelarbeit für das nächste Bilderbuchkino. Da ich nicht zu viel verraten möchte nur so viel: Ich musste 100mal mit Hilfe einer Schablone das gleiche Motiv zeichnen und anschließend ausschneiden. Warum darauf keiner heiß war ist mir schon klar.
Auch das Abhängen der Bilder von der letzten Ausstellung fiel mit in meinen Bereich. Man bedenke dabei, dass die Bilder erst abgehangen und dann aus den Rahmen entfernt werden mussten. Insgesamt viel Arbeit für drei Personen (eine davon Hochschwanger). Aber es hat sich am Ende für mich sogar gelohnt, ich konnte mir eins der Bilder aussuchen und behalten. An dieser Stelle noch mal vielen Dank dafür!
Jetzt zum letzten, für die meisten wahrscheinlich eher uninteressanten Punkt meiner Tätigkeiten: Der Bibliothekscomputer. Einen Blick in die Programme werfen, Bücher bestellen und vormerken, eine Bücherliste mit Excel erstellen. Zu jeder Arbeit gehört halt auch etwas Theorie.
So, ich denke, das reicht erst mal, ist doch etwas mehr geworden als geplant. Sollte für den ersten Eindruck genügen. Da dieser Blog jetzt auch zu meinen Aufgaben zählt halte ich natürlich jeden, der sich dafür interessiert, auf dem Laufenden, was hier so vor sich geht.
Bis dahin, ich hoffe, ich hab euch nicht gelangweilt!
Annalina

Advertisements