Jetzt kommt ein Blog-Beitrag, für den ich mich fast etwas schäme. Ich möchte deshalb noch mal Neueinsteigern in die Reihe SOS erklären, warum ich im Folgenden schreckliche Worte in diesen seriösen Blog schreibe.
Der deutsche Buchmarkt ist unübersichtlich. Um mit den Bucherzeugnissen die Aufmerksamkeit der potenziellen Kunden zu erlangen, greifen manche Verlage oder auch die Autoren zu Titeln, die provokant sind und nicht immer auf den Inhalt schließen lassen. Dieses Mal geht es in der Reihe um Ausdrücke, die eine meiner Freundinnen ihrer vierjährigen Tochter mit „Böses Wort“ beschreibt…. Sie wissen, was ich meine….
Wie man im Titel einer Biografie gleich dreimal eines der bösen Worte unterbringen kann, beweist das Buch von Andreas Altmann „Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend“.
Und ob ich eine pädagogische (!) Anthologie mit dem Titel „Verdammte Scheiße, schlaf ein!“ übernächtigten Eltern bedingungslos empfehlen kann, frage ich mich wirklich. „Go the fuck to sleep“ ist übrigens der englische Originaltitel davon! Auch nicht besser.
Im Buch von Martin Wehrle „König Arsch“ ist der Ausdruck ‚König Kunde’ etwas schmissiger aufgenommen worden.
Der Titel eines Ratgebers zum Umgang mit dem Vorgesetzten lautet „Mein Chef ist ein Arschloch, Ihrer auch?
Wenn es in die humoristische Richtung geht, kann ich eher verzeihen. So nennt denn Sandra Danicke ihr Buch über Kunstbetrachtungen „Kunst interessiert keine Sau…“. Sie schien mit dem Titel 2011 gute Umsätze gemacht zu haben, denn 2012 brachte sie dann ein weiteres Buch heraus namens „Kunst versteht keine Sau…“.
Und der Comedian Kurt Krömer begrüßt in seinem Kabarettprogramm mit „Na du alte Kackbratze!
Das Scheiss-Buch“ – Untertitel: Entstehung, Nutzung, Entsorgung menschlicher Fäkalien – befasst sich wenigstens mit Kot. Hier ist der Titel zwar nicht irreführend, aber der Kraftausdruck wäre wohl nicht nötig gewesen.

Um diesem wenig schönen Blogbeitrag einen versöhnlichen Ausklang zu geben, empfehle ich allen, die sich mit dem Verlegen und Herausgeben von Medien beschäftigen, das Buch von Laurie Graham: „Handbuch der feinen englischen Art“.

Hoffentlich ist das ein ausgleichender Abschluss dieses ‚häßlichen‘ Artikels.

Fortsetzung folgt….

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